Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Landtagswahl Sachsen Nur ein Prozentpunkt CDU-Vorsprung in Schkeuditz
Leipzig Wahl Landtagswahl Sachsen Nur ein Prozentpunkt CDU-Vorsprung in Schkeuditz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:58 02.09.2019
Im Schkeuditzer Bürgeramt werden die Stimmen zur Landtagswahl ausgezählt. Quelle: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

In Schkeuditz war es in Sachen Erststimmen eher knapp. CDU-Kandidat Jörg Kiesewetter konnte sich in der Großen Kreisstadt am Ende mit nur einem Prozentpunkt Vorsprung gegen seinen AfD-Kontrahenten Roland Ulbrich durchsetzen. Der einzige Schkeuditzer Kandidat, Kaspar Mainz von der FDP, war chancenlos.

Quelle: Patrick Moye

FDP-Kandidat: „Hatte nur eine Außenseiterchance“

„Ich bin schon enttäuscht vom Ausgang“, sagt FDP-Mann Mainz, der erst kürzlich nach Wehlitz gezogen ist. „Aber das zeichnete sich ja ab.“ Für ihn sei es „nicht so arg“, weil sich für ihn ja nichts ändere. „Ich war gern der Kandidat der FDP, aber ich habe ja auch einen Job“, sagt er. „Und natürlich hatte ich nur eine Außenseiterchance.“ Als Späteinsteiger habe er ohnehin nicht vorgehabt, eine große Karriere in Dresden zu starten. „Aber ich werde schauen, ob ich meine Themen dennoch in der Partei verwurzeln kann“, erklärt er. „Künstler gibt es ja nicht so viele in der FDP.“

FDP-Stadtvorsitzende: „Erstmals eigenen Kandidaten“

Die FDP-Stadtvorsitzende Katja Haase sieht es auch realistisch. „Wir haben als Schkeuditzer FDP erstmals einen eigenen Kandidaten zur Landtagswahl aufgestellt“, sagt sie. „Uns war aber klar, dass er das Direktmandat nicht holen wird.“ Weil sie das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kiesewetter und Ulbrich gesehen hat. „Ich bin froh, dass es letztlich der CDU-Kandidat geschafft hat und nicht die AfD.“

Oberbürgermeister: „Erwarte, dass Schkeuditzer Themen nach Dresden kommen“

Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) freut sich vor allem über die „für Schkeuditzer Verhältnisse hohe Wahlbeteiligung“. Mit 57,4 Prozent liegt sie zwar deutlich unter dem gesamtsächsischen Ergebnis, aber immerhin fast 20 Prozent höher als vor fünf Jahren (38,2). „Der Freistaat hat Michael Kretschmer eine Menge zu verdanken“, meint der Schkeuditzer Rathaus-Chef. Zur AfD sagt er, dass der Wählerwille zu akzeptieren sei. „Wobei ich mir nicht sicher bin, ob sich jeder Wähler der AfD jemals mit seinem Wahlkreiskandidaten beschäftigt hat“, so Bergner. „Dieses Land hat das Experiment AfD nicht nötig, ich bin mir aber auch sicher, dass unsere Demokratie das aushält.“ Er gratuliere Jörg Kiesewetter zum Wahlsieg, verbunden mit der Botschaft, dass er nun liefern müsse. „Ich erwarte von ihm, dass er die Schkeuditzer Themen in Dresden anbringt“, erklärt Bergner. „Und dass er sich für die Stadt einsetzt.“

Jörg Kiesewetter. Quelle: CDU

CDU-Kandidat siegt mit hauchdünnem Vorsprung in Schkeuditz

Bei den Erststimmen siegt Jörg Kiesewetter von der CDU mit 32,1 Prozent knapp vor der AfD, die 31,1 Prozent holt. Auf Platz 3 landet die Linkspartei mit 11,2 Prozent, dahinter die SPD mit 7,3 und die Grünen mit 6,8 Prozent. Die Freien Wähler erreichen 6,4 Prozent, die FDP 4,9. Bei den Listenstimmen setzt sich die CDU deutlicher durch. Sie schafft 32,2 Prozent vor der AfD, die auf ein Ergebnis von 28,9 Prozent kommt. Die Linkspartei wählen 9,2 Prozent, die SPD acht, die Grünen 6,3, die Freien Wähler 5,1 und die FDP 4,7 Prozent.

Von Linda Polenz

Einen großen Sprung in der Wahlbeteiligung im Vergleich zur Landtagswahl 2014 machte Großpösna: von 54,7 auf 76,1 Prozent. Am Ende lag auch hier die CDU vorn.

02.09.2019

Sachsen hat am Sonntag vor allem blau und schwarz gewählt – mit AfD-Mehrheiten im Osten und CDU-Mehrheiten im Westen. Der Blick in die Gemeinden zeigt aber auch Unterschiede im Wahlverhalten der Bürger im Freistaat.

02.09.2019

Die AfD kann nach der Kürzung der Landesliste einen Platz im Landtag nicht besetzen. Die Partei kündigt rechtliche Schritte an. Ein Verfassungsrechtler schätzt die Erfolgschancen jedoch gering ein.

02.09.2019