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Für Kinder Scooterfahren in Leipzig: Tipps und Tricks
Mehr Schlingel & Familie Für Kinder Scooterfahren in Leipzig: Tipps und Tricks
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11:35 04.04.2019
Scooter-Profi Hannes ist dem LVZ-Fotografen Christian Modla am Peterssteinweg vor die Linse gesprungen. Quelle: Christian Modla

Sie heißen Claudius, Tim, ­Katharina, Hannes und sprechen eine Sprache: Three-­Sixty, Five-Fourty, Suicide, Flair, Finger whip...  ­Scooter-Cracks kommunizieren in Tricks. So werden ihre Stunts ­genannt.

Hannes ist ein „Goofy“. Er hat den rechten Fuß vorn. Nur zehn von Hundert Scooterfahrern starten so. Die meisten sind „Regulars“. Sie haben den linken Fuß vorn. Das Bein, mit dem man beim Fahren Schwung holt, ist das „Pushbein“. Übung bedeutet beim Scooterfahren alles.

Bis ein Trick richtig sitzt, üben ihn die Fahrer meist einhundert Mal oder noch öfter. Verletzungen bleiben nicht aus. Schürf- und Fleischwunden an Köcheln und Schien­beinen sind eingepreist. Hart im Nehmen sollte man sein. „Der Körper gewöhnt sich aber mit der Zeit an die Belastung“, sagt Hannes.

Rollerfahren war gestern. Heute präsentieren Scooter-Cracks Stunts, die Tailrip, Barspin und Fakie heißen. Auch Hannes aus Leipzig hat solche Tricks auf Lager. Sein Vorbild: Youtube-Star Claudius Vertesi.

Unterschieden wird zwischen Street-, Vert-, Flatland-, Miniramp- und Parkfahrern. Streetfahrer nutzen kleine Rampen, die man oft auch im Alltag findet. Sie machen viele Tricks, bei denen das Deck des Scooters rotiert. Parkfahrer nutzen große Rampen und spezialisieren sich auf Tricks, bei denen der ganze Körper in Bewegung ist. Das ist zum Beispiel der Backflip, bei dem die Fahrer mit ihrem Scooter einen Rückwärtssalto über die Rampe machen.

Hannes fährt am liebsten Park, weil er die Flugzeit bei Schanzen mag und jegliche Höhenunterschiede – vor allem Bordstein­kanten – für seine Tricks nutzt. „Scooterfahren ist der beste Sport, den es gibt. Man kann überall ­fahren, ist frei, braucht außer Helm und Knieschützern nichts weiter und kann Tricks ohne Ende machen.“

Hier kann man in Leipzig am besten Scooter fahren

  • Hannes' Lieblingsort: im hinteren, ruhigeren Teil der Fockestraße
  • im Heizhaus
  • vor dem LVZ-Medienhaus im Peterssteinweg
  • am Sportforum ­zwischen Goyastraße und Robert-Koch-Platz
  • auf dem Ge­lände des Jugendclubs Conne Island
  • auf der ­Skateplaza am Richard-Wagner-Platz
  • im Skatepark Grünau
  • auf der ­Miniramp am Renftplatz
  • im Clara-Zetkin-Park
  • am Alten Messegelände
  • vor der Uni
  • am Rabet in der Eisenbahnstraße
  • im Skatepark am Täubchenweg

Ein Anfängerfehler ist es übrigens, dauernd mit der Bremse zu bremsen. So nutzen sich die „Wheels“ – Hartgummiräder aus Kunststoff, Aluminium oder Titan mit einem Durchmesser zwischen 100, 110, 115, 120 oder 125 Millimetern – sehr schnell ab. „Besser ist es, man bremst mit dem Fuß oder mit einem Ausfallschritt“, so der 13-Jährige.

Der Begriff „Scooter“ kommt von dem englischen Verb „to scoot“, was soviel bedeutet wie „abhauen“. Roller, die man in Sport- und Spielwarenläden kaufen kann, sind meist Cityroller. Mit ­diesen darf man in ­Leipziger Scooter-­Treffs wie dem ­Heiz­haus in Grünau nicht fahren. Hier sind nur professionelle Stuntscooter erlaubt. Der ­Lenker heißt „Bar“, er sollte etwa auf Hüft­höhe sein. Die Gabel wird „Fork“, die Tritt­fläche „Deck“ ­genannt. Darauf klebt das „Grip­tape“, ein Aufkleber, der für mehr Halt beim Fahren sorgt.

Vorbild Claudius Vertesi

Für jeden Trick gibt es eine eigene Technik. „Als ich anfing zu fahren, hatte ich einen günstigen Scooter, wie es sie bei Sportscheck, Decathlon oder Galeria Kaufhof gibt. Inzwischen fahre ich einen professionellen, selbstgebauten. Jedes einzelne Teil kommt aus Australien. Ich habe mehrere hundert Euro reingesteckt.“

Wer die Fantasien aller Scooterfahrer beflügelt, ist der Youtube-­Star Claudius Vertesi. „Er ist mein Vorbild, weil er sehr gut Scooter fährt und sich immer Zeit für seine Fans nimmt. Er hat sich von ganz unten hochgekämpft und niemals aufgegeben. Viele haben sich über ihn lustig gemacht, dass er nicht gesponsort wird, aber er ist heute unter den Top zehn der Besten. Ich habe ihn vergangenen Sommer persönlich im Heizhaus getroffen. Das war toll.“

Hannes und sein großes Vorbild Claudius Vertesi (rechts) im Sommer 2018. Quelle: Privat

Der große Vorteil des Scooterfahrens: Man kann selbst be­stimmen, wie stark man sich belastet. Mal ist man langsam, mal schnell. Bis zu 25 km/h erreicht ein geübter Fahrer. Entstanden ist der Stuntscooter aus einem Tretroller mit Klappgelenk. Das Klappgelenk wurde entfernt und die Geometrie auf die Nutzung im Sportbereich angepasst. So sind Three-Sixty, Five-Fourty, Barspin, Suicide, Flair und Tailwhip möglich.

Von Simone Liss

Witz des Tages

Woran erkennt man einen gut gelaunten Scooterfahrer?

An den Fliegen zwischen den Zähnen!

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