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Tipps rund um den Hund Bei nasskaltem Wetter steigt die Gefahr, zu erkranken
Mehr Deine Tierwelt Tipps rund um den Hund Bei nasskaltem Wetter steigt die Gefahr, zu erkranken
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07:00 23.02.2016
Besonders ältere und kastrierte Hündinnen holen sich bei nasskaltem Wetter häufiger eine Blasenentzündung. Quelle: Julian Stratenschulte
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Leipzig

Bei kalten Temperaturen und nassen Witterungsverhältnissen ziehen sich Hunde schneller eine Blasenentzündung zu. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der unteren Harnwege, die für die Hunde sehr schmerzhaft sein kann. Meist ist nur die Harnblase von der Entzündung betroffen, diese kann sich jedoch auch auf Harnröhre, die Harnleiter und sogar die Nieren ausweiten. Tierärzte sprechen von einer Zystitis, die akut, chronisch, relativ symptomfrei oder mit starken Krankheitszeichen auftreten kann.

Das erste Anzeichen, das Hundebesitzer darauf hinweist, dass bei ihrem Hund eine Zystitis vorliegen könnte, ist der starke Harndrang. Betroffene Hunde wollen häufig raus, um Urin abzusetzen, jedoch werden keine oder nur wenige Tropfen ausgeschieden. Auch ein stechender Geruch und eine rötliche oder trübe Färbung des Urins können Symptome einer Blasenentzündung sein. Da die Erkrankung meist mit Schmerzen verbunden ist, zeigen die Hunde beim Urinabsatz teilweise sogar Schmerzäußerungen oder vorübergehende Inkontinenz, da sie ihre Blase nicht mehr bewusst steuern können. Bei einer starken Zystitis können auch Fieber und ein verschlechtertes Allgemeinbefinden festgestellt werden.

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Die Ursachen für eine Blasenentzündung können vielfältig sein. Häufig sind es Bakterien, die über die Harnröhre in die Blase gelangen. Die Bakterien befinden sich meist an den Außenwänden der Genitalien oder gelangen durch Belecken, auch von anderen Hunden, oder durch Schwimmen im Wasser in die Harnröhre. Gelangen sie in die Harnblase, können sie sich bei Hunden mit geschwächter Abwehrlage vermehren und verursachen so die Entzündung. Jedoch können auch Pilze, Harnsteine, eine Verengung der Harnröhre, Tumore oder Diabetes mellitus für die Entstehung einer Blasenentzündung verantwortlich sein.

Auch wenn Hunde jeden Alters von einer Blasenentzündung betroffen sein können, erkranken ältere, kastrierte Hündinnen häufiger. Da bei Hündinnen die Harnröhre kürzer ist als bei Rüden, dringen Bakterien schneller in die Harnblase ein. Zudem können kastrierte Hündinnen aufgrund des veränderten Hormonstatus an einer Schwäche des Harnblasenschließmuskels leiden, wodurch eindringende Bakterien nicht genügend abgehalten werden. Ebenso treten Blasenentzündungen bei Hunden mit Diabetes mellitus aufgrund des Zuckergehaltes im Urin häufiger auf, der das Bakterienwachstum begünstigt.

Haben Hundehalter den Verdacht, dass ihr Hund an einer Blasenentzündung leidet, sollten sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Dieser wird zunächst den Harnapparat und den Urin des Hundes untersuchen, um die Ursache für die entzündliche Reaktion zu finden. Je nach Fall werden zusätzlich Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen durchgeführt, um z. B. Harnsteine als Ursache ausschließen zu können.

Bei Bakterien als Ursache ist die Gabe von Antibiotika erforderlich, wonach die Blasenentzündung in der Regel nach wenigen Tagen abheilt. Hier ist es jedoch wichtig, dass das Antibiotikum über die verordnete Behandlungsdauer verabreicht wird. Außerdem sollten Hundebesitzer darauf achten, dass der Hund im Warmen liegt, ausreichend trinkt und sich schonen kann.

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, sollten Hunde bei nasskaltem Wetter nicht lange sitzen oder liegen bleiben müssen und bei sehr kalten Temperaturen nicht ins Wasser gehen, um nicht auszukühlen. Ebenso sollten Hundebesitzer in der Wohnung die Liegeplätze für ihren Hund so wählen, dass dieser vor Zugluft und Kälte geschützt wird. Außerdem ist darauf zu achten, dass Hunde am Tag ausreichend Wasser trinken, damit die in der Blase befindlichen Bakterien ausgespült werden können. Dass ein Hund mehrmals am Tag seine Blase entleeren kann, sollte selbstverständlich sein. Haben sie diese Möglichkeit nicht, vermehren sich Bakterien in der vollen Blase. Durch tägliche Spaziergänge und eine ausgewogene, bedarfsangepasste Ernährung wird das Immunsystem gestützt.

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Von Stefanie Schmidt