Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Ratgeber Stadt oder Land – Wo lebt es sich besser?
Mehr Schlingel & Familie Ratgeber Stadt oder Land – Wo lebt es sich besser?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:56 04.01.2019
Edyta Stateczny-Kade mit Mischlingshund Tala auf einem Spaziergang in der Feldmark hinter ihrem Wohnhaus in Gyhum. Quelle: Markus Scholz
Gyhum

Es ist die Wunschvorstellung vieler: Nur ein paar Meter vor dem Haus hält die U-Bahn, die zum nächsten Supermarkt, ins Theater und in die hippe Bar fährt.

Hinterm Haus beginnt – direkt neben dem Garten mit freilaufenden Hühnern – der große, geheimnisvolle Wald. Die perfekte Mischung aus Stadt- und Landleben bleibt für die meisten Menschen jedoch nur ein Traum. Sie müssen sich entscheiden. Edyta Stateczny-Kade hat das getan.

Von Bielefeld aufs Land

Vor einem Jahr packt sie in Bielefeld ihre Koffer, gibt ihr Yogastudio auf und zieht nach Gyhum, eine Gemeinde in Niedersachsen mit etwa 2400 Einwohnern. Lange hat sie sich gesträubt, die Stadt zu verlassen, setzte sogar ihre Ehe dafür aufs Spiel. Vor vier Jahren schon zieht ihr Mann für ein gutes Jobangebot nach Gyhum. "Ich dachte, wir könnten eine Fernbeziehung führen, aber das ging nicht gut", sagt Stateczny-Kade. Und so ziehen die 40-Jährige und der achtjährige Sohn dem Vater hinterher aufs Land. Zurück lässt sie eine gute Infrastruktur, ein breites kulturelles Angebot und die Möglichkeit, sich rund um die Uhr mit Freundinnen in Bars zu treffen.

Doch sie gewinnt auch hinzu: "Hier gibt es weniger Ablenkung. Manchmal schaue ich einfach so aus dem Fenster und komme zur Ruhe." Im eigenen Garten baut sie Kräuter an, und im Frühjahr soll Gemüse hinzukommen. Auch ihr Sohn Aaron lässt sich auf das neue Leben ein. Anders als zuvor in der Stadt fährt er nun alleine mit dem Schulbus zur Schule und kann spontan nach draußen gehen und mit den Nachbarskindern spielen.

Neue Perspektiven für Kinder

Die Mutter findet, ihr Sohn sei viel reifer geworden. Am Anfang führten die fehlenden Impulse bei Aaron noch zu Langeweile, bis er begann, kreativ zu werden: "Hier geht er raus und alles, was er findet, sind zum Beispiel herumliegende Äste. Dann muss er sich überlegen, was er damit macht. So entstehen neue Dinge."

Stateczny-Kade genießt das Landleben, kennt aber auch die Herausforderungen. Spätestens wenn der Sohn jugendlich ist, sagt sie, will er ins Kino, in Bars und in Clubs. All das gibt es erst im 50 Kilometer entfernten Bremen. Außerdem wundert sie sich manchmal über die Einstellung der Dorfbewohner: "Die Leute fahren teilweise lieber zum Discounter, um sich Eier zu kaufen, obwohl die hier direkt an der Straße vom Bauern verkauft werden."

Nicht die Stadt macht krank

Land- und Stadtleben – beide haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Die Stadt etwa, so heißt es, ist auf Dauer stressig und ungesund. Doch so pauschal lässt sich das laut Mazda Adli, Stressforscher an der Berliner Charité, nicht sagen. "Es ist vor allem der anhaltende soziale Stress, der den Menschen krank macht", sagt Adli. Das heißt, die volle U-Bahn und die blinkende Werbetafel an der Hauswand sind nicht das Problem.

Gefährlicher sei es, wenn Menschen zum Beispiel auf engen Raum leben, wo sie ständig dem Lärm des Nachbarn ausgeliefert sind, ohne sich diesem entziehen zu können. Auch Einsamkeit ist eine Art sozialer Stress, erklärt der Psychiater. Es sind also die soziale Dichte und die soziale Isolation, die krank machen. Zwei Faktoren, die es laut Adli zwar häufiger in der Stadt gibt, doch auch das Landleben kann hart sein.

Pendeln bedeutet auch Stress

"Menschen auf dem Land unterstützen sich innerhalb ihrer Dorfgemeinschaft zwar stärker", sagt Adli. "Doch in diese Dorfgemeinschaft müssen Neulinge auch erst einmal aufgenommen werden. Das ist nicht immer so leicht." Stress auf dem Land kann auch entstehen, wenn Menschen täglich zur Arbeit pendeln. Von der Idee, im Grünen zu leben und in der Stadt zu arbeiten, rät er also ab.

dpa

Brautkleid, Blumen und Buffet - bei der eigenen Hochzeit soll alles perfekt sein. Damit die Organisation nicht in Stress ausartet, sollten Paare gut anderthalb Jahre vorher mit der Planung beginnen. Zuallererst muss dafür das Budget feststehen.

03.01.2019

Die einen lieben das Abenteuer, die anderen verstecken sich hinter Mamas Rücken. Jedes Kind hat sein eigenes Temperament - und überrascht damit häufig sogar seine Eltern. Warum Unterschiede auch Chancen sein können und wie Eltern sie erkennen.

28.12.2018

Egal, ob man Silvester mit viel Sekt, Raketen und lauter Partymusik oder lieber gemütlich mit Freunden beim Fondue feiert: Damit der Start ins neue Jahr reibungslos gelingt, gibt es einiges zu beachten.

27.12.2018