Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Was kostet Leipzig das 365-Euro-Ticket?
Leipzig Stadtpolitik Was kostet Leipzig das 365-Euro-Ticket?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:52 19.04.2019
Die Debatte um ein 365-Euro-Ticket läuft. Die FDP fordert klare Aussagen zu den Kosten, die zusätzlich auf die Stadt zukommen würden. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Die Diskussion um die Einführung eines 365-Euro-Tickets in Leipzig läuft. Damit soll es möglich sein, für einen Euro pro Tag den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Vorbild ist das „Wiener Modell“. Der Stadtrat entscheidet im Mai, ob bis Ende 2019 ein Konzept erstellt wird, das Wege für die Einführung aufzeigen soll. Die Linken haben dies so beantragt. Die Freibeuter wollten bereits auf der Tagung am Donnerstag wissen, welche Kosten auf die Stadt zukommen, um viele Millionen der Zuschuss an die Leipziger Verkehrsbetriebe erhöht werden müsste.

„Das ist ein äußerst komplexer Eingriff in die Preisstruktur“, sagte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Belastbare Zahlen könne sie derzeit allerdings nicht liefern. Das „Wiener Modell“ profitiere davon, dass die Betriebe eine Art „Nahverkehrsabgabe“ an die Kommune zahlen. Dafür gebe es in Deutschland jedoch keine rechtliche Grundlage.

FDP fordert Ende der Debatte um 365-Euro-Ticket

Sven Morlok (FDP) hat der Baubürgermeisterin daraufhin vorgeworfen, die Ahnungslose zu mimen. Erst auf Nachfrage habe sie die Zahl von 110 000 Abokunden und den zu erwartenden Einnahmenausfall von 20 bis 30 Millionen Euro bestätigt, wenn alle Abokunden auf das erheblich günstigere Ticket umsteigen. Morlok: „Es ist völlig inakzeptabel 20 bis 30 Millionen Euro zu verschenken, ohne dass die LVB auch nur einen zusätzlichen Fahrgast gewinnt.“ Die FDP fordert ein Ende der Debatte um die Einführung eines 365-Euro-Tickets.

Morlok: Vor der Wahl Farbe bekennen

„Auf Grundlage des im September 2018 einstimmig gefassten Stadtratsbeschlusses haben die Stadt Leipzig und die Leipziger Verkehrsbetriebe mit der Planung von Verkehrsprojekten zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsszenarios begonnen“, so der FDP-Politiker. Angesichts der öffentlich geführten Diskussion über ein 365-Euro-Ticket entstehe der Eindruck, dass das Szenario als Planungsgrundlage nicht mehr mehrheitsfähig sein könnte. „Der Stadtrat muss noch vor der Wahl Farbe bekennen.“

7000 Leipziger haben für das Ticket unterschrieben

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) kündigte an, dass die Verwaltung bereits an einem Standpunkt zum Antrag der Linken arbeite. „Wir werden das sehr ausführlich diskutieren.“

Bisher haben mehr als 7000 Leipziger für das günstige 365-Euro-Jahresticket unterschrieben – sie sind einer Initiative des Leipziger Umweltbundes Ökolöwe gefolgt. Dieser rechnet damit, in den nächsten Wochen 10 000 Unterschriften zu bekommen.

Von Mathias Orbeck

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das war knapp: Die Mehrheit des Stadtrates hat einen Vorschlag abgelehnt, den Eingangsbereich zur Neuen Messe Helmut-Kohl-Platz zu nennen.

19.04.2019

Leipzig richtet für die anstehenden Kommunal und Europawahlen zusätzliche Wahllokale ein. Da die Messestadt wächst und immer mehr Menschen in der Stadt leben, sah sich die Stadt zu diesem Schritt veranlasst, argumentiert das Wahlamt.

18.04.2019

Die Jahnallee bleibt in Bewegung: Der Stadtrat will zwar das Parkverbot dort beibehalten, aber den Radverkehr künftig durch die Gustav-Adolf-Straße leiten.

18.04.2019