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Stadtpolitik Radfahren in der Jahnallee: Stadt will Parken einschränken
Leipzig Stadtpolitik Radfahren in der Jahnallee: Stadt will Parken einschränken
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21:56 19.09.2018
Radfahren in der Jahnallee kann eine gefährliche Angelegenheit sein. Die Stadt will das Parken jetzt einschränken. Quelle: André Kempner
Leipzig

Radfahren in der Jahnallee soll sicherer werden. Anstoß gab eine Petition des Leipzigers Volker Holzendorf mit mehr als 5700 Stimmen, die nach mehreren Unfällen auf der Magistrale gesicherte Radverkehrsanlagen forderte. Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen flankierte die Petiton mit einem entsprechenden Antrag. Stadtrat und Verwaltung einigten sich letztlich am Mittwoch auf ein mehrstufiges Maßnahmenpaket.

Als kurzfristiger Schritt soll das Parken in der inneren Jahnallee eingeschränkt werden. Lösungen für den Lieferverkehr sollen geprüft werden, Kundschaft auf nahe gelegene Kurzzeitparkplätze ausweichen. Die Stadt untersucht außerdem, inwieweit eine neue Aufteilung des Straßenraums die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern verbessern kann. Dabei sollen ebenfalls die Belange der Gewerbetreibenden, des öffentlichen Nahverkehrs und des Eventverkehrs (Zufahrt zur Arena und zum Stadion) berücksichtigt werden.

„Protected Bikelane“ und Fahrradstraße werden geprüft

Die Einrichtung einer „Protected Bikelane“, also einer durch bauliche Abtrennung geschützten Radfahrspur, soll ebenfalls geprüft werden. Langfristig plant die Stadt ein Verkehrskonzept, das bessere und sicherere Verbindungen für Radfahrer zwischen Lindenau und der Innenstadt schafft. Umsetzung frühestens ab 2021.

Zusätzlich fand der Antrag der Freibeuter-Fraktion eine hauchdünne Mehrheit, als Alternative die Umgestaltung der Gustav-Adolf-Straße zur Fahrradstraßen zu prüfen.

37 Unfälle auf 400 Metern

2017 gab es auf rund 400 Metern Länge in der sogenannten inneren Jahnallee zwischen Waldplatz und Leibnizstraße 37 Unfälle, darunter zehn mit Radfahrerbeteiligung, so die Verkehrsunfallkommission der Stadt Leipzig.

„Die besondere Gefahrenlage innere Jahnallee wurde zu lange nicht angetastet“, kritisierte Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft. Ein- und ausparkende Fahrzeuge seien ein inakzeptables Risiko in dieser engen Straße.

Das kennt auch Anwohnerin und Linken-Stadträtin Franziska Riekewald, die angesichts der komplexen Verkehrssituation von „Herzrasen“ spricht. Ihre Fraktion forderte wegen der Gefahren ausdrücklich ein Parkverbot in der Magistrale. Autofahrer könnten auf Kurzzeitparkplätzen in der Lessing-, Thomasius- oder Funkenburgstraße halten und bis zu 150 Meter Fußweg in Kauf nehmen.

Händler-Anliegen sollen berücksichtigt werden

Sabine Heymann von der CDU-Fraktion sieht Probleme bei der Aufrechterhaltung des Lieferverkehrs in der Geschäftsstraße. Sie fordert eine ergebnisoffene Prüfung der künftigen Verkehrsorganisation in der inneren Jahnallee.

SPD-Fraktionschef Christopher Zenker hält es für wichtig, das Thema Fahrradstraßen für Leipzig nachhaltig zu diskutieren. Kurzfristig führe aber für die innere Jahnallee kein Weg an den vorgeschlagenen Änderungen vorbei. Die Belange der Händler müssten trotzdem angemessen berücksichtigt werden.

Von Evelyn ter Vehn

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