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15:37 16.09.2019
Tauchen auf der Mobilfunkrechnung nicht nachvollziehbare Posten auf, sollte man widersprechen. Das raten Verbraucherschützer. Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
Berlin

Tauchen auf der Mobilfunkrechnung nicht nachvollziehbare Posten auf, sollte man diesen widersprechen. Das gilt auch für kleine Beträge. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) rät, per Brief ein etwaiges Abo zu stoppen und generell Zahlungen sowohl vom Drittanbieter als auch vom Mobilfunkanbieter zurückzufordern.

Die

Stiftung Warentest berichtet in ihrer jüngsten "Finanztest"-Ausgabe (10/19) etwa über 41 000 Mobilfunk-Kunden, die falsche oder zu hohe Rechnungen bekommen haben. Dabei ging es um Drittanbieterleistungen wie Videos oder andere auf der Rechnung nicht näher benannten "Sonderdienste", die sie gar nicht bestellt hatten. Auch die Warentester raten: Hat man nichts gekauft, beim Mobilfunkanbieter

schriftlich reklamieren und das Geld dort zurückverlangen.

Dubiose Firmengeflechte

Denn wie die recherchierten Fälle zeigten, stand hinter den Betrugsfällen ein dubioses Geflecht aus Abrechnungsdienstleister, Drittanbieter und jeweils deren Tochter- oder Mutterfirmen. Die Warentester beurteilen die rechtliche Situation deshalb so, dass der Mobilfunkanbieter eigentlicher Vertragspartner und Adressat für den Widerspruch ist. Schließlich ließen sich die Mobilfunkanbieter auf Drittanbieter-Geschäfte ein, weil sie daran mitverdienten.

Zum Schutz vor ungewollten Käufen, Handy-Abofallen und auch Betrug müssen Provider auf Verlangen des Kunden aber jederzeit eine Sperre einrichten. Dann können Dritte nichts mehr über die Handyrechnung abrechnen, erklärt der vzbv.

Mit Sperre auf Nummer sicher gehen

Die sogenannte Drittanbietersperre lässt sich per E-Mail beauftragen, oft aber auch direkt im Online-Kundenbereich oder in den Kunden-Apps der Mobilfunkanbieter aktivieren. Zudem hat der vzbv einen

Beauftragungs-Musterbrief zum Herunterladen bereitgestellt, aber auch Musterbriefe

an den Drittanbieter sowie

an den Mobilfunkanbieter, mit denen sich ungewollte Handy-Abos stoppen lassen und Geld zurückgefordert werden kann.

Bei vielen Mobilfunkanbietern können Kunden auch genauer eingrenzen, für welche Angebote die Sperre gelten soll. Wer also seriöse, vielleicht gewünschte Dienste wie das Bezahlen von Parkscheinen per SMS weiter nutzen möchte, sollte nachfragen, ob die Möglichkeit einer Teilsperrung besteht, rät der vzbv. Kontaktloses Bezahlen hat mit den Sperren nichts zu tun und funktioniert weiter.

Beschweren und anzeigen

Als staatliche Aufsichtsbehörde in diesem Bereich fungiert die Bundesnetzagentur. Bei ihr können sich Verbraucher auch beschweren, wenn ihre Rufnummer für falsche Abrechnungen missbraucht wurde - etwa per Mail (rufnummernmissbrauch@bnetza.de), erklärt die Stiftung Warentest. Zudem sollte man unseriöse Drittanbieter wegen Betrugs anzeigen - etwa online bei der Internetwache des jeweiligen Bundeslandes.

dpa

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