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08:00 16.04.2021
Im Gespräch: Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur. Dieses Bild wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen. Heute ist der Mund-­Nasen-Schutz natürlich Pflicht.
Im Gespräch: Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur. Dieses Bild wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen. Heute ist der Mund-­Nasen-Schutz natürlich Pflicht. Quelle: Dominik Wolf
Leipzig

Anfangs war es nur eine Vermutung, mittlerweile bestätigen es die Zahlen: Im Jahr 2020 wurden weniger Herzinfarkte in den Kliniken behandelt. Das liegt nicht daran, dass weniger Menschen erkrankt sind, vielmehr haben einige den Herzinfarkt zuhause durchgestanden. Das ist eine der vielen Folgen der Corona-Pandemie, sagt Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur am Herzzentrum Leipzig.

Im Elektrokardiogramm (EKG) sichtbare Infarkte seien um etwa 14 Prozent zurückgegangen, andere sogar um bis zu 40 Prozent. Zugleich stieg in Phasen, in denen Covid in den Medien omnipräsent war, die Zahl der Reanimationen stark an. Er verstehe die Sorge der Patientinnen und Patienten vor einer Ansteckung, sagt Prof. Thiele.

Extrem hohe Hygienemaßnahmen

Aber: „Die Hygienemaßnahmen bei uns sind extrem hoch, wir achten penibel darauf, dass sich die Patientinnen und Patienten hier nicht infizieren können.“ Alle stationären Patientinnen und Patienten werden nach wie vor in regelmäßigen Abständen auf Covid-19 getestet. „Ich gehe fest davon aus, dass das Krankenhaus ein sichererer Ort war als zum Beispiel der Arbeitsplatz oder der ganz normale Alltag“, sagt Prof. Thiele.

Unbehandelte Infarkte können Folgekrankheiten auslösen

Gleichzeitig rät er dringend davon ab, einen medizinischen Notfall zuhause auszusitzen. „Wenn Infarkte nicht vernünftig behandelt werden, können sich Herzrhythmusstörungen oder eine Herzinsuffizienz entwickeln.“ Beides sind potenziell lebensbedrohliche Krankheiten. Der erfahrene Arzt hat zudem beobachtet, dass einige Menschen in einem noch schlechteren Zustand zu ihm gekommen sind, als es zuvor der Regelfall war.

Dennoch ist nicht nur die Angst der Patientinnen und Patienten daran schuld. Stellenweise habe der Lockdown auch dazu geführt, dass Termine verschoben wurden, wodurch das Risiko für einen „kardiovaskulären Kollateralschaden“, einen Schaden für Herz und Gefäße, anstieg. Weil alle nur noch auf Corona schauen, sei womöglich die Wahrnehmung für Alltagskrankheiten gesunken.

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Deshalb lautet Prof. Thieles einfacher, aber dringender Appell: „Achten Sie auf Ihre Symptome, vergessen Sie Ihre Vorsorgeuntersuchungen nicht, und: Gehen Sie zum Arzt!“

Von PR/LMG