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Aktuelles Die Nacht der Fledermäuse
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10:39 22.08.2019
Die internationale Batnight findet jährlich Ende August in 35 Ländern statt. Quelle: pixabay / Jose Miguel Guardeño
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Die internationale Batnight findet jedes Jahr statt, um über Fledermäuse zu informieren und für ihren Schutz zu werben. In ganz Deutschland bietet der Naturschutzbund NABU zu diesem Anlass Veranstaltungen und Aktionen an.

Fledermausnacht im Zaubergarten Stötteritz

Der NABU Leipzig lädt Jung und Alt von 19.30 bis 22 Uhr zur Fledermausnacht in den Zaubergarten in Leipzig-Stötteritz ein. Es gibt Informationsmaterial über Fledermäuse, die Besucher können mit Aktiven des NABU ins Gespräch kommen und sich über Mitmachmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen informieren. Auch die Pflege hilfsbedürftiger Fledermäuse in menschlicher Obhut wird vorgestellt.

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Um 20 Uhr informiert ein Experte in einem Vortrag über Fledermäuse. Anschließend ist in der Dunkelheit eine Fledermausexkursion geplant. Im Zaubergarten können Besucher ab 21 Uhr gemeinsam mit NABU-Experten Fledermäuse beobachten und mit Fledermausdetektoren belauschen. Die Detektoren machen die für Menschen unhörbaren Ultraschalllaute der Fledermäuse hörbar.

Der Eintritt ist frei. Über Spenden für den Fledermausschutz freut sich der NABU, denn Futterinsekten sind teuer und können nur aus Spenden finanziert werden (IBAN DE88 8605 5592 1100 9119 59, Stichwort „Fledermaus“).

In der Dämmerung werden Fledermäuse aktiv. Manchmal kommen sie sogar in die Nähe des Menschen, wie hier auf einem Zeltplatz an der Hohenwarte-Talsperre. Quelle: Linus Endruszeit

Fledermausnacht im Zaubergarten

Samstag, 24. August 2019
19.30 bis 22 Uhr
19.30 Uhr: Infostand, Vorstellung von Pflegetieren
20 Uhr: Fledermaus-Vortrag
21 Uhr: Fledermausbeobachtungen
Zaubergarten Stötteritz, Holzhäuser Straße 130, 04299 Leipzig

Fledermäuse benötigen unseren Schutz

Wenn die Dämmerung kommt, flattern lautlos Fledermäuse über den Himmel. Über Gewässern, zwischen Bäumen und Häusern sind sie auf Insektenjagd. Den Tag verbringen sie in Höhlen und Ritzen – einige Arten gerne in Baumhöhlen, andere leben in Nischen von Gebäuden. Die „Batcity“ Leipzig könnte ein idealer Lebensraum für sie sein – es gibt Gebäude, Bäume, Parks, Friedhöfe, Gärten, Gewässer und den Auwald. Die Realität sieht leider anders aus. Durch Bau- und Sanierungsarbeiten sowie durch die zunehmende Bebauung von Grünflächen und Stadtbrachen geht den Fledermäusen der Lebensraum mehr und mehr verloren. Durch das Insektensterben finden sie auch zu wenig Nahrung. Zudem macht ihnen der Klimawandel zu schaffen. Es gibt immer weniger Fledermäuse und viele sind in einem schlechten Ernährungszustand – obwohl Fledermäuse gesetzlich streng geschützt sind. Dies wird bei Bauprojekten jedoch immer wieder ignoriert.

Der NABU Leipzig wirbt für mehr Rücksicht auf die tierischen Nachbarn und fordert die Einhaltung des Bundesnaturschutzgesetzes, das diese Lebewesen schützen soll, aber oft missachtet wird. Um Biotop- und Artenschutz bei Bauprojekten einzufordern, hat der NABU Leipzig die Petition "Bauen und Natur erhalten" erstellt.

Zaubergarten Stötteritz soll erhalten bleiben

Der Zaubergarten ist ein wertvoller Lebensraum – nicht nur für Fledermäuse, teilt der NABU Leipzig mit. Er ist naturnah gestaltet und damit eine Oase für Menschen, aber auch Vögel, Insekten, Eidechsen und Amphibien haben hier Platz. Natürlich gibt es auch zahllose Kräuter, Sträucher und Bäume. Der Zaubergarten ist zudem ein wichtiger Ort der Umweltbildung mit zahlreichen Veranstaltungen für Kinder. Allerdings ist der Garten, ebenso wie viele andere grüne Orte in Leipzig, von Zerstörung bedroht: Es gibt Pläne, das Areal zu bebauen und umzugestalten. Damit würde ein weiteres Stück Lebensraum in der Stadt und auch eine Stätte der Umweltbildung verloren gehen. Der NABU Leipzig engagiert sich deshalb für den Erhalt dieses Lebensraums.

Fledermäuse sind lautlose Jäger in der Nacht. Da ihre Lebensräume durch Bebauung und Sanierung schwinden und ihre Nahrung, Insekten, knapper wird, sind sie jedoch stark gefährdet. Geschwächte und kranke Tiere bedürfen besonderer Fürsorge, zum Beispiel in Auffangstationen. Quelle: Linus Endruszeit

Fledermausfest im Schloss Maxen mit Einblick in Kinderstube der Fledermäuse

Der NABU Sachsen lädt anlässlich der internationalen Batnight ebenfalls zu einer Veranstaltung ein. Von 15 bis 22 Uhr findet am 24. August das Fledermausfest auf dem Schloss Maxen in Müglitztal statt. Alle neuen und alten Quartierpaten, Fledermausfreunde und alle, die es werden wollen, sind eingeladen, am Fledermausfest teilzunehmen. Gäste können auch bei dieser Veranstaltung mehr über die Schönen der Nacht erfahren.

Quartierpaten für Fledermäuse

Im Januar 2018 startete der NABU Sachsen das Projekt „Quartierpaten für Fledermäuse gesucht“. Ziel des Projektes ist es, das Ehrenamt im Fledermausschutz zu stärken. Dafür werden in ganz Sachsen Personen gesucht – und mittlerweile etliche gefunden – die sich ehrenamtlich aktiv im Fledermausschutz beteiligen möchten. Zentrales Anliegen hierbei ist die regelmäßige Betreuung, also die Pflege und Erfassung, von Fledermausquartieren in Dachstühlen, hinter Fensterläden an Fassaden, in alten Felsenkellern, Kirchen und vielen anderen Orten.
Weitere Infos zum Quartierpaten-Projekt finden Sie hier.

In der Region des Müglitztals fühlen sich zahlreiche Fledermausarten besonders wohl, denn hier finden sie noch eine strukturreiche Kulturlandschaft, Quartiere und Nahrung. So ist eine besondere Fledermausart in diesem Naturraum die Kleine Hufeisennase. Sie wohnt unter anderem im Schloss Maxen und zieht dort ihre Jungen auf. Zum Fledermausfest wird vor Ort eine Kamera aufgebaut, um in die Kinderstube hineinzuschauen. Außerdem können Besucherinnen und Besucher einen Fledermauskasten bauen, einem Vortrag über die heimischen Fledermäuse lauschen, basteln und in der Dämmerung die lautlosen Jäger beim Ausfliegen beobachten.

Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch das Land Sachsen und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), der Eintritt ist frei.

Fledermausfest im Schloss Maxen

Samstag, 24. August 2019
15 bis 22 Uhr

Schloss Maxen, Maxener Straße 1, 01809 Müglitztal

Von Susanne Reinhardt

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