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Herzzentrum Leipzig Organspende ist der Goldstandard
Mehr Gesundheit Herzzentrum Leipzig Organspende ist der Goldstandard
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12:25 12.03.2019
Prof. Dr. Diyar Saeed, Leiter des Kunstherz- und Transplantations­programms am Herzzentrum Leipzig Quelle: Christian Hüller

Herr Prof. Saeed, wann benötigen Menschen ein Herzunterstützungssystem?

Ein sogenanntes linksventrikuläres Herzunterstützungssystem, kurz LVAD, unterstützt die Herzleistung. Es wird bei Patienten eingesetzt, die eine terminale Herzinsuffizienz haben, also im letzten Stadium einer Herzschwäche sind. Wenn Medikamente nicht mehr helfen, kann ein Kunstherz eine Lösung sein. Es dient jedoch hauptsächlich als Überbrückung. Die größte Zahl der Patienten würde eigentlich von einer Herztransplantation profitieren. Aufgrund des Mangels an Organen geht dies oft leider nicht. Wenn sich die Patienten in einem kritischen Zustand befinden werden hier die LVADs eingesetzt. Die Kunstherzsysteme sind sehr gut entwickelt. Sie werden oft minimalinvasiv, also mit kleinen Schnitten, implantiert. Das Gerät ist geräuschlos, die Betroffenen haben in der Regel eine relativ gute Lebensqualität. Es geht ihnen deutlich besser als vor dem Eingriff. Allerdings liegen die Überlebenschancen nach einem Jahr bei 80 bis 90 Prozent.

Wann ist eine Herztransplantation unausweichlich?

Die Transplantation ist bei der Therapie der terminalen Herzinsuffizienz der Goldstandard! Sie ist bei weitem besser als das Kunstherz, da die Lebensqualität deutlich besser ist und die Leistungsfähigkeit des Herzens wiedergewonnen wird. Allerdings fehlen die Organe. Internationale Daten zeigen: Die Hälfte der Patienten, die eigentlich eine Herztransplantation bekommen müsste, haben heute ein Kunstherz. Deshalb ist es so wichtig, dass sich die Spenderzahlen verbessern.

Welchen Einfluss hat hier das neue Organspendegesetz?

Ich denke, die finanzielle Unterstützung der Krankenhäuser und die Freistellung von Transplantationsbeauftragten für diese wichtige Aufgabe, wird die Zahl der Organspenden positiv beeinflussen. Denn so funktioniert es in Spanien, den Niederlanden und anderen europäischen Ländern. Allein die Diskussion um die Widerspruchslösung ist gut, da wir sehen, dass die Zahl der Transplantationen im letzten Jahr gestiegen sind. Wenn alle Menschen einen Spenderausweis hätten, wäre das Problem der Organspenden deutlich kleiner.

Von PR/LMG

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