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Stadtpolitik Waldstraßenviertel: Grüne demonstrieren wieder für Radspur
Leipzig Stadtpolitik Waldstraßenviertel: Grüne demonstrieren wieder für Radspur
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18:53 15.07.2019
Christin Melcher (vorn) und drei weitere Leipziger Grüne zeigen, wie sie sich eine Verkehrslösung vorstellen: eine Spur für Radfahrer, eine für Autofahrer. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Grünen machen die innere Jahnallee jetzt auch zum Thema ihres Landtagswahlkampfes. „Wir wollen zeigen, wie eine andere Verkehrspolitik aussehen sollte“, erklärte am Montag die Landesvorstandssprecherin und Landtagskandidatin Christin Melcher vor Ort. „Die Verkehrspolitik ist eines unserer Hauptthemen im Wahlkampf.“

Hupende Autofahrer und Stinke-Finger

Für diese Botschaft hatte die Stadtverwaltung vier Stunden lang eine der beiden stadtauswärtigen Fahrspuren für den Autoverkehr gesperrt – zum ersten Mal auf der kompletten Länge von der Leibnizstraße bis zum Waldplatz. An der Kreuzung Leibnizstraße spielten sich daraufhin abenteuerliche Szenen ab: Autos, die auf zwei Spuren vom Ranstädter Steinweg anrollten, versuchten sich auf der Kreuzung in die eine verbliebene Spur einzufädeln, es kam mehrfach zu Beinahe-Unfällen und zu Fast-Kollisionen mit der Straßenbahn, die dort in der Fahrbahnmitte verkehrt. Als die vier grünen Wahlkämpfer auf der für sie gesperrten Spur für Kameras und Mikrofonen posierten, hupten Autofahrer und zeigten Stinke-Finger. Man werde trotzdem weiterhin jeden Monat diese Aktion wiederholen, kündigte die studierte Philosophin und Logistikerin Melcher an. Wie berichtet, kommt es in der gesamten Jahnallee immer wieder zu schweren Unfällen zwischen Radlern und Autofahrern. Ein Verkehrscheck von LVZ und ADFC hatte vor kurzem einige Tücken aufgedeckt.

Händler: Wir brauchen Spur für Lieferfahrzeuge und als Kundenparkplätze

Händler an der Straße reagierten auf die angekündigte Fortsetzung der Aktionen mit Kopfschütteln. „Wir wissen dass wir gegen den Zeitgeist ankämpfen, aber wir brauchen die Fahrspur für unsere Anlieferfahrzeuge und als Stellplätze für unsere Kunden“, erklärte Anne-Kathrin Habermann von der „Einhorn-Apotheke“. „Dass die Parkplätze verschwunden sind, bekommt uns allen überhaupt nicht gut. Hier denkt jeder darüber nach, wie es künftig noch weitergehen kann.“ Jeder Händler in der inneren Jahnallee habe schließlich auch noch andere Probleme wie steigende Ladenmieten oder die Konkurrenz im Internet. „In anderen Städten gibt es bereits das Problem der verödenden Innenstädte. Auch Leipzig wird sich mit diesem Thema bald in der inneren Jahnallee auseinandersetzen müssen, wenn nicht bald mehr an die Händler gedacht wird“, so die Apothekerin.

Die Grünen stehen im engen Kontakt mit der Stadtverwaltung. Sie wussten zu berichten, dass dort derzeit erwogen wird, in der inneren Jahnallee auf einem Teilabschnitt der stadteinwärtigen Fahrspuren einen Radstreifen anzulegen. Dieser könnte dann über die Kreuzung Thomasiusstraße bis hinter die dortige Straßenbahnhaltestelle verlängert werden, hieß es.

Von Andreas Tappert

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