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Stadtpolitik Stadt Leipzig plant mehr Unterstützung für Kreative – Asylunterkünfte bald Ateliers?
Leipzig Stadtpolitik Stadt Leipzig plant mehr Unterstützung für Kreative – Asylunterkünfte bald Ateliers?
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15:46 26.07.2017
Das Westwerk in Leipzig.
Das Westwerk in Leipzig. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Die Stadt Leipzig will ausgediente Flüchtlingsunterkünfte als Proberäume oder Ateliers nutzen lassen. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Ratsversammlung zur Förderung von Kreativschaffenden in der Messestadt hervor. Das Kulturamt prüfe aktuell, ob die Zwischennutzung bereits angemieteter Objekte möglich sei, heißt es darin.

Die Maßnahmen, die Ende August beschlossen werden sollen, gehen auf einen Vorschlag der Grünen zurück. Ursprünglich hatte deren Stadtrats-Fraktion vorgeschlagen, Arbeitsumfeld und -bedingungen für Kreativschaffende zu verbessern.

Wachsende Kreativszene

Als Begründung brachte die Fraktion an, dass zum dynamischen Wachstum und der Attraktivität Leipzigs „auch maßgeblich die lebendige Kreativwirtschaft“ beitrage. „Die Möglichkeiten, kreative Freiräume neu zu schaffen, sind vielfältig“, heißt es im Antrag der Grünen-Fraktion. „Unterstützende Maßnahmen können und sollten dies auch sein.“

Tatsächlich ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Kreativsektor laut Leipziger Amt für Statistik und Wahlen zwischen 2005 und 2016 um mehr als 25 Prozent gestiegen. Mit dem für die Messestadt prognostizierten Wachstum würde demnach auch die Zahl der Kulturschaffenden weiter steigen – und eine bessere Förderung notwendig, so die Grünen.

Mehr Räumlichkeiten

Laut Stadt gibt es bereits Fördermöglichkeiten und Unterstützung, unter anderem durch den Verein „Kreatives Leipzig“ als Branchenvertretung oder einer Arbeitsgruppe aus Kulturamt, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung. Diese sollen jedoch ausgebaut werden.

Neben der Prüfung von leerstehenden Asylunterkünften und der Unterstützung Suchender durch den Bund Bildender Künstler Leipzig (BBKL) soll der Immobilienservice Immosis um einen Leerstandsmelder für Kreativschaffende erweitert werden. Immosis ist eine Plattform für Gewerbeflächen, angeboten von einer Gesellschaft der Stadt Leipzig, der IHK zu Leipzig sowie der Landkreise Nordsachsen und Leipzig. Eigentümer könnten dort zukünftig Immobilien eigenständig in die Datenbank einpflegen und anbieten. Eine komplett neue Börse sei damit nicht notwendig.

Zudem würden Kulturschaffende in der Messestadt auch in anderen Bereichen von Einrichtungen wie dem BBKL oder dem Verein „Kreatives Leipzig“ unterstützt. Finanziell profitierten Kreative vom Mittelstandsförderprogramm, heißt es seitens der Stadt.

Von Josephine Heinze