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09:59 06.12.2019
Vor allem an Köchen mangelt es: Hier wird eine abgeschlossene Ausbildung oft vorausgesetzt. Quelle: Free-Photos/Pixabay.com
Leipzig

Kürzere Küchenzeiten, reduzierte Speisekarten oder Schließungen. Die Situation in Leipzigs Gastro-Branche ist angespannt – und das seit Jahren. Durch den demografischen Wandel und viele neue Hotels hat sich der Fachkräftemangel im Hotel- und Gastronomiegewerbe in Leipzig aber noch einmal verschärft.

Reisebranche wirbt Arbeitskräfte ab

„Jährlich eröffnen sechs bis sieben neue Hotels in Leipzig“, so Holm Retsch, Geschäftsführer des Leipziger Regionalverbandes im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Hinzu komme die starke Tourismusbranche – vor allem die Kreuzfahrtindustrie – die massiv Leute abwerbe. Das lasse sich nur schwer kompensieren. Der Markt gibt nicht mehr Kräfte her. Wer ein guter Arbeitgeber ist, nach Tarifvertrag zahlt und gute Bedingungen bietet, gewinne im Rennen um die besten Kräfte.

Weniger Bewerber für die Küche als im Service

Ende Oktober blieben in der Messestadt 8474 freie Stellen unbesetzt, zählte die Agentur für Arbeit in Leipzig. 240 davon entfielen auf die Gastronomie und Hotellerie. Zwar werden etwa gleich viele Köche und Service-Kräfte gesucht, die Anzahl der Bewerber für eine Arbeitsstelle als Köche sind viel geringer als im Service, berichtet Agentur-Sprecher Hermann Leistner. „Bei Köchen wird eine Ausbildung im Beruf vorausgesetzt. Im Bereich Service können viele Stellen auch mit Quereinsteigern besetzt werden.“

Das funktioniere in Leipzig, erklärt Dehoga-Leipzig-Chef Holm Retsch, weil hier mehr als 30000 Studenten leben, die tags studieren und am Abend arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren. Im Umland sehe das anders aus. „Hier arbeitet die ganze Familie, bis sie umfällt.“

Gastro-Jobs beim Nachwuchs beliebt

Trotzdem ist die Branche beliebt – auch beim Nachwuchs. So steht bei jungen Männern der Beruf des Kochs auf Platz sechs von zehn der beliebtesten Ausbildungsberufe, bei jungen Frauen rangiert die Hotelfachfrau auf Platz neun von zehn. Hermann Leistner: „Die Aussicht, nach dem Abschluss einen Arbeitsplatz zu bekommen, ist groß. Außerdem besteht die Chance weltweit arbeiten zu können.“ Manko ist die meist niedrige Bezahlung, die oft im Mindestlohnbereich beginne, selbst bei ausgebildeten Fachkräften. Viele hadern mit den Arbeitszeiten am Wochenende oder abends. Trotzdem gebe es Arbeitnehmer, die es schätzen, auch mal in der Woche frei zu haben, ist die Erfahrung von Holm Retsch.

Arbeitgeber müssen attraktiver werden

Längst können nicht alle Ausbildungsplätze auch besetzt werden. So blieben bei den Köchen in Sachsen von 515 gemeldeten Stellen 66 unbesetzt. Wichtig sei es deshalb, sich als attraktiver Arbeitgeber aufzustellen und eine gute Ausbildungsqualität sicherzustellen, erklärt Thomas Hofmann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig.

Laut IHK-Konjunkturbefragung vom Herbst 2019 sagen„58 Prozent der Betriebe, dass sie offene Stellen nicht binnen zwei Monaten besetzen können. Rund zwei Drittel der Betriebe im Gastgewerbe sehen im Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko“.

Flüchtlinge und Migranten bieten Potenzial

Allein mit Nachwuchs lässt sich die angespannte Personalsituation jedoch nicht in den Griff bekommen. Mit der Aktion „Wege in die Gastlichkeit“ vermittelt die Dehoga beispielsweise Hilfskräfte, die später eine Ausbildung machen. Vorwiegend handele es sich um Flüchtlinge und Migranten, erklärt Retsch. Inzwischen gehe man sogar noch einen Schritt weiter und suche Arbeitskräfte in ihren Heimatländern auf – aktuell in Vietnam.

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