Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Reha in Sachsen Sachsens Reha-Kliniken immer gefragter – LVZ-Serie gibt Überblick
Mehr Gesundheit Reha in Sachsen Sachsens Reha-Kliniken immer gefragter – LVZ-Serie gibt Überblick
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:25 11.01.2019
Eine Physiotherapeutin behandelt eine Patientin am Rücken. Quelle: dpa
Leipzig

Reha in Sachsen ist gefragt: Fast 103 000 Patienten ließen sich im vergangenen Jahr in einer der 53 Reha-Kliniken behandeln – rund 12 000 mehr als noch im Jahr 2005. Das geht aus noch nicht veröffentlichen Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.

Ziel einer Rehabilitation ist die Wiederherstellung des Gesundheitszustandes – etwa nach einem Unfall oder einer Krankheit. Sie soll den Betroffenen die Rückkehr ins Berufsleben beziehungsweise ein möglichst selbstständiges Leben ermöglichen.

Die meisten Rehaleistungen werden von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziert.

Maßnahmen zur Vorsorge müssen Patienten seit der Gesundheitsreform im Jahre 2000 größtenteils oder ausschließlich aus eigener Tasche bezahlen.

Deutschlandweit wurde im Vorjahr knapp zwei Millionen Menschen eine stationäre Reha bewilligt. Hauptgründe waren OPs am Knie- und Hüftgelenk, Rückenschmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In Sachsen sind die Wartezeiten auf einen Reha-Platz vergleichsweise gering – anders als bei Kliniken an der Ostsee, wo man sich ein halbes Jahr oder länger gedulden muss.

Patienten können eine Wunschklinik nennen.

Doch nicht jeder Reha-Antrag und jeder Wunschort werden bewilligt. „Im vergangenen Jahr wurden bei der DRV insgesamt rund 1,6 Millionen Anträge auf eine medizinische Reha gestellt“, sagt Ursula Wächter von der DRV Mitteldeutschland. Davon seien 16 Prozent abgelehnt worden.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen gingen im gleichen Zeitraum fast 1,3 Millionen Anträge auf Reha- oder Vorsorgeleistungen ein. Hier lag die Ablehnungsquote bei 17 Prozent.

Hauptgründe für eine Ablehnung sind geringe Erfolgsaussichten sowie fehlende Bedürftigkeit beziehungsweise Fähigkeit für eine Reha.

Mitunter lohne sich aber ein Widerspruch, sagt Ingo Dörr, Geschäftsführer des Arbeitskreises Gesundheit: „Manche Ablehnungen hinterlassen schon einen Eindruck von Willkür.“

Unter dem Titel „Reha-Kompass Sachsen“ gibt die LVZ einen Überblick über die Therapieangebote der Reha-Kliniken im Freistaat.

Die Themen der LVZ-Serie im Überblick:

Teil 2: Krebs-Erkrankungen

Teil 3: Mutter-/Vater-Kind-Kur

Teil 4: Verdauungsstörungen

Teil 5: Alterserkrankungen

Teil 6: Neurologie-Probleme

Teil 7: Psychosomatische Störungen

Teil 8: Orthopädische Leiden

Teil 9: Herz-Kreislauf-Störungen

Teil 10: Suchtprobleme

Teil 11: Kinder-/Jugend-Reha

Die Serie ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Sächsischen Zeitung und der Freien Presse. Sie fußt auf einer erfolgreichen Medizinserie – 2015 hatten die drei sächsischen Zeitungen für die Serie „Ambulant operieren – so zufrieden sind Patienten in Sachsen“ den deutschen Lokaljournalistenpreis der Adenauer-Stiftung erhalten.

In der Serie erläutern Chefärzte am Beispiel der häufigsten Einweisungsgründe, wie die Reha abläuft und wie groß die Chancen auf eine Heilung sind.

Anders als Krankenhäuser sind Reha-Kliniken zwar nicht verpflichtet, über die Ergebnisse der externen Qualitätsprüfung Auskunft zu geben. Es wurde trotzdem danach gefragt – außer elf Kliniken gaben alle freiwillig Auskunft.

Von Steffen Klameth und André Böhmer

Übersicht

Rehaeinrichtungen in Sachsen - Infografik