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Ratgeber Wie und wo man mit Kindern in Leipzig am besten essen geht
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15:48 29.11.2019
Mit Kindern essen gehen muss nicht kompliziert sein. Quelle: EvgeniiAnd/adobe.stock.com

Sollte man mit Kindern essen gehen? „Ja unbedingt“, sagt die Leipziger Knigge-Expertin Frauke Weigand. Familien sollten mindestens einmal im Jahr ins Restaurant gehen, ist ihr Tipp. So kann der Nachwuchs üben und wird an das Erlebnis Restaurantbesuch herangeführt. „Je früher man damit anfängt, desto besser.“ Babys können die Eltern natürlich auch mitnehmen, aber sobald die Kinder selbst mit am Tisch sitzen, eigene Mahlzeiten essen und mit Besteck umgehen können, erleben sie bewusst das Essengehen.         

Familienfreundliche Restaurants finden

Doch wie findet man ein Restaurant, in dem Familien willkommen sind? Mittels einer Internetsuche, zum Beispiel bei Portalen wie Tripadvisor, und über die Website bekommt man einen ersten Eindruck: Wie sieht die Einrichtung aus? Gibt es eine Kinder-Speisekarte? Empfehlen andere Familien den Besuch? Auch der eigene Freundes- und Bekanntenkreis liefert zuverlässig gute Empfehlungen.

Familienfreundliche Restaurants in Leipzig

Wir haben die Schlingel-Community bei Facebook nach Restaurants für Familien gefragt. Das sind ihre Tipps:

  • Das Cao in der Dresdner Str. hat eine tolle Kinderspielecke.
  • „Jedermann“ in der Georg-Schwarz-Straße. Gemütliche Atmosphäre, Kinderspielecke, moderate Preise, Milchreis. ;)
  • Gourmet Palast ist super, Da Salvo in der Philipp-Rosenthal-Straße... Da finden unsere Kids immer was, um sich die Zeit zu vertreiben.
  • Pinguin! Immer freundlich, immer lecker und die KellnerInnen rücken sogar direkt Platz für den Kinderwagen mit frei.
  • Bella Strega in Stötteritz. Es gibt eine tolle Spielecke und die Inhaber sind sehr kinderfreundlich.
  • Chinesisches Restaurant „Glücksboot“ im Sachsenpark ist auch empfehlenswert. Nett, freundlich und jeder kann sich das Essen nehmen, was er mag. Sehr vorteilhaft für die Kids finde ich. Highlight ist die Eisbar mit Schokoladenbrunnen für die Kinder.
  • Mytropolis, sehr liebevoller und herzlicher Umgang mit Kindern.

Italienische Restaurants bieten mit Standards wie Pizza und Pasta in der Regel die Speisekarte, auf der alle Familienmitglieder etwas finden. Auch Büfettangebote, die es zum Beispiel bei vielen asiatischen Restaurants gibt – können sinnvoll sein. Die Kinder können sich so viel nehmen wie sie möchten und sich einmal durchs Büfett futtern.

Hochstühle und Wickelmöglichkeiten – am besten nicht nur auf der Damentoilette – gehören zum Familienfreundlichkeits-Standard. Spielzeug, Spielecke, Spielplatz oder Malunterlagen sind die Kür. „Wir haben das Thema Kinderfreundlichkeit schon immer auf dem Schirm“, sagt Axel Klein vom Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Sachsen. Der Dehoga gibt für Gastronomen eine eigene Broschüre zum Thema Kinder und Familien an die Hand. „Aber letztlich entscheidet jeder Unternehmer das für sich.“

Vorbereitung ist alles

Damit der Restaurantbesuch entspannt für alle wird, sollten Eltern ihn richtig vorbereiten. Die Anzahl der Kinder und Wünsche wie Hochstühle oder ein Tisch in der Nähe der Spielecke sollten am besten direkt bei der Reservierung angegeben werden.

Und auch mit den Kindern kann man sich vorbereiten: „Man kann mit ihnen die Speisekarte durchgehen und ihnen zwei bis drei Gerichte zur Auswahl geben“ rät Frauke Weigand. Auch dass im Restaurant etwas andere Regeln als am heimischen Esstisch gelten, können Eltern vorab mit ihren Kindern besprechen. Besteck benutzen, nicht schmatzen und rülpsen: Was in den eigenen vier Wänden an guten Benehmen gelebt wird, funktioniert auch im Restaurant. „Mit Messer und Gabel sollte auch zu Hause generell gegessen werden“, erklärt die Knigge-Expertin. Eine Serviette müsse nicht immer benutzt werden, könne aber zum Beispiel beim Sonntagsessen oder einem schicken Abendbrot zum Einsatz kommen.

Je nach Alter des Kindes spielt auch der Schlafrhythmus eine Rolle für einen gelungenen Restaurantbesuch. Mit einem übermüdeten Kleinkind wird es vermutlich ein anstrengendes Essen werden. Grundsätzlich empfiehlt Frauke Weigand zu Zeiten essen zu gehen, in denen nicht so viel los ist – etwa in den frühen Mittags- und Abendstunden.

Wartezeit am besten überbrücken

Kinder und Restaurant sind auf den Besuch bestens vorbereitet – dann kann es ja losgehen. Nach dem Bestellen kann man mit kleinen Kindern auf Entdeckungstour durchs Restaurant gehen. „Ein Erwachsener sollte immer mitgehen, damit das Kind nicht durch das Restaurant stürmt und die anderen Gäste beim Essen stört“, sagt Frauke Weigand. Und Axel Klein vom Dehoga ergänzt: „Ein Kind, das rennt und stürmt, kann auch für die Kellner gefährlich sein.“ Ein mitgebrachtes Buch oder ein gemeinsames Kartenspiel können ebenfalls die Zeit gut überbrücken.

In kinderfreundlichen Restaurants kommen die bestellten Gerichte zügig – und die kleinen Gäste werden oft zuerst bedient. Restaurant-Neulinge, die sich besonders gut benommen haben, können Eltern auch mit einem leckeren Nachtisch belohnen.

Pommes und Limo als Ausnahme

Schnitzel mit Pommes und Nudeln mit Tomatensauce: Auf Kinder-Speisekarten finden sich meistens bewährte Klassiker, auch wenn die aus Elternsicht nicht unbedingt gesund sind. „Gastronomen bieten das an, was Kinder gerne essen und sind nicht dafür zuständig, sie zu gesunder Ernährung zu bewegen“, sagt Axel Klein. Für die Kleinen ist ein Restaurantbesuch etwas Besonderes, das es nicht jeden Tag gibt. Dann gehen für die meisten Eltern Pommes und Limo als Ausnahme in Ordnung.

8 Tipps für den Restaurantbesuch mit Kindern

  1. Finden Sie ein passendes Restaurant, in dem sie andere Eltern fragen oder online recherchieren. Oft lässt sich an der Speisekarte und den Fotos erkennen, ob Familien willkommen sind. Italiener sind oft ein guter Kompromiss, weil Spaghetti und Pizza meistens bei allen Familienmitgliedern beliebt sind.
  2. Beachten Sie die Vorlieben Ihrer Kinder. Gehen Sie vorher die Speisekarte gemeinsam durch oder wählen ein Restaurant mit Büfett, an dem sich die Kinder selbst ihr Essen zusammenstellen können.
  3. Vorbereitung ist alles. Stimmen Sie Ihre Kinder (und auch sich selbst) auf den Besuch ein: Gehen Sie gemeinsam die Speisekarte durch, erklären Sie den Ablauf und die Unterschiede zu einem Essen zu Hause.
  4. Außerhalb der Stoßzeiten kommen. Vor dem großen Ansturm mittags oder abends hat das Personal mehr Zeit für Sie und das Essen wird schneller serviert.
  5. Ungesund, na und? Schnitzel, Pommes, Limo und ein Eis gehören nicht zur gesunden Kinderernährung. Aber als Ausnahme bei einem Restaurantbesuch ist es für Kinder ein tolles Erlebnis, das es nicht jeden Tag gibt.
  6. Essen Sie zeitversetzt. In familienfreundlichen Restaurants gehört es zum Standard: Erst kriegen die Kleinen, dann die Großen ihr Essen. Gerade bei Kleinkindern, die noch Hilfe beim Essen brauchen, ist das super. Denn so können auch die Eltern ihr Gericht warm genießen.
  7. Geben Sie Sonderwünsche an. Ihr Kleiner tickt bei Petersilie auf den Kartoffeln aus? Bei der Tochter dürfen sich Nudeln und Sauce nicht berühren? Sagen Sie gleich bei der Bestellung Bescheid, dann gibt es im Nachhinein keine bösen Überraschungen.
  8. Ablenkung dabei haben. Spielzeug, Bücher, Kartenspiele und Malsachen sind das beste Mittel gegen Langeweile und nörgeligen Nachwuchs.

Doch was tun, wenn das Essen trotz aller Vorbereitung völlig schief läuft? „Ich glaube, dann geht man lieber nach Hause und startet ein anderes Mal einen neuen Anlauf“, sagt Knigge-Expertin Frauke Weigand. Zu Hause könne man dann – ohne zu schimpfen – alles durchgehen. „Meistens wissen die Kinder schon sehr genau, was sie falsch gemacht haben.“

Und manchmal kann es für Eltern auch das Beste sein, immer mal wieder Babysitter oder Großeltern einzuspannen und sich zu zweit einen schicken Restaurantbesuch zu gönnen.

Von Nadine Marquardt

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