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Produktion, Herkunft, Verpackung: Fünf Tipps für eine nachhaltige Ernährung

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10:34 09.11.2020
Regional, saisonal und verpackungsarm – wer auf dem Wochenmarkt einkauft, bekommt all das. Quelle: bogitw/Pixabay
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Leipzig

Brauche ich das wirklich? Wo wird das hergestellt? Und was steckt da genau drin? Alltägliche Fragen, die es sich zu stellen durchaus lohnt. Doch es scheint, als habe Corona einige von ihnen verdrängt. Im Vordergrund stehen nunmehr Fragen wie „Muss ich da eine Maske tragen, mich vorher anmelden und wie voll wird es wohl? Außerdem: Ist wohl noch was davon da? Dennoch: Kritisch zu sein, macht Sinn. Auch in Sachen Nahrungsmittel. Deshalb nun hier fünf Lifehacks für eine nachhaltige Ernährung:

Die Menge

Oft sind Nahrungsmittel in größeren Packungen günstiger. Das spart Verpackungsmaterial, sofern man im Supermarkt einkauft. Wenn es sich aber um verderbliche Waren handelt, sollten Käufer zweimal drüber nachdenken. Denn was nützt ein Netz mit fünf Kilogramm Kartoffeln, wenn man nur für sich alleine kocht? Am Ende hat man zwangsweise entweder tagelang Kartoffeln gegessen oder sie haben gekeimt und sind zum Schluss im Biomüll gelandet. In so einem Fall kann es lohnen, kleinere oder genau abgewogene Mengen zu kaufen. Auch das geht im Supermarkt, in Unverpackt-Läden oder eben auf dem Wochenmarkt.

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Die Verpackung

In Unverpackt-Läden und auf dem Wochenmarkt lassen sich genaue Mengen kaufen, die ohne jede Verpackung auskommen. Einfach einen Stoffbeutel oder ähnliches einpacken und Waren hineinlegen. Auch in Supermärkten ist das mit einigen Waren möglich – zum Beispiel mit Kartoffeln, Äpfeln, Tomaten und Avocados.

Die Herkunft

Wer auf dem Wochenmarkt oder auch in Hofläden einkauft, kann sich sicher sein, dass das meiste aus der Region stammt, aktuell angebaut beziehungsweise geerntet wird oder aber gelagert wurde und nun zum Verkauf angeboten wird. In Supermärkten geben spezielle Hinweisschilder Auskunft darüber. Ansonsten heißt es: genau hinschauen. Die Herkunft ist auf allen Produkten zu finden. Außerdem mögen Erdbeeren im Dezember im Supermarkt vielleicht aussehen wie frisch gepflückt. Sie sind es aber nicht. Sie stammen aus Ländern wie Chile, Peru oder Argentinien.

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Laut Statista wurden im Jahr 2018 Nahrungs- und Futtermittel im Wert von rund 45 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Der Transport mit Flugzeug, Schiff oder LKW sowie die Kühlung der Import-Produkte verschlingen viel Energie – und verursachen CO. Wer sich unsicher ist, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat, bekommt im Saisonkalender einen Überblick.

Die Produktion

Siegel geben Auskunft darüber, wie Lebensmittel angebaut oder Tiere gehalten werden. Inzwischen gibt es aber einige Siegel und die Unterscheidung kann schwerfallen. Dennoch sind Nahrungsmittel mit einem Bio-Siegel erst einmal besser, egal welche Bio-Richtlinien und -Standards bei der Produktion befolgt wurden. Die Verordnung hinter dem grünen EU-Bio-Siegel definiert etwa Mindeststandards für die ökologische Erzeugung. Bio-Anbauverbände gehen oft weit über die gesetzlichen Regelungen hinaus.

Die in Deutschland wichtigsten Anbauverbände sind Bioland, Naturland und Demeter. Die Bio-Tierhaltung sieht grundsätzlich für alle Tierarten eine artgemäße Tierhaltung vor – inklusive Auslauf oder Weidegang, dem Verbot von (ausschließlichen) Spaltenböden und Käfigen und von präventiver Antibiotika-Gabe. Je nach Tierart gibt es weitere spezifische Vorgaben.

Das Produkt

Fleisch und Fisch oder doch lieber nur Gemüse? Diese Frage spaltet bisweilen die Gesellschaft. Klar ist: Mehr als 80 Prozent der weltweit landwirtschaftlich genutzten Flächen wird für die Tierhaltung und Futtermittel verwendet. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren braucht es 15 000 Liter Wasser. Jedes in Deutschland verkaufte Kilogramm Rindfleisch erzeugt laut dem Klimarechner des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg im Schnitt gut zwölf Kilo CO2. Schweinefleisch und Geflügel lassen ungefähr vier Kilogramm CO2 entstehen. Bei der Produktion von einem Kilo Kartoffeln entstehen dagegen nur 0,4 Kilogramm CO2-Emissionen.

Dass am Ende nicht alle Fleischfans zu Pflanzenfressern werden können, ist klar. Dennoch lohnt es, hin und wieder zu überdenken, was auf den Teller kommt und ob es nachhaltigere Alternativen gibt.

Von Patricia Liebling