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Kommunalwahl Abstimmung über die EU-Politik lockt viele Leipziger an die Wahlurnen
Leipzig Wahl Kommunalwahl Abstimmung über die EU-Politik lockt viele Leipziger an die Wahlurnen
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17:48 26.05.2019
Die Großfamilie Lehmann beim Picknick im Clara-Zetkin-Park. Birgit Lehmann (2. von rechts) hat schon gewählt, André Lehmann (links) will es noch tun. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Im Lindenthaler Wahllokal gibt es am Vormittag noch lange Schlangen und Wartezeiten, jetzt – zur Mittagszeit – geht es schneller. Doch die Wahlkabinen sind trotzdem komplett besetzt und ständig stoßen neue Wähler hinzu.

Gerade kommt Jonas Peters aus dem Wahllokal. Er sei für ein gemeinsames Europa wählen gegangen, verrät der 21-jährige Azubi. „Und damit das Bildungssystem besser wird. Es gibt viel zu wenig Lehrer in Sachsen.“ Mit ihm verlässt eine ältere Lindenthalerin das Wahllokal. „Ich will nichts gegen Ausländer sagen, aber wir haben jetzt genug von ihnen“, sagt die 78-Jährige, die nur ihren Vornamen Renate preis gibt. „Das muss mal gestoppt werden.“

Am Sonntag wird in Leipzig ein neuer Stadtrat gewählt. Auch die Stimmen für die Europawahl können die Wahlberechtigten in der Messestadt abgeben. Vielerorts gab es großen Andrang.

Ansturm in der Leipziger Innenstadt

Auch das Innenstadt-Wahllokal an der Markgrafenstraße hat gegen 13 Uhr seinen ersten Wähler-Ansturm hinter sich. „Bei uns war gerade ein obdachloser Wähler, der keinen Wohnsitz hat“, erzählt dort Ulrike Veit, stellvertretende Leiterin des Wahllokals. Neben ihr steht Frank Kabitschke. „Ich bin hier, damit mehr für die Umwelt, fürs Klima und für das Soziale getan wird“, so der 48-Jährige.

Auch die 35-jährige Claudia Karlsen hat schon gewählt. Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, verrät sie. „Die großen Volksparteien nähern sich immer mehr an. Aber ich finde es gut, wie Deutschland gesteuert wird. Mir ist der Klimaschutz wichtig, wir müssen auch an die nächste Generation denken.“

Vor dem Wahllokal verteilt der Gohliser Max Laube Flyer für das Krystallpalast Varieté. „Ich habe gewählt, weil ich die Flüchtlingspolitik von Frau Merkel nicht gut finde“, so der 65-Jährige. „Sie hat sich übernommen und neben richtigen Flüchtlingen zu viele Kriminelle hereingelassen, die Deutschland als ihre Beute betrachten.“

Klima und Asyl als wichtige Themen

In der Südvorstadt sind die Wahllokale in der nagelneuen Gerda-Taro-Schule gut frequentiert. „Ich will mit meiner Stimme den europäischen Zusammenhalt stärken“, schildert dort der 31-jährige Sascha Bürger. „Ich will auch, dass Leipzig seine Kitas, Schulen und Verkehrsinfrastruktur weiter ausbaut.“

Nach ihm kommt eine 92-jährige Südvorstädterin aus dem Wahllokal. Sie will mit ihren abgegebenen Stimmen die Bürokratie verringern und die Bildungspolitik verbessern, sagt die Seniorin. Im benachbarten Clarapark sind die Wiesen mit Sonnenhungrigen belegt. Die Meinungen gehen auseinander. In der Asylpolitik würden die dümmsten Fehler gemacht, heißt es auf einer Decke. Ihre Namen nennen wollen die Kritiker nicht nennen.

Idylle herrscht dagegen auf den Decken, die die Großfamilie Lehmann ausgelegt hat. Sie sei wählen gewesen, weil ihr das Klima wichtig ist, meint dort die 62-jährige Birgit Lehmann. Und der 41-jährige André Lehmann ergänzt, dass es ihm neben dem Umweltschutz auch auf mehr Generationengerechtigkeit ankommt.

Von Andreas Tappert

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