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16:47 17.02.2020
Ruhe für die Hausaufgaben, keine Zeit zum Spielen: Schulkinder und Kindergartenkinder haben oft sehr unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Quelle: Olesia Bilkei/stock.adobe.com
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Leipzig
1. Zusammen ist man weniger allein

Die gute Nachricht zuerst: Das Geschwisterzimmer hat tatsächliche viele Vorteile. Gerade Kleinkinder profitieren davon, sich mit Gleichaltrigen zu vergleichen, zu spielen und ja, auch mal zu streiten. Sie lernen im Miteinander auf engstem Raum zeitig, Rücksicht zu nehmen, entwickeln Empathie und Respekt vor Anderen. Im Kinderzimmer können sie sich auch gegenseitig trösten, Dinge mal ohne die Eltern klären und – der Klassiker – heimlich abends wach bleiben und kichern. Das schweißt zusammen. Für jüngere Kinder hat das gemeinsame Schlafzimmer den positiven Effekt, dass niemand alleine einschlafen muss. Wachen sie nachts auf, kann schon die Anwesenheit des vertrauten, schlafenden Geschwisterkindes beruhigend sein.

2. Platz ist in der kleinsten Hütte

Das gemeinsame Kinderzimmer ist oft eine ökonomische Entscheidung. Manchmal ist die Familie einfach größer als die Wohnung – dann ist das Zusammenleben der Kinder die praktische Lösung. Hohe Anforderungen stellen sich trotzdem. Im Idealfall ist Platz für Rückzugsorte, voneinander getrennten Stauraum und noch eine gemeinsame Spielfläche. Das geteilte Zimmer darf also gern eines der größeren sein.

3. Kampfzone Kinderzimmer

Es soll ja Eltern geben, die sich nur noch in Schutzausrüstung ins heimische Kinderzimmer trauen. Hier fliegen die Fetzen. Wenn sich Geschwister ständig streiten, kann das natürlich einfach an ihrer geschwisterlichen Dynamik liegen. Gründe können aber auch in der Wohnsituation liegen.

Liegen beispielsweise mehr als vier Jahre zwischen den Kindern, sind die Interessen und Entwicklungsstufen sehr unterschiedlich. Andererseits wird sich seltener um das gleiche Spielzeug gestritten. Wohnt ein Schulkind mit einem Kindergartenkind zusammen, ist das Konfliktpotenzial groß, wenn das jüngere die Verpflichtungen des älteren Kindes nicht versteht. Der Lernbereich ist eben heilig. Schulkinder brauchen zudem mehr Ruhe, weil sie tagsüber Leistung bringen müssen.

Entflammt sich der Streit vor allem an Raum- und Besitzansprüchen („Immer malt der an meinem Schreibtisch!“, „Die zieht dauernd meine Sachen an!“), können diese mit einer klaren Definition aller Funktionsbereiche gemildert werden: Schlafen, Anziehen, Spielen, Lernen werden voneinander – idealerweise noch für jedes Kind – abgetrennt. Mehr dazu in Punkt vier.

4. Mein Tanzbereich, dein Tanzbereich

Die Elterngeneration kennt es noch: „Das ist mein Tanzbereich, das ist dein Tanzbereich“. Wie im Film Dirty Dancing funktioniert das Prinzip "Tanzbereiche" auch im geteilten Kinderzimmer. Wo es wenig Privatsphäre gibt, werden „meins“ und „deins“ am besten klar definiert. Es gilt, Rückzugsräume zu schaffen. Das kann zum Beispiel eine Kuschelhöhle unter dem Hochbett sein, oder das Bett selbst, das mit Betthimmel zum gemütlichen Zelt wird. Möbel können so platziert werden, dass sie das Zimmer in geschützte Bereiche teilen.
Ebenso sollten gemeinsame Bereiche klar definiert werden. So wird auf dem Teppich in der Mitte des Zimmers zusammen gespielt, der Maltisch gehört allen. Klar definierte „Hoheitsgebiete“ beugen Streitereien vor und machen es den Eltern leichter, immer mal wieder aufflackernden Besitzansprüchen zu begegnen.

5. Genug ist genug

Währen vor allem die Kleinen vom gemeinsamen Zimmer profitieren, wachsen Kinder irgendwann sprichwörtlich aus ihrem Kinderzimmer heraus. Schon in der beginnenden Pubertät (etwa ab 11 Jahren) kommen die Hormone in Wallung und sorgen für Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit. Die meisten Familienexperten raten spätestens ab der Pubertät zur räumlichen Trennung. Denn jetzt beginnt der steinige Weg zum erwachsenen Ich – Jugendliche durchleben tiefgreifende Veränderungen, entdecken ihre Sexualität, lösen sich immer mehr vom Elternhaus. Das gemeinsame Kinderzimmer ist einfach nicht mehr ihr Ding – das ist doch was für Kinder!

Von Juliane Groh

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