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Stimmen Pilzmythen wirklich?

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09:12 24.09.2020
Pilze suchen, ist einfach. Pilze finden auch – wenn man weiß, wo und wann. Quelle: Foto: Robert Günter/dpa
Leipzig

Es ist nicht nur die Vorfreude auf die erhoffte Pilzpfanne, sondern auch das Glücksgefühl, das sich beim Entdecken von Steinpilz, Marone und Co. einstellt. Der ausgefuchste Pilzsammler verlässt sich nicht auf Glück allein. Er weiß, wo sich Pilze wohlfühlen und wird nicht kilometerweit durch einen dunklen Wald stapfen, in dem nichts zu „ernten“ ist.

Gestapelte Baumstämme kein gutes Zeichen für Pilze

Gibt es Waldstücke, in denen keine Pilze wachsen? „Ja“, sagt Peter Karasch, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie der Deutschen Presse-Agentur. „Dort, wo Spuren von schwerem Forstgerät zusehen sind oder viele gestapelte Baumstämme am Wegesrand.“ Bei forstwirtschaftlichen Aktivitäten sei es erstmal eine Weile vorbei mit den gewohnten Pilzen.

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Auch wer hohe Brombeersträucher, Springkraut oder Brennnesseln sieht, könne meist kehrtmachen. Stattdessen sollte man nach Moosen und Flechten Ausschau halten. Auch auf die Baumart kommt es an. „Nadelwälder mit Fichten und Kiefern sind das richtige Terrain für Sammler, die auf die beliebtesten Pilzarten Pfifferlinge, Steinpilze und Maronen scharf sind“, weiß Karasch. Sommersteinpilze ließen sich in der Nähe von Buchen oder Eichen finden.

Wo einer, bald noch einer

Und was ist mit der Volksweisheit: Wo ein Fliegenpilz im Wald, ist ein Steinpilz nicht weit? „Auch da ist was dran. Beide haben ähnliche Standortansprüche“, sagt Karasch. Das trifft auch für folgende Regel zu: Wo steht einer, kommt noch einer. „Deshalb sollte man zu erfolgreichen Fundorten nach drei bis fünf Tagen noch mal einen Wiederholungsgang machen“, rät der Pilzkenner.

Manchmal ist die Freude kurz, wenn der Pilz schon alt ist. „Dann besser stehen lassen! So sorgt er durch seine Sporen für Vermehrung der Pilze in der nächsten Saison“, so Peter Karasch. Der wahre Pilz-Fuchs achtet aufs Wetter: „Damit Pilze sprießen, muss der Boden eine Grundfeuchte haben. „Der ideale Zeitpunkt ist 10 bis 14 Tage nach Regen. Denn Pilze wachsen in Wellen.“

Gebratene Pilze sind ein Gedicht. Die Pfanne sollte groß und richtig heiß sein. So kann das austretende Wasser verdampfen. Quelle: Zacharie Scheurer/dpa

Wenn Karasch mit einem vollen Körbchen zurückkehrt, liebt er neben Pilz-risotto und Parasolschnitzel eine Mischpilzpfanne mit Zwiebeln und Biospeck. Denn er weiß: „Umso mehr Pilzarten, desto intensiver das Aroma.“

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Von dpa