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Stadtpolitik Umweltbund Ökolöwe fordert 365-Euro-Ticket für die Straßenbahn
Leipzig Stadtpolitik Umweltbund Ökolöwe fordert 365-Euro-Ticket für die Straßenbahn
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16:36 19.02.2019
Ein attraktiverer Nahverkehr: Der Umweltbund Ökolöwe wirbt für das 365-Euro-Ticket. Quelle: André Kempner
Leipzig

Für einen Euro pro Tag in Leipzig Bus und Bahn fahren. Klingt gut, ist derzeit aber wohl unrealistisch. Doch in Wien gibt es das schon. Leipzig, so forderte am Dienstag der Umweltbund Ökolöwe, muss Pilotregion für vorbildlichen Nahverkehr in Sachsen und Deutschland werden. Ganz nach Wiener Modell. Auch, damit die Stadt nicht im Verkehr „erstickt“.

„Wir brauchen endlich einen attraktiven Nahverkehr zu erschwinglichen Preisen. Mit dem 365-Euro-Jahresticket können wir für einen Euro am Tag durch die ganze Stadt fahren“, sagt Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen. „Leipzig muss beim Thema Verkehrswende endlich vorankommen. Ein günstiges Jahresticket ist ein wichtiger und machbarer Schritt.“ Auch die Leipziger SPD hatte dies in ihr Programm für die Kommunalwahl am 26. Mai aufgenommen. Wohlwissend, dass dies ohne Unterstützung des Bundes und des Freistaates Sachsen finanziell nicht zu stemmen ist.

Umweltbund setzt auf Kohle-Strukturfonds

Die Ökolöwen haben nun einen Vorschlag, wie die für eine auskömmliche Finanzierung nötigen Kommunal-, Landes- und Bundesmittel beschafft werden können. „Das 365-Jahresticket könnte beispielsweise als Förderschwerpunkt für den Strukturfonds der Kohlekommission oder das Sofortprogramm für saubere Luft der Bundesregierung eingeführt werden“, heißt es in einem Appell, den sie an Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) richten. „Die Einführung des 365-Euro-Jahrestickets wird auch in anderen deutschen Städten vorbereitet. Das zeigt uns, dass die Zeit dafür mehr als reif ist.“ Auf der Homepage des Vereins können Mitstreiter ihre Unterstützung kundtun.

Vorbild des Modells ist Wien

In Österreichs Hauptstadt wurde das 365-Euro-Ticket Mitte 2012 eingeführt. „Inzwischen gibt es in Wien mehr Jahreskartenbesitzer als zugelassene PKW“, erläutert Supplies. Mit der Einführung des Tickets ist die Anzahl der verkauften Jahreskarten sprunghaft angestiegen von einst 370.000 Jahres-Abonnenten auf über 800.000. Inzwischen macht der Nahverkehr in Wien einen Anteil von 38 Prozent am Verkehrsmix aus. Davon ist Leipzig mit 18 Prozent weit entfernt.

SPD freut sich über Unterstützung des Ökolöwen

Leipziger SPD begrüßt den Vorstoß und die Unterstützung durch den Umweltbund. „Wir wollen den ÖPNV in Leipzig attraktiver zu machen und mehr Menschen durch positive Anreize zum Umstieg auf Bus und Bahn animieren. Die Einwohnerzahl wächst und mit ihr die in unserer Stadt zugelassenen Kraftfahrzeuge.“, konstatiert SPD-Stadtverbandschef Holger Mann die Entwicklung der letzten Jahre . Die Leipziger Sozialdemokratie wirbt hierfür um Unterstützung von Bund und Land. „Bund und Land müssen deutlich mehr Fördermittel für eine Verkehrswende bereitstellen und sind in der Pflicht den ÖPNV als Teil eines aktiven Klimaschutzprogramms zu stärken. Hierzu gehört neben der finanziellen Förderung, der Ausbau der Infrastruktur des ÖPNV, weil die LVB durch die Einführung eines solchen Jahrestickets sehr schnell an seine Belastungsgrenze stoßen würde“, so Christopher Zenker, der Chef der SPD-Stadtratsfraktion.

Von Mathias Orbeck

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