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Für Kinder Ein Land, das es nicht mehr gibt
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14:07 04.10.2018
Quelle: pixabay.com

Viele Leipziger und Dresdener, vielleicht auch eure Eltern und Großeltern, kommen aus einem Land, das es heute gar nicht mehr gibt - die Deutsche Demokratische Republik. Aber wie war sie denn so, die DDR? Das ist eine Frage, bei der sich auch viele Erwachsene nicht einig werden.

Einerseits war die DDR das Zuhause vieler Menschen, die sich noch gern an ihre Kindheit und Jugend erinnern. Andererseits war die DDR auch ein sehr strenges Land – ihre Bewohner durften zum Beispiel nicht einfach so in andere Länder fahren, das verhinderte eine Mauer.

Gelenkte Kindheit

Vieles was ihr heute macht, haben auch die Kinder in der DDR erlebt: Sie gingen in den Kindergarten, in die Schule und in den Hort. Sie hatten Freunde zum Spielen und Spaß haben. Es gab sogar acht Wochen Sommerferien! Doch der Staat bestimmte auch die Kindheit in der DDR. Schon im Kindergarten wurde alles gemeinsam gemacht: essen, schlafen, spielen, aufs Klo gehen. Alle mussten mitmachen, ob sie gerade wollten oder nicht.

Fast alle Kinder waren ab der 1. Klasse „Pioniere“. Sie trugen eine weiße Bluse und ein blaues Halstuch und hatten ein Käppi auf dem Kopf. Die Jungen Pioniere waren eine Art Verein, in dem die Kinder nach der Schule gebastelt haben, Altglas gesammelt oder anderen Menschen geholfen haben. Klingt ja erstmal gut. Aber auch hier versuchte der Staat, die Kinder zu erziehen. Und wer nicht mitmachte, wurde ausgegrenzt.

Montagsdemos in Leipzig

Viele Menschen waren irgendwann sehr unzufrieden mit dem Leben in der DDR. Sie wollten zum Beispiel, dass die Grenze offen ist. Außerdem gab es in der DDr viele Sachen nicht zu kaufen oder man musste sehr lange darauf warten: Autos, Telefonanschlüsse, Bananen, Ananas oder Kaffee zum Beispiel.

Im Herbst 1989 – also vor fast 30 Jahren – gingen Leute montags auf die Straße, um dagegen zu demonstrieren. Das war ganz schön mutig. Denn die Demonstranten mussten Angst haben, von der Polizei festgenommen zu werden. Irgendwann machten aber so viele Leute mit, dass der Staat nichts mehr machen konnte. Die ersten „Montagsdemos“ gab es in Leipzig. Bald demonstrierten die Menschen überall in der DDR.

Die Mauer fällt

Der 9. November 1989 war ein besonderer Tag: Weil so viele Menschen dafür demonstriert hatten, öffnete die DDR-Regierung die Grenzen. Die Menschen aus der DDR konnten einfach so in den anderen Teil Deutschlands gehen. In Berlin – wo die Grenze direkt durch die Stadt ging – fielen sich die Menschen aus Ost und West in die Arme, sie freuten sich und feierten. Auch wenn das gar nicht so geplant war, begann damit das Ende der DDR. Offiziell wurden BRD und DDR am 3. Oktober 1990 wieder ein Staat. Seitdem ist dieser Tag ein Feiertag.

Auf Spurensuche

Was ist übrig geblieben von der DDR? Ein Überbleibsel von früher könnt ihr wahrscheinlich jeden Tag auf dem Weg zur Schule sehen: das Ampelmännchen. Das sieht im Osten Deutschlands heute noch anders aus als im Westen. Manche Lebensmittel von früher gibt es heute auch noch im Supermarkt: zum Beispiel Bautz’ner Senf, Vita Cola und Nudossi. Auch das Sandmännchen, das ihr vielleicht früher im Fernsehen geschaut habt, gab es früher schon.

Schnappt euch doch mal eure Eltern oder Großeltern und begebt euch auf Spurensuche!

Juliane Groh und Nadine Marquardt

Begrenztes Reisen - Urlaub zu DDR-Zeiten

Die Welt war sehr klein: Wer in der DDR Urlaub machen wollte, der musste auf ferne Länder, tropische Strände und exotische Kulturen meist verzichten. Als im Jahre 1961 die Berliner Mauer gebaut wurde, verschlossen sich auch die Wege in die große weite Welt. Alles, was damals zu den westlichen Ländern zählte, durfte nicht besucht werden. Damit wollte die DDR-Regierung verhindern, dass ihre Bürger das Land verlassen und ihr Glück einfach mal woanders suchen.

Wer also in die Ferien fahren wollte, dem blieb meist nur das eigene Land – und das war klein. Die beliebtesten Urlaubsziele waren die Ostsee, die Mecklenburger Seenplatte, das Erzgebirge oder der Harz. Und weil diese Gegenden so beliebt waren, konnte es schon mal knapp werden. Es gab nie genug Betten für Urlauber, und auch die Campingplätze waren schnell ausgebucht. Und so drängten sich am Ostseestrand überall die Sonnenanbeter.

Da in der DDR überall zur gleichen Zeit Schulferien waren, fuhren Familien natürlich auch immer zur gleichen Zeit in die Ferien. Und da spielte der Trabi eine große Rolle. Schwer bepackt ging es dann mit höchstens Tempo 100 in den Urlaub.

Wer ins Ausland reisen wollte, dem blieben im Prinzip nur die heutige Tschechische Republik, die Slowakei, Polen, Ungarn, Rumänen, Bulgarien und das heutige Russland. Nur für diese Länder konnte man einfach so im Reisebüro eine Tour buchen. Daran ließ sich auch mit viel Geld nichts ändern. Selbst mit großen Scheinen in der Hand durfte kaum jemand eine Reise in die große weite Welt unternehmen.

Da blieb es dann beim Träumen. Man kaufte sich Bücher über Asien oder schaute sich in einem Western die Landschaften der USA an.

Für Kinder waren die alljährlichen Sommerferien so wie heute ideal zum Ausruhen. Viele fuhren zwei Wochen ins Ferienlager. Dafür musste nur sehr wenig bezahlt werden. Denn wenn schon ein Urlaub in der weiten Welt unmöglich war, dann sollte es wenigstens das Ferienlager für alle geben. Deshalb erinnern sich noch heute viele an eine unbeschwerte Zeit im Ferienlager, denn diese Chance auf eine sehr preiswerte Erholung nutzte damals die Mehrheit der Kinder.

Bert Endruszeit

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