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Stadtpolitik Sanierung der Leipziger Seenlandschaft gefährdet
Leipzig Stadtpolitik Sanierung der Leipziger Seenlandschaft gefährdet
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22:46 13.07.2016
Der Cospudener See ist beliebtes Ausflugsziel und Teil der Leipziger Seenlandschaft. Die Förderung der Sanierung steht nun auf dem Spiel. (Archivbild)
Der Cospudener See ist beliebtes Ausflugsziel und Teil der Leipziger Seenlandschaft. Die Förderung der Sanierung steht nun auf dem Spiel. (Archivbild) Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Sommer, Sonne, gute Laune: Für die Menschen in der Region um Leipzig sind Cospudener See, Schladitzer Bucht oder Zwenkauer See eine feste Größe in Sachen Freizeit, Sport und Erholung. Rund zwei Milliarden Euro sind nach Expertenschätzungen seit Beginn der Sanierung ehemaliger Tagebauflächen vor 25 Jahren in die Leipziger Seenlandschaft geflossen.

Doch der weitere Ausbau steht jetzt auf der Kippe, falls Bund und Freistaat Sachsen ihre Hilfe einstellen oder kürzen. Das aktuelle Verwaltungsabkommen zur Sanierung der Braunkohlelandschaft läuft 2017 aus. Wie es dann weitergeht, ist noch völlig offen. Die nächste Verhandlungsrunde soll in der kommenden Woche stattfinden.

In einer „Leipziger Erklärung“, die der Leipziger Volkszeitung vorliegt, fordert deshalb der Regionale Planungsverband Westsachsen, zu dem neben der Stadt Leipzig auch die Landkreise Leipzig und Nordsachsen gehören, die Politik zu raschem Handeln auf. Ein „Stehenbleiben oder Abbremsen in Sichtweite des Ziels“ könne bereits Erreichtes in Frage stellen, heißt es darin.

„Die Verhandlungen mit Bund und Land Sachsen sind nicht einfach“, bestätigt Andreas Berkner, Leiter der Regio- nalen Planungsstelle. Dabei sei ein Abschluss der Verhandlungen frühzeitig im Jahre 2017 wichtig, um ausreichende Vorbereitung zu sichern und Reibungsverluste zu vermeiden. Berkner: „Wenn wir jetzt die letzten 20 Prozent der Sanierung nicht leisten, werden wir die vorhandenen 80 gefährden.“ Insbesondere der Bund allerdings wolle wissen, wie lange die Sanierung noch dauere und welche Kosten damit verbunden sind.
 
Die Unterzeichner der Erklärung stellen fest, dass mit der Sanierung des Lober-Leine-Systems, dem Hochwasserschutz an der Goitzsche und den Eisen- und Sulfatbelastungen in der Pleiße weitere gravierende Problemfelder vorhanden sind. Deren Bewältigung dürfte „sehr deutlich über die bislang üblichen Fünfjahresabschnitte des Verwaltungsabkommens hinausreichen“.

„Das Grundproblem ist immer: Vor der Hacke ist es dunkel“, zitiert Berkner einen alten Bergmannsspruch. So sei im Bereich Bergbausanierung immer wieder auch mit unangenehmen Überraschungen zu rechnen. „Die absolute Sicherheit gibt es nicht.“ Der jüngste Erdrutsch im sachsen-anhaltischen Nachterstedt habe gezeigt, dass alles, was dort gemacht wurde, nicht funktioniert hat, so der Planungsstellen-Chef. Berkner äußerte zugleich Verständnis für die Besorgnisse des Bundes nach den negativen Erfahrungen mit der Steinkohlesanierung im Ruhrgebiet. Im Einzelfall – Beispiel Teersee Rositz im Altenburger Land – könne es auch in Mitteldeutschland solche unangenehmen Überraschungen geben, im allgemeinen jedoch nicht. „Es wird aber kein Fass ohne Boden werden.“

Eine aktuelle Studie „Sozioökonomische Effekte der Braunkohlesanierung“ des Berliner Instituts für Sozialforschung stützt das: Die Effekte der Braunkohlesanierung kämen der gesamten Region Leipzig zugute.

Roland Herold

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