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Fit & Gesund Leipzig HNO-Chefarzt gibt Tipps zum Start der Pollensaison
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11:20 07.03.2019
Frühlingsluft lässt Haselpollen fliegen. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Leipzig

Dr. Boehm, die Pollen fliegen schon – das haben viele in den vergangenen Wochen gemerkt. Haben Sie auch schon mehr Patienten in Behandlung?

Die Pollensaison startet im Prinzip sobald man die ersten Frühblüher sieht. Parallel blühen dann auch Birke, Erle und Hasel. Dann kommen natürlich auch die Patienten mit den typischen Beschwerden zu uns. Die klimatischen Veränderungen verschieben grundsätzlich die Pollenzeit weiter nach vorne. Aber wir sind dieses Jahr nicht ungewöhnlich früh dran. Vergangenes Jahr hatten wir die ersten Blüten im Januar, dann war es im März noch einmal lange kalt und die Pollensaison ist im April richtig gestartet. Pollenallergiker haben witterungsabhängige Beschwerden.

Wie merke ich, ob meine laufende Nase zu einer Erkältung oder doch zu einer Allergie gehört?

Die allergischen Reaktionen der Nase und Schnupfensymptome unterscheiden sich. Allergische Beschwerden sind oft mit Juckreiz in den Augen verbunden. Auch ein klarer wässriger Schnupfen zeigt in diese Richtung. Die Pollenallergie macht zwar auch abgeschlagen, aber bei einem grippalen Infekt hat man mehr allgemeine Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. HNO-Ärzte können das gut trennen. Allergietests gehören zur Standarddiagnostik in den Praxen, wie auch hier im Klinikum St. Georg, durch die man innerhalb weniger Tage eine Aussage zur Frage Allergie ja oder nein und auch zum Hauptallergen treffen kann.

Dr. med. Andreas Boehm, HNO-Chefarzt am Klinikum St. Georg Quelle: Klinikum St. Georg

Was würden Sie jemandem raten, der vermutet, eine Pollenallergie zu haben?

Wer nur wenige Beschwerden hat, dem würde ich raten, „Scotland Yard“ zu spielen und ein Beschwerdetagebuch zu führen: Wann sind die Symptome stärker, wann schwächer? Geht es mir im Urlaub am Meer oder in den Bergen besser? Das hilft uns Ärzten bei der Diagnostik sehr. Bei stärkeren Beschwerden sollte man zügig einen Arzt aufsuchen. Entweder den Hausarzt oder je nachdem, ob die Beschwerden eher beim Atmen oder im Bereich Augen und Nase sind, einen Lungenfacharzt oder HNO-Arzt.

Muss man denn unbedingt zum Arzt gehen? Es gibt ja auch freiverkäufliche Mittel in der Apotheke.

Ja, die gibt es. Aber sie sind keine ursächliche Therapie. Die Desensibilisierung ist als ursächliche Therapie zwingend. Bei unbehandelten Allergien findet nach zehn bis 15 Jahren oft ein „Etagenwechsel“ statt. Das heißt, aus einem banalen Heuschnupfen wird nicht banales Asthma – das ist nicht mehr lustig. Je konsequenter der Heuschnupfen behandelt wird, umso weniger hoch ist das Risiko Asthma zu bekommen.

Von Nadine Marquardt

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