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Aktuell Leipziger Lokale öffnen wieder: Das sind ihre Herausforderungen
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So sieht es normalerweise aus im Barfußgäßchen. Dicht an dicht liegen die Freisitze der vielen Lokale. In Zeiten der Pandemie gilt aber das Abstandsgebot – und wird diesen Anblick vorübergehend verändern. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Sie haben ihre leeren Stühle auf den Augustusplatz gestellt, immer wieder auf die problematische Situation aufmerksam gemacht und schließlich sogar symbolisch den Löffel abgegeben – die Gastronomen in Leipzig und in der gesamten Region kämpfen um ihr Überleben. Auch jetzt, nachdem das erste Wochenende der Wiedereröffnung vorbei ist.

Licht aus – Licht wieder an

Am Abend des 18. März haben die Wirte, Kneipiers und Cafébetreiber der Messestadt ihre Türen auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die plötzliche Schließung gehörte zu den Maßnahmen, die nach rasant steigenden Fallzahlen die weitere Ausbreitung der Covid-19-Pandemie eindämmen sollten.

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Zwei Monate lang war es in den sonst so wuseligen Kneipenmeilen der Stadt gespenstisch still und dunkel. Einige Restaurants versuchten, sich mit Abhol- und Lieferservice über Wasser zu halten. Am Freitag, den 15. Mai, gingen die Lichter wieder an – Aufatmen unter denen, die so dringend auf ihre Gäste angewiesen sind.

Und eine große Herausforderung für die Gastronomen – die Auflagen sind streng. Die Folgen des Shutdowns werden die Leipziger noch lange beschäftigen. Denn „Corona“ ist nicht vorbei, wir sind noch mittendrin.

Fahrplan für eine ungewisse Reise

Für die Unternehmer, deren Restaurants seit Wochen geschlossen sind, bedeuten die Lockerungen aber vor allem ein positives Zeichen. „Es gibt wieder einen Fahrplan, auch wenn wir noch nicht wissen, wo die Reise hingeht“, sagt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Sachsen.

Jetzt ist die Situation sowohl für die Gastronomen als auch für die Gäste eine völlig neue. Serviert wird mit Mund-Nasen-Schutz, Tische stehen weit auseinander, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion so gering wie möglich zu halten. Desinfektionsmittel sind der ständige Begleiter im Alltag.

Das fühlt sich in der ersten Zeit auch für den Gast ein wenig seltsam an. „Unsere Betriebe werden sich sehr bemühen, einen Restaurantbesuch unter diesen Umständen trotzdem zu einem schönen Erlebnis werden zu lassen“, verspricht Klein.

Nicht jeder kann die Vorgaben umsetzen

Aber: Nicht jeder muss und wird jetzt starten. „Die Betriebe müssen wieder hochfahren. Sie sind aufgefordert, ein Hygienekonzept zu erstellen, welches zu ihrem Betrieb passt.“ Die Kernpunkte dieses Konzepts hat der Dehoga Sachsen in einer Richtlinie mit den Kammern zusammengestellt. Die Liste umfasst 45 Punkte sowohl für den Restaurant- als auch für den Hotelbetrieb in der Corona-Krise.

„Der ein oder andere wird sicherlich entscheiden, dass aufgrund der Vorschriften oder der fehlenden Touristen ein Öffnen betriebswirtschaftlich gar keinen Sinn macht“, so Klein. Hohe Fixkosten und geringe Umsätze in den nächsten Monaten würden die Unternehmen immer mehr in Liquiditätsengpässe bringen. Ohne einen Rettungsfonds ist das laut Klein nicht zu stemmen.

Gemeinsam aus der Krise

„Wir würden uns freuen, wenn unsere Gäste uns wieder besuchen und uns damit unterstützen“, sagt er. „Wichtig ist natürlich auch, dass sich vor allem an den Feiertagen wie Himmelfahrt oder Pfingsten alle an die neuen Regeln halten. So gehen wir gemeinsam die ersten Schritte aus der Krise.“ Das ist die große Hoffnung.

Von LMG

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