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Aktuelles IAA wird zur Schau der leisen Töne
Mehr Auto & Verkehr Aktuelles IAA wird zur Schau der leisen Töne
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17:50 10.09.2019
Der chinesische Hersteller Byton ist in Frankfurt mit dem elektrischen SUV M-Byte vertreten. Quelle: Thomas Geiger/dpa-tmn
Frankfurt/Main

Menschenmassen zwischen den Hallen, die Flure gestopft voll und schon auf der Zufahrt kilometerlange Blechlawinen - so kennt man die IAA in Frankfurt. Denn wenn die PS-Branche zum Gipfel bittet, dann ist ihr im Autoland Deutschland die volle Aufmerksamkeit sicher. Oder etwa nicht?

In diesem Jahr scheint alles etwas anders zu sein. Nicht nur, dass man ungewohnt staufrei an den Messeturm kommt und sich auf dem Gelände fast schon entspannt bewegen kann - auch die Hälfte der Hallen ist leer, über ein Dutzend Aussteller von A wie Alfa bis V wie Volvo haben abgesagt. Die Begeisterung auch beim Publikum hält sich in Grenzen. Das Auto ist allem Anschein nach im Stimmungstief und damit die einstige Topmesse der Branche.

E-Autos für alle Klassen

Dass es so leise ist rund um den Frankfurter Messeturm hat aber noch einen zweiten Grund: Denn wer allen Unkenrufen zum Trotz doch auf dem Premierenparkett an der Mainmetropole mitmischt, der zeigt ein Elektroauto und verkneift sich weitgehend das Gebrüll dicker Motoren. Nachdem die Hersteller sich jahrelang in grünen Ankündigungen überboten haben, beginnen sie nun im großen Stil zu liefern - und zwar in allen Klassen.

Ganz oben ist es der lange erwartete Porsche Taycan, der als einer der ersten neuen E-Mobile endlich eine Alternative zu den Luxusmodellen von Tesla abgeben soll. In der Mittelklasse ist es der ID3, mit dem VW jetzt erstmals ins Massengeschäft mit der Elektromobilität einsteigen möchte. Und in der Liga darunter macht sich Opel mit einer elektrischen Version des neuen Corsa auf den Weg auf die Electric Avenue.

Bei den Vans tischt Mercedes die elektrische Version der V-Klasse für kleine Firmen und große Familien auf. Bei den Kleinwagen mit Akkuantrieb startet das technisch baugleiche Trio VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii durch. Zwar waren solche Autos schon auf den letzten Messen Thema - doch diesmal haftet ihnen nicht mehr das Etikett einer Studie an. Die meisten der gezeigten E-Autos kann man bereits bestellen. Spätestens im Sommer 2020 sollen sie auf der Straße sein. Im Ringen um Glaubwürdigkeit und Innovationskraft belassen es die Hersteller aber nicht bei den greifbaren Neuheiten. Zukunftsthemen begegnen sie mit weitblickenden Studien. So zeigt Mercedes mit dem Vision EQS, wie eine Luxuslimousine für die Generation E aussehen könnte. Und Audi rollt mit dem futuristischen AI:Trail quattro ein ebenso autonomes wie emissionsfreies SUV auf die Bühne, dem kein Stadtbewohner mehr böse sein soll. In der Vision der Designer wird es als Sharing-Auto nur dann ausgeliehen, wenn man tatsächlich in Feld, Wald und Wiese unterwegs ist.

Die SUV-Schwemme ebbt nicht ab

Stichwort Geländewagen: Was auf der Frankfurter Premierenliste keinen Stecker und Stromanschluss hat, das ist - abgesehen vom neuen Opel Corsa und dem Kleinwagen Hyundai i10 - in der Regel ein SUV: Der neue BMW X6 gibt dort ebenso seinen Messe-Einstand wie der hochbeinige Fiesta-Bruder Ford Puma oder die überfällige Neuauflage des Land Rover Defender.

Allerdings hängen sich selbst die so oft als Klimakiller geschmähten Geländewagen immer öfter ein grünes Mäntelchen um: Mercedes zum Beispiel zeigt neben A- und B-Klasse auch den GLC und den GLE als Plug-in-Hybrid, und selbst der Land Rover Defender wird nach 70 Jahren in seiner Neuauflage sauberer. Zum Start gibt es zwar noch konventionelle Verbrenner und ein Mild-Hybrid-System für einen von vier Motoren. Doch mittelfristig plant der britische Hersteller, die wiedergeborene Ikone als Teilzeitstromer anzubieten. So soll Kritikern der Wind aus den Segeln genommen werden.

Neben vielen Absagen einige neue Hersteller

Die ganz großen Überraschungen fehlen in Frankfurt. Die gibt es in Zeiten wochenlanger Vorkommunikation ohnehin kaum noch, und der Reigen der Enthüllungen wird merklich kürzer, wenn die Hälfte der Aussteller fehlt.

Doch gibt es auf der

IAA (Publikumstage: 12. bis 22. September) auch ein paar neue Hersteller, die sich redlich mühen, die Lücken im Programm zu schließen - und allesamt aus China kommen: Die Luxusmarken Wey und Honqi und vor allem Byton suchen in Frankfurt ihren Platz auf der automobilen Weltkarte. Viel Lärm machen ihre Produkte allerdings auch nicht - wie es sich für Autos aus dem Land der boomenden Elektrozulassungen gehört, fahren sie allesamt mit Strom statt mit Sprit.

dpa

Der koreanische Hersteller schickt den Kleinwagen in die dritte Runde. Er setzt dabei auf Konnektivität, flottere Optik und ein Topmodell mit immerhin 100 PS.

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