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Für Kinder „Haben Mädchen die gleichen Möglichkeiten wie Jungs?“ - ein Gespräch mit Rapperin Sookee
Mehr Schlingel & Familie Für Kinder „Haben Mädchen die gleichen Möglichkeiten wie Jungs?“ - ein Gespräch mit Rapperin Sookee
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13:30 21.10.2019
Sookee hat als Sukini nun auch eine CD für Kinder veröffentlicht. Quelle: Teresa Nanni

Unter dem Künstlernamen Sukini hat die Berliner Rapperin jetzt ihr erstes Album für Kinder veröffentlicht. Im Interview mit unserer Redakteurin Uta Zangemeister erklärt sie, warum das Thema so wichtig ist.

Uta Zangemeister: In „Prinzessin Peach“ rappst du über ein Mädchen, das zwar aussieht wie eine Prinzessin, es aber faustdick hinter den Ohren hat? Was willst du deinen Zuhörern damit sagen?

Sukini: Prinzessin Peach ist eine Videospielfigur von Nintendo, also eine Erfindung der Unterhaltungsindustrie. Ihre Rolle ist es, wie eine Prinzessin auszusehen und auf ihren Retter Super Mario zu warten. Meine Prinzessin Peach wartet keineswegs. Sie ist ein umtriebiger Action-Fan mit großem Herz.

Wieso kehrst du das Rollenbild um?

Ich glaube, dass viele Mädchen hinter ihren Möglichkeiten zurückleiben. Sie sollen hübsch anzusehen sein und bestenfalls ein paar nette mädchenmäßige Talente haben. Aber sie sollen nicht wild oder widersprüchlich sein. Oder meinungsstark und eigensinnig. Jungs und Männern wird viel mehr Individualität zugestanden. Das spiegelt sich eben auch in Erfindungen der Unterhaltungsindustrie wieder. In Schlumpfhausen zum Beispiel gibt es den Sportler, den Musikus, den Tüftler, den Träumer … und Schlumpfine. Ihre Eigenschaft ist Frausein. Bei Paw Patrol gibt es auch nur eine Hündin unter sechs männlichen Kollegen. So ist die Welt nicht. Und deswegen braucht man der Welt auch nicht zu erzählen, sie sei so.

Quelle: Teresa Nanni

Was kann man gegen diese Ungerechtigkeit tun?

Schauen, wodurch sich Mädchen und Jungs in Comics, Büchern, Liedern, Serien, Games, im Internet auszeichnen. Ist das gerecht? Haben Mädchen die gleichen Möglichkeiten wie Jungs? Helfen meine Eltern gleich viel im Haushalt? Müssen meine Schwestern bei der Hausarbeit mehr helfen als meine Brüder? Werden meine Mitschülerinnen und Mitschüler gleich behandelt? Und was ist meine Rolle dabei? Fühl ich mich wohl mit dem, was die anderen von mir erwarten, wie ich zu sein habe? Wenn mir das alles eher komisch vorkommt, kann ich mich Anderen anvertrauen und darüber sprechen.

Was kann ich konkret machen?

Zum Beispiel können in der Kita oder in der Schule Bücher angeschafft werden, die von diesem Thema handeln. Oder ich kann einen Theaterbesuch vorschlagen. Ich kann mich im Geschichtsunterricht fragen, was die Frauen in verschiedenen Epochen so gemacht haben. Ich kann mich ein bisschen um das Thema kümmern - wie um eine Pflanze, die ich während der Sommerferien mit nach Hause nehme, um sie zu gießen.

Was ist mit den Jungs? Sind die nicht genauso von festen Rollen-Bildern betroffen? Will Super Mario wirklich eine Prinzessin als Freundin?

Vielleicht will er auch gar keine Freundin. Sondern einen Freund! Jungs sind auch massiv von nervigen Rollen-Klischees betroffen: Immer stark sein müssen, immer hinter den Mädels hinterher, sportlich, am besten gut in Mathe und Physik, sich trauen, härtere Sachen im Internet anzugucken. Weinen geht gar nicht! Soviel Druck tut dem Menschen nicht gut.

Quelle: Teresa Nanni

Menschen werden aber nicht nur wegen ihres Geschlechts benachteiligt.

Rassistische Klischees und Rassismus sind mindestens genauso schlimm. Viele Menschen erdulden und erleiden Schlimmes wegen ihres Geschlechts, der Herkunft oder Sprache ihrer Familie, wegen ihres Glaubens. Das alles müssen wir als Gesellschaft ändern. Das ist unsere Aufgabe.

Wie schafft man mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern?

Es ist ein bisschen komplex. Klar muss das Grundgesetz eingehalten werden, in dem steht, dass alle Menschen zwar anders sind aber gleich behandelt werden müssen. Aber es lohnt sich, zu schauen, was das mit dem eigenen Leben zu tun haben könnte. Ich als Einzelne kann in meinem Umfeld schauen, wo Ungleichbehandlung passiert: Verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen? Machen Männer und Väter tatsächlich zumindest 50  Prozent der Arbeit im Haushalt? Fällt mir auf, dass Frauen in den Medien viel stärker nahegelegt wird, Aufwand für ihr Äußeres zu betreiben?

Zunächst gilt es, das Bewusstsein zu schärfen, dass „Gleichberechtigung“ nicht nur ein Wort ist, sondern das Leben von konkreten Menschen betrifft. Und zwar mindestens der Hälfte aller Menschen. Und dann würde ich empfehlen, sich ins Zeug zu schmeißen und etwas anderes vorzuleben. Wer mag kann auf Demos gehen oder sich Frauen- und Mädcheninitiativen anschließen, oder sich auf der Arbeit, in der Gewerkschaft oder im Verein stark machen. Wenn es keine Frauengruppe in der Biker-Gang gibt, dann muss die eben gegründet werden.

Preisverdächtig

2018 wurde Sookee für ihr Engagement mit dem Louise-Otto-Peters-Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet. Damit werden besondere Leistungen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern gewürdigt.

Sookee mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bei der Verleihung des Louise-Otto-Peter-Preises. Quelle: André Kempner

Verlosung

Im September 2019 hat Sookee als Sukini ihr erstes Kinderalbum veröffentlicht. Es heißt „Schmetterlingskacke“ und beschäftigt sich mit Geschlechter-Klischees, Rassismus oder Mobbingerfahrungen. Wir verlosen zwei CDs. Ihr wollt gewinnen? Dann bittet eure Eltern, uns bis 22. Oktober 2019 eine E-Mail mit dem Kennwort „Schmetterlingskacke“ und den Kontaktdaten an gewinnspiele@lvz.de zu schicken. Viel Glück!

Die Tickets werden unter allen Einsendungen ausgelost. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es gelten die Teilnahmebedingungen und Datenschutzbestimmungen von LVZ.de.

Informationen zur Verarbeitung der Daten gibt es hier: http://www.madsack.de/Informationen_gem_art_13_eu_dsgvo

Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG, Sitz: Leipzig, Registergericht: Leipzig HRA 293

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