Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles Immer weniger insektenfressende Vögel gezählt
Mehr Deine Tierwelt Aktuelles Immer weniger insektenfressende Vögel gezählt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 01.04.2019
Die Bestände insektenfressender Vögel gehen deutlich zurück. Quelle: Rainer Jensen
Frankfurt/Main

Ob Bachstelze, Wiesenpieper oder Rauchschwalbe - die Zahl der von Insekten lebenden Vögeln ist in den vergangenen 25 Jahren europaweit deutlich zurückgegangen. Durchschnittlich um 13 Prozent sank die Zahl dieser Vögel laut einer im Fachjournal "Conservation Biology" veröffentlichten Studie.

Die Wissenschaftler des

Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung führen diese Entwicklung nicht allein auf das Insektensterben, sondern insbesondere auch auf Veränderungen der Agrarlandschaften zurück. Denn auf Äckern, Wiesen und Weiden hätten sich die Bestände der dort lebenden Vögel besonders verringert.

Noch erschreckendere Zahlen hatte vor zwei Monaten die Naturschutzorganisation Nabu unter Verweis auf eine Zählung des European Bird Census Council genannt. Danach waren die Feldvögel in den Jahren 1980 bis 2017 europaweit um 56 Prozent zurückgegangen. Allerdings unterschieden sich die Zeiträume der beiden Zählungen. Zudem wurden in der älteren Studie nicht nur Insektenfresser, sondern auch Körnerfresser erfasst.

"Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus vielem: Verlust von Insekten und damit Nahrungsmangel, Verlust von Hecken und damit Brutplätzen, Flächenversiegelung", sagte Senckenberg-Forscherin Katrin Böhning-Gaese zu den möglichen Ursachen des Schwunds und der Rolle der modernen Landwirtschaft. Bei den insektenfressenden Ackerland-Vögeln sei der Rückgang sehr viel stärker als bei den insektenfressenden Waldvögeln.

Neben dem starken Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gingen mit dem Trend zu großflächig angebauten Monokulturen immer mehr Hecken, Ackerränder und Brachen verloren; viele Wiesen und Weiden würden in Ackerland umgewandelt. Dadurch würde es für die Insektenfresser schwerer, Nahrung sowie Brutplätze zu finden. Kälteliebende Arten gerieten zusätzlich durch den Klimawandel unter Druck.

Vögel seien hier Indikatoren für eine "industrielle" Landwirtschaft mit ihren negativen Effekten auf die Biodiversität, sagte Böhning-Gaese, die auch Direktorin des Biodiversität und Klima Forschungszentrums ist. Gegensteuern ließe sich auf vielen Ebenen: "Das fängt mit der Agrarpolitik in Brüssel an, geht über Planungsentscheidungen der Kommunen bis zur Förderung des Ökolandbaus, der lokalen Vermarktung biodiversitätfreundlich erzeugter Lebensmittel und der Bereitschaft der Konsumenten, mehr für solche Lebensmittel zu bezahlen."

Rund die Hälfte aller Vogelarten in Europa ernährt sich von Insekten. Allerdings geht es den Insektenfressern der Studie zufolge nicht überall gleich schlecht: In den meisten Lebensräumen gingen nur vereinzelte Arten zurück, hieß es.

Die Naturschutzorganisation Nabu forderte unterdessen effektive Managementpläne für Vogelschutzgebiete und die konsequente Verfolgung der Jagd auf Singvögel im Mittelmeerraum. Obwohl die

Europäische Vogelschutzrichtlinie, die am 2. April 40 Jahre alt wird, eines der weltweit erfolgreichsten und fortschrittlichsten Naturschutzgesetze sei, sei sie auch nach 40 Jahren noch nicht vollständig umgesetzt, sagte der Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Großer Schwachpunkt sei die fehlende Wirksamkeit in der Fläche, hieß es mit Blick auf die europaweite Vogelzählung: Während sich viele seltene Arten dank der Schutzmaßnahmen mittlerweile gut entwickelten, sei bei den Beständen weitverbreiteter "Allerweltsvogelarten" ein Einbruch zu verzeichnen.

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wer sich beim Nachhausekommen nicht vom eigenen Hund überwältigen lassen will, sollte dem Tier schon im Welpenalter richtiges Verhalten beibgringen. Aber auch später helfen einige Tricks gegen ein zu euphorisches Hallo.

01.04.2019

Stuten können sehr launisch sein und sowohl den Tierhalter als auch ihre tierischen Stallgenossen nerven. Damit sie Pferdebesitzer nicht auf dem Kopf herumtanzen, gilt es, auf einige Details bei der Haltung zu achten.

29.03.2019

Hundehalter kennen das Problem: Bruno und Bella wollen ein Spielzeug plötzlich nicht mehr herausrücken und reagieren aggressiv. Dabei gibt es ein paar simple Tricks, dem lieben Vierbeiner den Gegenstand wieder abzunehmen.

28.03.2019