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17:33 13.09.2019
Viele Bluttransfusionen in deutschen Kliniken wären laut einer Studie der Barmer-Krankenkasse zu vermeiden. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Berlin

Viele Bluttransfusionen in deutschen Kliniken wären laut einer Studie der Barmer-Krankenkasse zu vermeiden. Dafür sollten vor allem Millionen Patienten mit Blutarmut (Anämie) besser auf planbare Operationen vorbereitet werden, sagt Kassenchef Christoph Straub.

Bisher nutzten aber nur wenige Krankenhäuser in

Deutschland ein spezielles Behandlungskonzept zur Stärkung der körpereigenen Blutreserven, das sogenannte Patient Blood Management (PBM). "Das sollte sich schnell ändern."

Bisher 40 Kliniken am PBM-Netzwerk

Zum PBM-Konzept gehört zum Beispiel, Patienten vorab Eisenpräparate zu geben und bei Operationen "blutsparende" Techniken wie minimalinvasive Eingriffe und blutstillende Mittel anzuwenden. Damit würden Transfusionen insgesamt deutlich unwahrscheinlicher.

In Deutschland seien bisher rund 40 Kliniken in einem PBM-Netzwerk, erläuterte die Barmer. Dagegen sei das Konzept in den Niederlanden deutlich weiter verbreitet. Hätte Deutschland einen Pro-Kopf-Verbrauch wie der Nachbarstaat, ließen sich hierzulande pro Jahr bis zu eine Million Blutkonserven vermeiden - nach Daten von 2017 waren es insgesamt rund 3,2 Millionen.

Dabei zeige sich seit 2009 in allen Bundesländern der positive Trend, dass Bluttransfusionen zurückgehen. Es gibt der Studie zufolge aber regionale Unterschiede. So erhielten in Bayern und Baden-Württemberg rund sechs Prozent der Patienten bei einer Operation Transfusionen, in Mecklenburg-Vorpommern knapp acht Prozent.

Verwechselung der Blutgruppe ist Hauptrisiko

Transfusionen mit eigenem oder gespendetem Blut sind etwa nötig, wenn es bei OPs zu großem Blutverlust kommt. Sie können aber mit Risiken für die Patienten verbunden sein. Die größte Gefahr besteht heute laut Bundesgesundheitsministerium darin, dass Blutkonserven aufgrund von Verwechslungen nicht zur Blutgruppe passen.

Für 2015 wurden 58 Fehltransfusionen mit drei Todesfällen bei rund fünf Millionen hergestellten Blutprodukten an das zuständige Paul-Ehrlich-Institut gemeldet, antwortete das Ministerium 2018 auf eine parlamentarische Anfrage. Blutprodukte, die nach dem Stand von Wissenschaft und Technik hergestellt und verabreicht werden, seien aber lebensrettende Arzneimittel.

Die Barmer verwies in der Studie darauf, dass PBM-Konzepte anfangs Kosten verursachten. Dann resultierten daraus aber Einsparungen bei Ausgaben für Blutkonserven und durch geringere Gesundheitsrisiken.

dpa

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