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Aktuelles Häufig blinzeln und Sonnenbrille tragen: So bleiben die Augen geschützt
Mehr Gesundheit Aktuelles Häufig blinzeln und Sonnenbrille tragen: So bleiben die Augen geschützt
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08:00 23.03.2019
Wenn die Augen bei längerer Bildschirmarbeit gereizt sind, hilft es, diese gelegentlich mal etwas länger zu schließen. Quelle: Fotolia/sebra
Leipzig

Eine winzige Fliege, etwas Sonnencreme, ein wenig Sand: Kleinste Fremdkörper können das Auge mächtig reizen. Und auch ohne offensichtlichen Grund juckt es manchmal, fühlt sich trocken an oder tränt. Meist sind die Augen dann auch gerötet.

Schlimm ist das fast nie, aber unangenehm allemal, vor allem wenn man sich über die Sonne freuen möchte. Denn einige der häufigsten Ursachen für Reizungen machen den Augen gerade dann zu schaffen, wenn es wärmer wird.

Hier gibt es Tipps zum Vorbeugen und Lindern – und Erklärungen, warum unsere Augen so empfindlich sind:

Zu viel Sonne, Wind und Wasser

Lange Taucheinlagen im Swimmingpool quittiert das Auge mit Rötungen, denn Chlorwasser reizt die Schleimhäute.

Baden – auch im See oder Meer – kann das empfindliche Gleichgewicht des Sehorgans durcheinanderbringen: Wenn sich Wasser mit dem Tränenfilm mischt, gelangen Keime ins Auge und stören die natürliche Mikroflora.

„Zur Vorbeugung sollte man unbedingt eine Schwimmbrille tragen“, rät Dr. Frank Rohrwacher. Er praktiziert als Augenarzt in Leipzig und ist sächsischer Landesvorsitzender im Berufsverband der Augenärzte.

Noch wichtiger als die Schwimm- ist eine Sonnenbrille, sagt der erfahrene Arzt: Sie hält Sonnenlicht und Wind vom strapazierten Auge ab – vorausgesetzt, sie ist groß genug, sitzt nah am Gesicht und filtert Strahlung mit einer Wellenlänge von unter 400 Nanometer heraus. Zu erkennen ist das an der UV400-Kennzeichnung.

„Billige Brillen sollte man sich lieber ganz sparen, weil durch die Tönung dem Auge ein Schutz vorgetäuscht wird. Dadurch weiten sich die Pupillen, und dadurch kommt noch mehr Licht ins Auge“, erklärt Dr. Rohrwacher. „Billige getönte Brillen schaden also wirklich.“

Eine Allergie steckt dahinter

Und zwar meist eine Reaktion auf Gräserpollen – das ist der Klassiker in den Sommermonaten, weil Gräser während der gesamten schönen Jahreszeit blühen.

Selbst wenn die Nase frei und Heuschnupfen ein Fremdwort ist: Auch juckende Augen sind ein typisches Symptom. Leider kann man eine Pollenallergie auch noch als Erwachsener bekommen.

Denkbar wäre übrigens auch eine Allergie gegen Nickel, denn was viele nicht wissen: Mascara, Lidschatten und Cremes können so viel Nickel enthalten, dass Kontaktallergiker empfindlich reagieren.

Augenarzt Dr. Frank Rohrwacher ist Landesvorsitzender im Berufsverband der Augenärzte. Quelle: Andreas Döring

Die Klimaanlage ist schuld

Ein kühler Luftstrom ist herrlich im Sommer, gekühlte – und somit entfeuchtete – Luft kann das Auge aber regelrecht austrocknen, denn sie entzieht den Schleimhäuten Feuchtigkeit. Mögliche Folge: Der Tränenfilm reißt, das Auge reagiert gereizt.

Besonders schlecht sind Klimaanlagen im Büro, denn: „Wer konzentriert am Bildschirm arbeitet, blinzelt deutlich seltener als sonst“, sagt Dr. Rohrwacher.

Zwischendurch mal für 20 Sekunden die Lider schließen sei gut, damit nicht ständig Tränenwasser verdunstet.

Noch besser sei es, häufiger bewusst zu blinzeln: Die Lidbewegung regt die für den Tränenfilm zuständigen Drüsen an, mehr Sekret abzugeben.

Zudem sollte der Computer nicht zu hell eingestellt sein – und gerade in der trockenen Heizungsluft im Büro wirkt ein Luftbefeuchter Wunder.

Sonnenbrand am Auge

Die ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts ist eine tolle Sache – sie hellt unsere Stimmung auf und sorgt für die Bildung von Vitamin D. Doch: Im Sommer ist die Strahlung sehr intensiv, brandgefährlich sozusagen, und kann im Organismus Schaden anrichten.

Ein typisches Beispiel: der Sonnenbrand, also die entzündliche Veränderung der Haut. Der ist auch am Auge möglich, wenn etwa am Strand das Sonnenlicht durch Wasser und Sand reflektiert wird und die Hornhaut durch zu intensive UV-Strahlung geschädigt wird.

Ähnliches gilt für die Schneeblindheit, einer schmerzhaften Reizung der Hornhaut und der Bindehaut durch gleißend reflektiertes Sonnenlicht durch Schnee oder Gletscher im Gebirge.

Diese Tipps bringen Linderung

Abhilfe schaffen abschwellende Augentropfen, die man rezeptfrei in der Apotheke erhält.

„Da gibt es große Qualitätsunterschiede“, warnt Dr. Rohrwacher. „Sie sollten vor allem frei von Konservierungsmitteln sein.“

Schmerzende Augen sollte man besser nicht reiben, sonst können sich die Symptome verstärken.

Bei Augenverletzungen, bei Bindehautentzündungen mit eitrigen Absonderungen und starken Schmerzen heißt es: schnellstmöglich zum Arzt.

Wer plötzliche Lichtblitze oder eine Art Rußregen zu lange ignoriert, riskiert eine Netzhautablösung.

In den allermeisten Fällen jedoch geht es den gebeutelten Augen bald besser, trotzdem raten Experten: Länger als ein bis zwei Tage sollte man sich ein deutlich gereiztes Auge nicht untätig angucken.

Von Christopher Resch

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