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Kommunalwahl Radunfälle in Leipzig: Piratin fordert Neuordnung der Kreuzungen
Leipzig Wahl Kommunalwahl Radunfälle in Leipzig: Piratin fordert Neuordnung der Kreuzungen
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21:22 25.05.2019
Bei dem Unfall am vergangenen Mittwoch auf der Jahn-Allee fuhr ein LKW über den Fahrradweg und erfasste dabei die Radfahrerin. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Nach dem tödlichen Radunfall am vergangenen Mittwoch in Leipzig hat die Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) Stadtverwaltung und Oberbürgermeister dazu aufgefordert, per Eilentscheidung die gefährlichsten Straßenkreuzungen in Leipzig in sogenannte „Alle-gehen-Kreuzungen“ zu verwandeln. Damit sollen Unfallschwerpunkte mit Gefahren für Radfahrer und Fußgänger wirksam entschärft werden.

„Alle-gehen-Kreuzungen“ sind vor allem aus Japan, USA und Neuseeland bekannt, zum Teil gibt es sie aber auch in Deutschland. Sie verfügen neben den üblichen Querungen über zusätzliche Diagonalwege direkt durch die Mitte. Bei diesen Kreuzungen werden alle Fußgängerampeln gleichzeitig auf Grün gestellt, Autofahrer haben überall rot.

„Das hat mich tief berührt“

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder schwere Fahrradunfälle in der Messestadt, so wie beispielsweise im Mai 2018 direkt vor dem Neuen Rathaus am Martin-Luther-Ring. „Auf dem Weg zum Rathaus immer wieder an einer der Unfallstellen vorbeizulaufen, wo eine 16-jährige tödlich verletzt wurde, den Abschiedsbrief ihres Freundes dort am Laternenmast gelesen zu haben – das hat mich tief berührt“, erklärte Gabelmann.

Sie habe gehofft, fraktionsübergreifende Zustimmung für ihren Antrag in der Ratsversammlung zu erhalten. Da bisher eine Positionierung der Stadtverwaltung zum Thema ausblieb, fordert Gabelmann nun direkte Einmischung von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD): „Wir erleben dauernd Eilentscheidungen des Oberbürgermeisters und zwar in Fragen, in denen es nicht um Leben und Tod geht. Ich erwarte hier endlich ein Umdenken in der Stadtverwaltung. Verkehrssicherheit – gerade der schwächeren Teilnehmer – ist keine Privatsache."

Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) Quelle: André Kempner

Piratin fordert Entschuldigung der Polizei

Bei dem tödlichen Unfall am vergangenen Mittwoch war eine Radfahrerin auf der Jahnallee von einem Lkw erfasst worden, der nach ersten Erkenntnissen der Polizei über den Radweg auf die Zufahrt zur Kleinmesse einbiegen wollte. Die 20-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle, gegen den 57-jährigen Lkw-Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Gabelmann kritisierte am Samstag auch die Erklärungen der Polizei und forderte eine Entschuldigung der Behörde. Ein Sprecher hatte am Donnerstag zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr aufgerufen und Fahrradfahrern nahe gelegt, unter Umständen auf ihr Vorfahrsrecht zu verzichten, um Unfälle zu vermeiden. Dazu Elisabeth Gabelmann: „Solche Äußerungen sind nicht entschuldbar. Sie verschieben die Verantwortung hin zu den Opfern“, sagte die Piratin.

Von Matthias Puppe

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