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Herzzentrum Leipzig Kleine Herzen werden erwachsen
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08:04 16.03.2020
Prof. Dr. Ingo Dähnert spricht mit einer jungen Patientin – der Teddy ist natürlich dabei. Quelle: Christian Hüller
Leipzig

Wann immer es um eines dieser kleinen, aber doch schon so kräftigen Organe geht, ist die Konzentration in den OP-Sälen des Herzzentrums Leipzig mit Händen zu greifen. Ein Kinderherz zu operieren, ist hochkomplex. „Ein erwachsener Organismus vergibt dem Arzt durchaus kleinere Fehler. Der eines Kindes nicht“, sagt der ­Direktor der Universitätsklinik für Kinderkardiologie, Prof.­ ­Dr. Ingo Dähnert. Er ist ein ausgewiesener Experte seines Fachs, und er beschäftigt sich zunehmend auch mit Herzen von Erwachsenen.

Überlebensrate von 99 Prozent

An dieser Entwicklung sind die Leipziger Ärztinnen und Ärzte nicht ganz „unschuldig“, bemerkt er mit einem Augenzwinkern. Denn wenn ein Kind mit angeborenem Herzfehler auf die Welt kommt, liegt seine Überlebensrate bei 99 Prozent. „Den meisten von ihnen geht es im weiteren Leben wirklich gut“, sagt Prof. Dähnert, „aber es gibt auch Spätfolgen, die man bisher nicht kannte, weil es solche Patienten ja gar nicht gab.“ Diese Menschen sehen der Chefarzt und seine Kolleginnen und Kollegen dann wieder – vor allem ab einem Lebensalter von 50 Jahren und mehr. „Hier sollte man mindestens alle fünf Jahre genauer hinschauen.“

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Besonders betrifft das die Gruppe von Patienten, die mit nur einer Herzkammer auf die Welt kamen. Groß ist diese Gruppe zwar nicht: Eines von 100 Kindern wird mit einem angeborenen Herzfehler geboren, und davon haben fünf bis zehn Prozent ein Einkammerherz. „Auch diese Patienten können ein gutes Leben führen, aber: Die möglichen Komplikationen und Spätfolgen müssen wir studieren, hinterfragen und beobachten“, erklärt Prof. Dähnert.

In Deutschland führend

Hierfür spielt die am Herzzentrum Leipzig lange etablierte Verzahnung der ärztlichen Disziplinen eine große Rolle. Das umfasst die Kinderintensivschwestern, aber auch etwa die Kinderrhythmologie – bei der Behandlung rhythmologischer Störungen mittels Katheter sind die Leipziger führend in Deutschland, sagt Prof. Dähnert. Nicht zuletzt wirkt neben ihm am Herzzentrum Leipzig Prof. Dr. Martin Kostelka, einer der weltweit renommiertesten Kinderherzchirurgen. Der Tscheche ist einer der besten seines Fachs, und ein Kämpfer: „Wenn wir sagen, dass die Überlebensrate der kleinen Patienten mit angeborenem Herzfehler bei 99 Prozent liegt, dann sage ich: Es müssen 100 Prozent werden!“

Von PR/LMG