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Herzzentrum Leipzig Weil bei der Geburt ihres Kindes die Hauptschlagader reißt, beginnt ein Kampf ums Überleben
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08:01 16.03.2020
Susann Berger und ihre kleine Tochter Linda hatten großes Glück im Unglück.
Susann Berger und ihre kleine Tochter Linda hatten großes Glück im Unglück. Quelle: Sven Gückel
Leipzig

Zu Beginn, sagt Susann Berger, verlief alles entspannt. Die Untersuchungsergebnisse zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Kurz vor Weihnachten 2018 sollte das Baby kommen. Doch wenige Wochen zuvor spürte sie ungewollte Veränderungen. Bergers Urin wies unverhältnismäßig hohe Eiweißwerte auf, im Körper lagerte sich viel Wasser ab und der Blutdruck schoss in die Höhe. Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung.

Um kein Risiko einzugehen, wurde Susann Berger nach Chemnitz überwiesen. Hier klagte sie derart über Rückenschmerzen, dass man sich entschied, das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen. Im Aufwachraum, so berichtet sie, habe sie nur sehr schwer Luft bekommen. Die Computertomographie zeigte: Die Hauptschlagader war im ersten Teil der aufsteigenden Aorta gerissen.

Lebensgefährliche Operation

„Das ist eine lebensgefährliche Situation”, resümiert Prof. Dr. Michael Borger, Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie am Herzzentrum Leipzig. Noch in der Nacht wurde die Patientin nach Leipzig verlegt, nur wenige Stunden nach der Geburt ihres Kindes. Der Chef persönlich nahm sich der Patientin an.

Höchste Eile war den behandelnden Ärzten des Herzzentrums Leipzig geboten. „Mit jeder Stunde schwindet in solchen Fällen die Überlebenschance um ein Prozent“, sagt Prof. Borger. Die gerissene Hauptschlagader könne jederzeit platzen, zudem können lebensnotwendige Verästelungen verstopfen, die das Gehirn mit Blut, also auch mit Sauerstoff versorgen. Sofort nach ihrer Ankunft in Leipzig wurde Susann Berger deshalb für die OP vorbereitet.

Anspruchsvolle Operation

Die Mediziner stellten fest, dass die Herzklappe zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader nicht dicht war. Im Regelfall wird dann die Aortenklappe ersetzt, entweder mit einer künstlichen oder einer organischen Klappe. Prof. Borger entschied sich aufgrund des noch jungen Alters seiner Patientin für die anspruchsvolle ­„David-Operation“: Statt einer neuen Herzklappe wurde Susann Bergers eigene Herzklappe rekonstruiert und die umgebende Hauptschlagader ersetzt.

Schon nach fünf Tagen war Susann Berger wieder fit genug für den Rücktransport nach Chemnitz. Ohne die Hand des Chirurgen hätte sie keine Chance gehabt, das Neugeborene wiederzusehen. Umso mehr freute sie sich nun auf die kleine Linda. Ihr und dem Kind geht es mittlerweile rundum gut. Auch Michael Borger freut sich über den positiven Verlauf der Operation.

Großes Glück im Unglück

„Frau Berger hatte großes Glück im Unglück“, sagt er und fügt an, dass ein angeborener Herzfehler wohl der Auslöser war. Dieser und der erhöhte Blutdruck während der Schwangerschaft bildeten eine fast todbringende Gemeinschaft.

Im Herzzentrum Leipzig werden viele Aortenfälle operiert. Dementsprechend hoch ist auch die Expertise der Mediziner. Dank derer kann Susann Berger nun mit ihrer Tochter Linda jedes Jahr einen zweiten Geburtstag feiern.

Von PR/LMG