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e-Auto-Test Vom Hauptbahnhof bis zum Connewitzer Kreuz: Leipzigs erster e-Bus hat sich bewährt
Mehr Auto & Verkehr e-Auto-Test Vom Hauptbahnhof bis zum Connewitzer Kreuz: Leipzigs erster e-Bus hat sich bewährt
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09:05 16.05.2017
Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Seit gut einem Jahr ist er in Leipzig unterwegs: Auf der Linie 89 – vom Bahnhof durch die Innenstadt, über Ferdinand-Rhode- und August-Bebel-Straße bis zum Connewitzer Kreuz – fährt Leipzigs derzeit einziger e-Bus. Ein Pilot- und Forschungsprojekt, angestoßen vom Fraunhofer-Institut in Dresden. Das Ziel: Die Funktionalität und Effizienz vollständig elektrischer Busse im realen Linienbetrieb zu überprüfen.

Ganz neu ist die Idee eines elektrisch betriebenen Busses freilich nicht. „Das Ganze fußt auf dem bewährten Prinzip der Oberleitungsbusse“, erklärt der Fahrzeugmanager der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) Andreas Böttcher. „Nur dass es hier keinen Stromabnehmer gibt, sondern einen Akku auf dem Dach und einen Elektromotor im hinteren Teil des Fahrzeugs.“ Dessen Kapazität reicht für 25 Kilometer – also etwa zwei Runden auf der Linie 89. Aufgeladen wird trotzdem bei jedem Halt am Connewitzer Kreuz. „Sonst würde das Aufladen zu lange dauern.“

Aufladen und Einsteigen: Der e-Bus an der Halte- und Aufladestation Connewitzer Kreuz. Quelle: Dirk Knofe

Schwerer Bus, leichtes „Nachtanken“

Eine Neuheit ist das Ganze hingegen für die Fahrer: Durch das hohe Gewicht des Busses sei beim Anfahren und Bremsen Obacht geboten, schildert Rainer Hahn (59), seit 34 Jahren Busfahrer und einer von 37, die sich im vergangenen Jahr für die e-Bus-Weiterbildung gemeldet hatten. Der Ladevorgang am Connewitzer Kreuz hingegen ist denkbar einfach: Hahn muss den Bus nur an die korrekte Stelle bewegen, die Erkennung erfolgt komplett automatisch. Sobald er den Türöffner betätigt, fährt der Bügel auf dem Dach aus und koppelt sich an die laternen-ähnliche Aufladestation. Zwölf Minuten später geht die Fahrt weiter.

„Die Besonderheit unseres Projekts ist es, die Nachladung mit Strom aus dem Netz der Straßenbahn zu testen“, erklärt Frank Viereckl von der Leipziger Gruppe. Hierin lag dann auch die bisher größte Erkenntnis: Spannungsabfälle sorgten in den ersten Monaten dafür, dass der Aufladevorgang immer wieder unterbrochen wurde. Durch eine Reduzierung der Ladeleistung konnte das Problem inzwischen behoben werden.

Beim Halt am richtigen Punkt dockt der Bügel auf dem Dach des e-Busses automatisch am Ladepunkt an. Quelle: Dirk Knofe

Das Problem mit der Lautstärke

Bei den Passagieren kommt das Elektromodell sehr gut an – insofern sie denn überhaupt den Unterschied erkennen. Der macht sich nämlich nur durch eine deutlich reduzierte Geräuschkulisse bemerkbar. Fahrgast Alex (27) begrüßt zwar die ökologischen Vorteile, sieht aber auch die Gefahr, dass Fußgänger den Bus nicht mehr hören. Fahrer Hahn gibt Entwarnung: „Das Problem, dass wir nicht gehört werden, haben wir ja schon immer – selbst mit einem Diesel- oder Hybridmotor.“ In der Innenstadt ist deshalb nach wie vor vorsichtiges und rücksichtsvolles Fahren nahe am Schleichen angesagt.

Und wie sieht die Zukunft der e-Busse in Leipzig aus? „Wir wollen mittelfristig in die schrittweise Umstellung des Busbetriebes auf elektrischen Betrieb einsteigen“, teilt Viereckl mit. „Deshalb wird derzeit ein gesamtstädtisches kommunales Elektrobuskonzept erarbeitet, in dem untersucht wird, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen eine Ausstattung mit e-Bussen erfolgen kann. Erste Erkenntnisse sollen dazu frühestens Ende 2017 vorliegen.“ Aktuell sei ein komplett elektrischer Busbetrieb nur mit staatlicher Förderung möglich.

Noch mehr zum Thema e-Mobilität lesen Sie auf unserer Themenseite.

Von Christian Neffe

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