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Stadtpolitik So viel Geld sollen Leipzigs Kulturbetriebe künftig bekommen
Leipzig Stadtpolitik So viel Geld sollen Leipzigs Kulturbetriebe künftig bekommen
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14:18 10.10.2019
Leipzigs Eigenbetriebe Kultur sollen mehr Geld bekommen. Die Zuschüsse für Oper, Gewandhaus und Schauspiel Leipzig (von links) steigen bis 2024 um mehrere Millionen Euro. Quelle: Volkmar Heinz / dpa
Leipzig

Die großen Konzert- und Theaterhäuser in Leipzig können künftig mit deutlich mehr Geld von der Stadt rechnen. In den kommenden fünf Jahren ist geplant, die Zuschüsse für die Kultureigenbetriebe schrittweise um 13,4 Millionen Euro zu erhöhen. Bis 2024 soll die Förderung damit auf insgesamt 111,1 Millionen Euro im Jahr steigen. So sieht es eine Vorlage aus dem Kulturdezernat vor, über die der Stadtrat noch entscheiden muss.

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) verweist als Grund für die Mehrausgaben insbesondere auf steigende Personalkosten durch kommende Tarifabschlüsse. „Ich bin sehr stolz, dass die Stadt Leipzig über die finanzielle Möglichkeit verfügt, die Tarifsteigerungen der Eigenbetriebe Kultur auch in Zukunft vollständig ausgleichen zu können“, so Jennicke. Zu den Eigenbetrieben gehören die Oper mit der Musikalischen Komödie (MuKo), das Gewandhaus, das Schauspiel, das Theater der Jungen Welt (TdJW) und die Musikschule „Johann Sebastian Bach“.

5,7 Millionen Euro mehr für Oper und Muko

Als weitere Gründe für die Erhöhung der Zuschüsse führt die Kulturdezernentin steigende Sachkosten, strukturelle Mehrbedarfe sowie Stellenaufstockungen an. Auch Bau- und Instandhaltungsarbeiten sowie die bevorstehenden Intendantenwechsel am TdJW (2020) und an der Oper (2022) verursachen zusätzliche Ausgaben. 2020 läuft die bisherige Förderregelung aus dem Jahr 2015 aus. Daher sollen nun neue Vorgaben für die nächsten beiden Doppelhaushalte festgelegt werden.

Bislang war geplant, dass die Hochkultureinrichtungen im Jahr 2020 rund 97,7 Millionen Euro erhalten. Die Subventionierung soll dann aber bereits auf 99,2 Millionen Euro angehoben werden. Das meiste Geld fließt an die Oper einschließlich der MuKo, die derzeit umgebaut wird – vorgesehen sind 52,8 Millionen Euro im kommenden Jahr und 57,6 Millionen Euro bis 2024. Das ist ein Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem ursprünglichen Haushaltsplan, der 51,9 Millionen Euro (2020) vorsah.

Klassik Airleben und Gewandhaus-Chor in Gefahr

Deutlich besser ausgestattet als bisher wird die unter Raumnot leidende Musikschule, die perspektivisch 39 Prozent mehr Geld bekommen soll. Damit soll unter anderem ein „Rechenfehler“ ausgeglichen werden, durch den Tariferhöhungen ab 2018 nicht vollständig berücksichtigt wurden. Von 4,4 Millionen steigt der Zuschuss laut Vorlage auf 6,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Anteilig gesehen folgen dahinter das TdJW mit 29 Prozent Zuwachs vor dem Gewandhaus (17 Prozent).

Das Konzerthaus am Augustusplatz soll statt 20,3 künftig 23,8 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Ohne das zusätzliche Geld könne unter anderem das Open-Air-Event Klassik Airleben im Rosental ab 2021 nicht mehr durchgeführt werden und auch der Chorbereich des Gewandhauses müsste 2022 eingestellt werden, heißt es aus dem Rathaus. Dies würde letztlich auch zum Abspringen von Sponsoren führen.

Tickets künftig mit bis zu 388 Euro subventioniert

Bei der Förderung pro Ticket gibt es zwischen den einzelnen Häusern große Unterschiede. Am stärksten wird jedes Ticket im Schauspiel subventioniert. Mit umgerechnet 388 Euro finanziert die Stadt 2024 jede Eintrittskarte mit. Die LVZ-Berechnungen beziehen sich dabei auf die aktuellsten Besucherzahlen auf der Hauptbühne ohne Fremdveranstaltungen (2018: 46.435). Bislang sind es am Theaterhaus 363 Euro pro Ticket. Werden Nebenspielstätten wie Diskothek, Residenz, Sommertheater und verschiedene Außenspielstätten in der Stadt mit einbezogen, kommt das Schauspiel künftig auf 264 Euro (2020: 247 Euro). Oper und MuKo werden laut der Berechnung künftig mit 298 Euro pro Ticket unterstützt. Deutlich weniger Zuschüsse pro Besucher sind es beim Gewandhaus (115 Euro) und dem TdJW (102 Euro).

Durch die zusätzliche Finanzausstattung soll es den Kulturbetrieben ermöglicht werden „ihr künstlerisches Leistungsspektrum auf dem bekannt hohen und überregional geschätzten Niveau zu halten und weiter zu entwickeln, gleichzeitig aber bestehende oder zu findende wirtschaftliche Synergien zu nutzen“, heißt es aus dem Kulturdezernat. Spätestens im Jahr 2023 soll eine Evaluierung stattfinden. Die Ratsversammlung wird voraussichtlich am 19. November über die Pläne entscheiden.

Hinweis: Zur besseren Vergleichbarkeit der Ticket-Subventionen wurde für das Schauspiel Leipzig eine Berechnung mit Nebenspielstätten im Text ergänzt. Die Grafik bezieht sich weiterhin nur auf die Hauptbühnen der jeweiligen Häuser (ohne Fremdveranstaltungen und Gastspiele).

Von Robert Nößler

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