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Für Kinder Schwarze statt rosarote Aussichten für Vogel des Jahres 2020: die Turteltaube
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13:46 28.02.2020
Symbol für Liebe und Verliebte - aber leider weltweit stark gefährdet: die Turteltaube. Quelle: Nabu / M. Delpho
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Die Turteltaube gehört zur Familie der Tauben.  Mit 25 bis 28 Zentimetern ist sie kaum größer als eine Amsel – und damit die kleinste unserer Tauben.

Der Vogel ernährt sich fast ausschließlich vegan. Zu seinen Leibspeisen  zählen Samen von Kräutern, Blumen und Gräsern sowie Fichten- und Kiefernsamen am Boden.

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Die Turteltaube ist gut an ihrem farben frohen Gefieder und ihrem Gurren zu erkennen. Ihr Ruf klingt in etwa wie „turr turr“ – daraus leitet sich auch ihr Name ab.

Turteltauben sind gesellige Tiere und leben als Paare in kleinen Gruppen. Weil sie so unzertrennlich sind, bezeichnen wir frisch verliebte Menschen umgangssprachlich gern als Turteltäubchen.

Quelle: Nabu / Ralf Thierfelder

Turteltauben sind Zugvögel. Das heißt, sie fliegen nach Afrika, um  südlich der Sahara zu überwintern. Der Nabu hat einige Tiere mit einem Sender versehen, um ihre weiten Flugrouten zu verfolgen. Ein Blick auf die interaktive Karte verrät: Die sonst in Brandenburg lebende Turteltaube Cyril befindet sich aktuell im westafrikanischen Land Niger, Melanie aus Hessen hält sich gerade in Mali auf. Hier könnt ihr selbst nachschauen, wo die Vögel sich gerade befinden.

Die Turteltaube ist ein Symbol für Liebe, aber ihre Lebensbedingungen sind alles andere als romantisch: Die Turteltaube gilt weltweit als stark gefährdet. Unter anderem, weil die Tiere gejagt werden: Etwa zwei Millionen Turteltauben werden nach Nabu-Angaben jedes Jahr erlegt. Und zwar mehrheitlich legal, denn in zehn EU-Staaten, darunter Spanien und Italien, ist das Abschießen nach wie vor erlaubt – obwohl sie vom Aussterben bedroht sind. Um die gefiederten Liebesboten zu schützen, hat der Nabu eine Petition gestartet, um einen Jagdstopp zu erwirken.

Quelle: Jonathan Cannon / Pixabay

Im Mittelmeerraum ist die Turteltaube besonders häufig zu beobachten. Die meisten der geschätzt drei bis fünf Millionen Paare sind in Spanien und Italien zu Hause. In Deutschland sind die Tiere ebenfalls verbreitet, es werden allerdings immer weniger. Laut Nabu sind seit 1980 mehr als 90 Prozent des Bestandes verloren gegangen. Bundesweit brüten heute nur noch höchstens 22 000 Turteltauben-Paare. Schuld an dem dramatischen Rückgang ist nach Ansicht der Experten die  intensive Landwirtschaft. Die Turteltaube muss zunehmend für den Menschen das Feld räumen und findet deshalb kaum noch geeignete Lebensräume.

Weitere Informationen zur Turteltaube und den Vögeln der vergangenen Jahre findet ihr hier.

Von Constanze Dietsch