Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles Wie wird eine Testament korrekt verfasst?
Mehr Finanzen Aktuelles Wie wird eine Testament korrekt verfasst?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:17 19.06.2019
Ein Testament wird handschriftlich verfasst. Quelle: Jens Büttner/Illustration
Braunschweig

Ein Testament muss bestimmte Anforderungen erfüllen, damit es gültig ist: Es muss handschriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben worden sein und ein Datum enthalten.

Insofern kann auch auf einem Notizzettel ein wirksames Testament verfasst werden. Allerdings muss auch ein Erbe genannt werden, wie eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Braunschweig zeigt (Az.: 1 W 42/17). Eine allgemeine Erbeinsetzung reicht nicht, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV).

In dem verhandelten Fall hatte die Erblasserin zwei Nichten 2. Grades hinterlassen. Eine der beiden Nichten legte einen kleinen Notizzettel ohne Datum vor. Darauf fand sich eine handschriftliche, unterschriebene Erklärung, dass derjenige, der auf die Verstorbene aufpasst und sie nicht ins Heim steckt, ihr Haus und alles, was sie hat, erben soll. Die Nichte behauptete, dieser Zettel sei von ihrer Tante geschrieben worden und da sie sich um ihre Tante im Rahmen einer Vorsorgevollmacht gekümmert habe, sei sie Alleinerbin geworden.

Dem widersprechen die Richter: Die Nichte sei nicht Alleinerbin geworden, denn der handschriftliche Zettel stellt kein gültiges Testament dar. Dies liegt allerdings nicht daran, dass es auf einem Notizzettel verfasst wurde. Die Wirksamkeit des hiesigen "Notizzetteltestaments" scheiterte aber folgenden Faktoren: Zum einen war der Notizzettel nicht datiert. Zum anderen ist die Person des Erben durch die Formulierung "wer für mich aufpasst und nicht ins Heim steckt" nicht hinreichend bestimmt. Zwar muss die bedachte Person nicht namentlich genannt sein, aber sie muss durch das Testament und die äußeren Umstände zuverlässig festgestellt werden können. Dies ist hier nicht der Fall.

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ohne Job kein Geld. Diese etwas verkürzte Formel bringt es auf den Punkt: Wer lange Zeit krank ist, muss auf sein Einkommen verzichten. Gegen dieses Risiko kann man sich versichern. Die Experten von "Finanztest" erklären, worauf es dabei ankommt.

18.06.2019

Klar, wer Kontogebühren bezahlt, möchte fürs Geldabheben am Schalter nicht zusätzlich bezahlen. Dennoch erheben einige Geldinstute für diese Dienstleistung einen Aufpreis. Das BGH entschied nun, wie hoch sie dürfen.

18.06.2019

Wer von einer Pfändung betroffen ist, hat bald ein wenig mehr Geld zur Verfügung. Denn die Pfändungsfreigrenzen steigen. Angepasst werden muss das in der Regel automatisch. Es gibt aber Ausnahmen.

17.06.2019