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Zuhause - Wohnen, Einrichten, Gestalten Fröhliche Farbe für die Villa Kunterbunt?
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Durch farbenfrohe Gassen bummeln macht im Urlaub Spaß. Wer südliches Flair auf die heimische Hausfassade bringen will, hat oft schlechte Karten. Quelle: J. Groh
Leipzig

Sonnengelb, Feuerwehrrot oder Schweinchenrosa: Ein farbenfroher Anstrich würde so manche Hausfassade aufpeppen. Bunte Häuser sind hierzulande aber eher selten. Den Eigentümern fehlt es dabei nicht an Kreativität. Mit den üblichen Weiß- und Grautönen gehen sie auf Nummer sicher.

Wer Farbe will, muss Vorgaben beachten

Denn wer Farbe will, muss etliche Vorgaben beachten. Diese reichen vom Baugesetzbuch über kommunale Gestaltungssatzungen bis zum Bauträgervertrag. Darin wird in einigen Fällen schon eine Farbpalette vorgegeben. Manche Farben sind gegen Aufpreis möglich. Bauträger wie Architekten achten aber auf ein harmonisch wirkendes Gesamtbild des Hauses, das sich in die Umgebung einfügt. Das verlangen die Muster- und die Landes-Bauordnungen – alle fordern „keine Verschandelung“ von Straßen- und Ortsbild.

Örtliche Gestaltungssatzung lesen

Vielerorts bestimmen Kommunen in einer Gestaltungssatzung Details zu Werkstoffen und Farben. Die Vorgaben gelten nur in dieser Gemeinde. „Im Nachbarort kann etwas ganz anderes erlaubt sein“, erläutert Wolfgang Szubin, Architekt und Präsidiumsmitglied im Verband Wohneigentum, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Manchmal spiegeln auch Bebauungspläne örtliche Gepflogenheiten wider. Szubin empfiehlt, die Gestaltungssatzung und den Bebauungsplan vor dem Malerauftrag zu lesen. Der Traum vom giftgrünen Häuschen hat sich dann womöglich erledigt. Im schlimmsten Fall erspart das teures Übertünchen. Bei alten Häusern sind eventuell Auflagen des Denkmalschutzes zu beachten.

Eigentümer müssen zustimmen

Szubin rät: Klären, wo das Objekt steht, und erst dann loslegen. Hilfreich sei, die Farbwahl auch mit dem Maler zu besprechen. In großen Wohnanlagen herrschen Weiß und Grau vor, ältere Blöcke zeigen sich in Beigebraun. In Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist das oft die einfachste, weil weitgehend konfliktfreie Lösung. Denn jedes Farbkonzept ist eine bauliche Veränderung nach Paragraf 22 WEG-Gesetz. Und dem müssen alle Eigentümer zustimmen.

Rechtlich gesehen reicht für einen Farbwechsel eine einfache Mehrheit der WEG-Versammlung. Faktisch kann aber jeder Eigentümer hinterher sein Veto einlegen, weil er sich „gestört“ fühle und um den Wert seines Eigentums fürchte. Dieses Risiko gehen Verwalter meistens nicht ein. Am Ende zählt der kleinste gemeinsame Nenner. Bei Anlagen von Wohnungsgesellschaften ist es anders: Sie nutzen oft aufwendige Farbkonzepte, um einfache Wohnblöcke optisch aufzulockern – etwa mit bunten Balkonen.

Mieter haben kein Mitspracherecht

Mieter haben hier aber weder ein Mitspracherecht. „Mieter haben auch kein Recht, selbst Balkone, Geländer, Teile der Fassade oder die gesamte Außenfassade farblich zu gestalten“, so Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Grundsätzlich müsse sich der Vermieter kümmern – er muss Balkone streichen oder Fassaden ausbessern lassen. Konkrete Fristen gibt es dafür aber nicht. Wie aufwendig und oft gemalert wird, hängt Ropertz zufolge maßgeblich von der Wohnlage und der Miete ab.

Von LMG

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