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Stadtpolitik Stadt soll Konzept für mehr kleinere Geschäfte in der City vorlegen
Leipzig Stadtpolitik Stadt soll Konzept für mehr kleinere Geschäfte in der City vorlegen
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11:02 24.04.2019
Die Einkaufsmöglichkeiten in der Leipziger Innenstadt sind vielfältig. Es gibt aber auch Leerstand. Stadträte machen sich Sorgen, wie sie wieder mehr kleinere Händler in die City bekommen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Leipzig hat zwar nach wie vor eine tolle Innenstadt. Gaststätten und Kulturangebote gibt es auf hohem Niveau. Doch obwohl die meisten Besucher offenbar begeistert sind und die Stadt jede Woche tausende Menschen auch zum Einkaufen anlockt, stehen immer wieder Läden leer. Etwa in den Passagen. Und der sechste Drogeriemarkt lockt wohl niemanden mehr. Die Leerstandquote steigt, die Vielfalt schwächelt, Handelsketten bestimmen das Bild, einige Passagen und Straßen bedürfen dringend einer Aufwertung. Meint zumindest die SPD, die sich um die Einzelhandelsvielfalt in der Innenstadt und auf den Magistralen sorgt und eine Initiative im Stadtrat startete.

„Das ist ein seit Jahren schleichender und langsamer Prozess, dem wir entgegenwirken müssen“, sagt Andreas Geisler (SPD). Die Verwaltung solle daher alle relevanten Akteure ins Boot holen und ein Konzept, eine Vision für die Innenstadt sowie die Magistralen entwickeln. Geisler: „Eine Gründerinitiative wäre eine tolle Idee, aber auch die Einrichtung von Läden, wo Konzepte oder Produkte ausgetestet werden können, ohne lange Mietverträge und teure Einrichtungen zu kaufen.“ Er fordert die Stadträte auf, etwas innezuhalten und „über unser Einkaufsverhalten nachzudenken, bevor wir immer mehr online bestellen.“

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Wirtschaftsförderung soll aktiv werden

Wie realistisch ist das? „Wir sind nicht die Eigentümer der Ladenzeilen. Die Schließung von Karstadt konnten wir nicht verhindern“, entgegnet Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft. „Das ist ein großer Verlust für die City, der mich weiter betrübt.“ Dennoch sei es richtig, darüber nachzudenken, wie kleinere Händler und kleinere Gewerbe in der City gestärkt werden könnten.

Die SPD habe „viele Jahre im Stadtrat mitgetragen, dass sich die großen Ketten verbreiten. Da muss ich mich doch schon wundern, wenn nun so ein Antrag kommt“, wirft Christian Kriegel (AfD) den Sozialdemokraten vor. „Hier ist das Wirtschaftsdezernat gefragt.“

Sabine Heymann (CDU): „Wo neu gebaut wird, können wir schon dafür sorgen, dass kleinere Geschäfte als Mieter eine Chance bekommen.“ Ansonsten könnte die Wirtschaftsförderung dabei helfen, die Immobilienbesitzer zusammenzubringen, Zwischennutzungen zu finden und beispielsweise optisch die leeren Schaufenster zu verschönern.

„Wirtschaftsfreundlichkeit beweist sich durch tägliches Handeln“, so Naomi-Pia Witte (FDP).

Akteure sollen an einen Tisch

Bis Ende des zweiten Quartals kommenden Jahres soll nun ein Konzept vorliegen, wie in der Innenstadt und an den Magistralen die Einzelhandelsvielfalt durch kleine Läden erhöht und damit Leerstand und Monotonie vermieden werden kann. So hat es nun der Stadtrat beschlossen. Das Konzept soll mit Akteuren wie dem Verein City Leipzig Marketing, der Industrie- und Handelskammer, Leipzig Tourismus und Marketing, Forschungseinrichtungen sowie Immobilieneigentümern abgestimmt werden. Begleitet wird die Erarbeitung des Konzeptes von einem externen Berater. Dazu wird sogar ein Etat von rund 30 000 Euro bereitgestellt.

Von Mathias Orbeck