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Landtagswahl Sachsen Der Markkleeberger Oliver Fritzsche zieht erneut mit Direktmandat in den Landtag ein
Leipzig Wahl Landtagswahl Sachsen Der Markkleeberger Oliver Fritzsche zieht erneut mit Direktmandat in den Landtag ein
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18:05 02.09.2019
Die Markkleeberger haben gewählt. 70 Prozent nutzten den Wahlsonntag und gingen zur Urne. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Viel Licht, aber auch viel Schatten brachten die Landtagswahlen den Markkleeberger Kandidaten im Wahlkreis 24, Leipzig Land 2. Die Wahlbeteiligung hat sich mit 70 Prozent im Vergleich zu 2014 mehr als verdoppelt, damals gingen lediglich 34,4 Prozent zur Urne.

Quelle: Patrick Moye

Fritzsche ist erleichtert

„Jetzt geht es ans Arbeiten“, schmunzelt Oliver Fritzsche (CDU). Seit 2009 sitzt er in Dresden im Landtag, den Einzug hat er immer als Direktkandidat geschafft. Mit seinen Unterstützern verbrachte er den Wahlabend in seinem Büro. Zwar gab es „eine erste Erleichterung“, als die Hochrechnungen andeuteten, dass die CDU mit Michael Kretschmer stärkste Kraft bleiben würde. „Ich warte jedoch gerne ab, bis das letzte Ergebnis ausgezählt ist“, betont Fritzsche. Zur Fraktionssitzung am Dienstag werde natürlich die Wahl ausgewertet, dann führe man Gespräche auf persönlicher Ebene, bevor es um Inhalte wie Energiepolitik, Braunkohleausstieg oder Bildungspolitik geht. Und egal wie die Koalition aussehen werde, halte er gute Kompromisse für durchaus möglich.

Oliver Fritzsche. Quelle: André Kempner

Während Fritzsche mit 12 868 Direktstimmen und 33 Prozent in den sächsischen Landtag einzieht, kam Elke Gärtner (AfD) auf 23,3 Prozent. Da die Stadträtin auf keinem Listenplatz steht, ist sie Dresden nicht dabei. Ihre Partei machte im Vergleich zum Wahljahr 2014 wie in den Nachbargemeinden einen Quantensprung, blieb mit einem Listenstimmenanteil von 18,6 Prozent jedoch deutlich unter dem Landesergebnis von 27,5 Prozent. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping, die sich mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius um den SPD-Vorsitz bewirbt, hat mit 16,5 Prozent der Erststimmen nur den dritten Platz belegt. Sie zieht aber über den zweiten Listenplatz hinter Martin Dulig in den Landtag ein. Die FDP bleibt nach 2014 wieder draußen. Anja Jonas, die stellvertretende Landesvorsitzende, bekam für sie enttäuschende 4,7 Prozent. In Markkleeberg haben die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde genommen, im Land nicht. Wie FDP-Landeschef Holger Zastrow ist sie der Meinung, man sei im Elefantenrennen zwischen CDU und AfD zerrieben worden und mit wichtigen Themen auf der landespolitische Bühne nicht zum Wähler durchgekommen.

Etablierte Parteien müssen liefern

Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze (SDP) hat die Wahlanalysen verfolgt und festgestellt: „Man kann sich vieles schönreden.“ Es gebe jedenfalls eine regierungsfähige Mehrheit – unabhängig davon, für welche Koalition man sich entscheide. „Im bundesweiten Vergleich hat sich herausgestellt, dass es in Sachsen Besonderheiten gibt“, so Schütze. Offenbar gebe es in Ostdeutschland Problemlagen, die die große Politik nicht im Griff hat. „Die etablierten Parteien müssen dazu ihre Beiträge abliefern“, fordert er.

Von Gislinde Redepenning

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