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Kommunalwahl CDU und SPD verlieren deutlich, AfD kommt auf 15,2 Prozent
Leipzig Wahl Kommunalwahl CDU und SPD verlieren deutlich, AfD kommt auf 15,2 Prozent
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09:25 27.05.2019
Die Wahllokale in Markkleeberg waren gut besucht. Quelle: Andre Kempner
Markkleeberg

Eigentlich hatte die SPD zur „Wahlparty“ in den Ratskeller des Rathauses eingeladen, doch waren schließlich Vertreter aller Parteien gekommen, um das Auszählen und die Wahlberichterstattung im Fernsehen gemeinsam hautnah zu erleben.

Und sie rückten zusammen, nicht nur, weil es im Gastraum eng wurde, sondern weil der Schock über die Ergebnisse der Europawahl alle tief getroffen hatte. „Das Resultat ist verheerend“, sagte Sebastian Bothe von der SPD. Damit meinte er nicht nur die Verluste seiner Partei, sondern vor allem die Zugewinne der AfD.

„Meine größte Sorge ist, dass sich die bundesweite Tendenz bei uns fortsetzt.“ Kommunalwahlen seien normalerweise Personenwahlen. Man stimme für die Menschen, die man kennt und von denen man weiß, dass sie sich für die Stadt einsetzen. Seine Befürchtung treibt alle um, war aber bis zum Redaktionsschluss noch nicht mit Zahlen zu belegen.

CDU-Spitzenkandidat Oliver Fritzsche blickte ebenso wie Kreistagskandidat Christian Funke ratlos auf die Tabelle der Europawahl, die frühzeitig an einer Tafel vor dem großen Lindensaal aushing. „Wir wissen nicht einmal, was die Leute zu diesem Wahlverhalten veranlasst“, sagten Fritzsche und Funke. „Viele sind unzufrieden, aber wenn man nachfragt, warum oder womit, kommt keine Antwort.“

Die Stimmung war gedrückt. Nicht einmal Joachim Schruth, Fraktionsvorsitzender der Grünen, zauberte das gute europaweite Abschneiden seiner Partei ein Lächeln ins Gesicht. Im Gegenteil. „Das Ergebnis der AfD ist erschreckend“, sagte auch er, während Sven Giegold, Spitzenkandidat von Bündnis 90 /Die Grünen für die Europawahl, mit einem jubelnden „Sunday für Future“ über die Mattscheibe flimmerte.

Und noch bevor die ersten lokalen Zahle auf dem Tisch lagen, waren sich alle einig: „Wir müssen uns jetzt zusammenraufen.“ Das betonte auch Rosemarie Jahn von den Linken.

Lange nach Mitternacht bestätigte sich das Debakel für die Volksparteien. Im amtlichen Endergebnis kommt die CDU auf 25,7 Prozent und verliert damit 8,4 Prozent. Die SPD als zweitstärkste Kraft verliert 9,4 Prozent, verbucht am Ende 23,8 Prozent. Die Linke verliert mit 12 Prozent leicht, die Grünen gewinnen und erreichen 15,8 Prozent. Auch die FDP legt mit 7,5 Prozent leicht zu. Die AfD mit Spitzenkandidatin Elke Gärtner verbucht 15,2 Prozent und zieht damit in den Stadtrat ein.

Gislinde Redepenning

Von Gislinde Redepenning

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