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Helios Park-Klinikum Leipzig Wie Künstliche Intelligenz die Krebstherapie unterstützt
Mehr Gesundheit Helios Park-Klinikum Leipzig

Wo KI die Therapie unterstützt

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09:23 22.04.2021
Fokussiert: Priv.-Doz. ­Dr. Ulrich Halm, Ärztlicher Direktor am ­Helios Park­Klinikum und Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Hämatologie, Onkologie und Palliativ­medizin.
Fokussiert: Priv.-Doz. ­Dr. Ulrich Halm, Ärztlicher Direktor am ­Helios Park­Klinikum und Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Hämatologie, Onkologie und Palliativ­medizin. Quelle: Christian Hüller
Leipzig

Dass eine Darmspiegelung ein zentrales Mittel im Kampf gegen den Krebs darstellt, ist bekannt. Doch seit kurzer Zeit kommt im Helios Park-Klinikum eine neuartige Technik zum Einsatz, mit der die Koloskopie noch einmal deutlich verbessert wird. „In unserem Klinikalltag ist das eine enorme Hilfe, die ganz klar Aussagefähigkeit und Qualität der Darmspiegelung verbessert“, sagt Privat-Dozent Dr. Ulrich Halm. Er ist Ärztlicher Direktor am Helios Park-Klinikum und Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin.

Es geht, kurz gesagt, um künstliche Intelligenz (KI). Je früher Krebsvorstufen, die Polypen, erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Das gilt für alle Krebserkrankungen. Während einer Darmspiegelung sorgt nun ein die Untersuchenden unterstützendes System dafür, sogar solche Polypen zu erkennen, die selbst einem erfahrenen Chefarzt wie Dr. Halm entgehen könnten. „Der Algorithmus erkennt Unregelmäßigkeiten in der Oberflächenstruktur und zeigt in Echtzeit, wo sich der veränderte Gewebebereich befindet“, sagt der Arzt. „Die KI entdeckt durchweg mehr an solchen auffälligen Strukturen als selbst sehr, sehr gute Untersucher.“

Nur im Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik

Natürlich funktioniert das alles nur im Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik. Die Entscheidung, wie mit den Befunden umgegangen werden muss, liegt beim Arzt oder der Ärztin – gemeinsam mit Patientin oder Patient. Wie auch beim Menschen, der durch Erfahrung und Übung dazulernt und seine Fähigkeiten verfeinert, lernt auch die künstliche Intelligenz.

Die Software wurde mit tausenden Bildern gefüttert, um alle möglichen Arten und Formen von Polypen zu erkennen. Das Gute, so Dr. Ulrich Halm: „Wir können die Technik prinzipiell bei allen Patientinnen und Patienten einsetzen, ohne Vorbedingung oder Einschränkung.“

Individuell abgestimmte Behandlung

Jährlich werden am Park-Klinikum etwa 1500 Darmspiegelungen vorgenommen, zur Diagnostik und vor allem auch zur Therapie. Seit einigen Monaten unterstützt die Untersuchenden dabei die Software. „Bei etwa 40 Prozent in der von uns untersuchten Altersgruppe finden wir behandlungsbedürftige Polypen“, so Dr. Halm. Wird ein bösartiger Tumor entdeckt, beginnt eine individuell abgestimmte Behandlung im Viszeralonkologischen Zentrum der Klinik.

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In naher Zukunft ist auch denkbar, dass sie nicht nur bei der Darmspiegelung eingesetzt werden kann, sondern etwa auch in der Untersuchung des oberen Magen-Darm-Trakts. „Momentan besteht die Zulassung nur für die Koloskopie, weil die dortige Dickdarmschleimhaut sehr glatt ist – das macht es dem Computer leichter.“ Ohne einen erfahrenen Arzt oder eine erfahrene Ärztin geht es also nie – und von denen gibt es am Helios Park-Klinikum glücklicherweise viele.

Von PR/LMG