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Stadtpolitik Stadtrat lehnt Helmut-Kohl-Platz ab
Leipzig Stadtpolitik Stadtrat lehnt Helmut-Kohl-Platz ab
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16:42 19.04.2019
Der Eingangsbereich zur Neue Messe. Quelle: privat
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Leipzig

Der Stadtrat hat es überraschend abgelehnt, einen Platz nach Helmut Kohl (1930–2017) zu benennen. Vorgesehen war dafür die 34 000 Quadratmeter große Fläche vor dem Haupteingang zur Neuen Messe. Die CDU hatte eine Ehrung des früheren Bundeskanzler beantragt. Der Platz war ausgesucht worden, weil die damalige Bundesregierung unter Kohls Leitung den Bau der Neuen Messe erheblich gefördert hat. 23 Stadträte waren dagegen, 21 dafür, fünf enthielten sich der Stimme. Eine Debatte gab es allerdings nicht.

CDU nennt Ablehnung „peinlich“

“Es ist peinlich für die Stadträte, die das Andenken an Helmut Kohl nicht in Leipzig haben wollen“, sagte CDU-Stadtrat Michael Weickert. Einerseits sei die Würdigung Kohls schon beschlossen gewesen. Am Donnerstag ging nur noch um den konkreten Platz. Weickert: „Dass dies jetzt ohne Debatte und Widerspruch abgelehnt wurde, wird dem Kanzler der Einheit nicht gerecht.“ Die CDU will das Thema allerdings nicht zu den Akten legen. Geplant ist, eine neue Initiative im Stadtrat zu starten.

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Weitere neue Straßennamen gingen hingegen einstimmig durch. So wird ein Abschnitt zwischen der Nonnenmühlgasse und der Dimitroffstraße an die katholische Ordensschwester Ruth Pfau erinnern. Außerdem soll ein Straßenabschnitt der Spinnereistraße nach dem brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer benannt werden, der 2012 verstarb.

Von Mathias Orbeck