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Stadtpolitik Wohnungslose am Hauptbahnhof – Stadt will Hilfsangebote verbessern
Leipzig Stadtpolitik Wohnungslose am Hauptbahnhof – Stadt will Hilfsangebote verbessern
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06:01 28.06.2019
Alltag am Hauptbahnhof: Neben Passanten und Reisenden treffen sich dort auch Wohnungslose. Die Linken fordern ein Konzept für „Soziale Lösungen statt Verdrängung“. Quelle: André Kempner
Leipzig

Sie sitzen vor den Haupteingängen und trinken Bier, fragen Passanten nach Geld oder verrichten ihr Geschäft an den Mauern der Gebäude. Dieses Bild gehört zum Alltag an vielen Bahnhöfen in Deutschland. Auch in Leipzig, wo die Zahl wohnungsloser Personen im Umfeld des Hauptbahnhofes in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Die Situation hat sich zwar scheinbar in den letzten Monaten etwas entspannt. Eben weil das Centermanagement für ein sauberes Umfeld sorgt. „Es reicht aber nicht, die Probleme auszusitzen oder Menschen mit klassischer Musik zu beschallen“, sagt Juliane Nagel (Linke). Ihre Partei hat im Stadtrat initiiert, dass die Verwaltung ein Konzept zur Verbesserung der Situation am Bahnhof erarbeitet. „Soziale Lösungen statt Verdrängung“ ist das überschrieben. Die Idee für diesen Antrag entstand nach einem Gespräch zwischen der Linksfraktion und Vertretern von ECE Centermanagement, Deutsche Bahn und Bundespolizei im vergangenen Herbst. Nagel: „Da waren wir uns einig: Die restriktive Verdrängung von Menschen aus dem Bahnhofsumfeld wird die sozialen Probleme nicht lösen!“

„Toilette für alle“ wird geprüft

Der Plan soll auf Wunsch der Linken verschiedene Punkte umfassen: Dazu gehört die Einrichtung eines Anlaufpunktes für Wohnungslose und andere prekär lebende Menschen mit Möglichkeiten zum Waschen, Aufenthalt und Beratung sowie auch Notschlafmöglichkeiten sowie die Errichtung von kostenfreien Toiletten. Besonders das WC ist den Linken wichtig: „Was in Städten wie Hamburg möglich ist, muss auch in Leipzig umsetzbar sein und es nutzt allen, nicht allein armen, wohnungslosen Menschen“, so die Landtagsabgeordnete. Tim Elschner (Grüne) unterstützt die Initiative. „Für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen oder auch ältere Pflegebedürftige sind bisherige Behindertentoiletten oft ungeeignet.“ Die Grünen haben vorgeschlagen, im direkten Umfeld des Hauptbahnhofes eine „Toilette für alle“ zu errichten. Das könnte ein Erweiterungsbau am LVB-Mobilitätszentrum sein, hieß es. Die Stadtverwaltung soll dies gemeinsam mit den Leipziger Verkehrsbetrieben prüfen. Gefördert werden kann dies von der „Stiftung Leben pur“, mit der die Stadtverwaltung nun Kontakt aufnehmen soll.

Stadt will Bahnhofsmission stärken

Die Verwaltung hat zwar noch keinen Plan vorgelegt: Sie will aber die Versorgung wohnungsloser Menschen in der Bahnhofsmission ausbauen. Deren Arbeit wird durch die Stadt gefördert. Die Bahnhofsmission, die auch von ehrenamtlichen Helfern unterstützt wird, könnte mehr als „Mittler“ fungieren, hieß es. Künftig sollen die Betroffenen in Krisensituationen persönliche Hilfe erhalten und zur Nutzung des existierenden Hilfesystems, insbesondere der Tagestreffs und Notschlafstellen, motiviert werden. Eine soziale Betreuung sowie die Ausgabe alkoholfreier Getränke werde gewährleistet. Um das zu finanzieren, hat der Stadtrat für dieses Jahr zusätzlich 30 000 Euro, für 2020 dann 60 000 Euro bewilligt. Darüber hinaus stellt die Stadt Gewährleistungswohnungen bereit, die aber von Betroffenen kaum angenommen werden. „Das Übernachtungshaus Rückmarsdorfer Straße wird in absehbarer Zeit saniert. Dort werden zusätzliche Plätze geschaffen“, kündigt Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) an. Dann gebe es ausreichend Plätze in Notschlafstellen, um obdachlosen Menschen kurzfristig zu helfen.“

Von Mathias Orbeck

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