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Kiez-Serie: Die Leipziger Stadtteile für Familien Gründerzeit, Gewusel und Grünes: Tipps für Familien im Waldstraßenviertel
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10:21 02.10.2018
Flanieren, Laufrad fahren, einkaufen: Auf der Waldstraße ist immer was los. Quelle: Christian Modla

Trubelig geht es am Waldplatz zu. Straßenbahnen und Autos fahren rund um den Platz, Fußgänger und Radfahrer sind unterwegs. Auf den schattigen Bänken rund um den Brunnen mit der Tänzerin-Figur lässt sich das Treiben gut beobachten. In Blickweite ist auch das Bistro Tamers, von dem manche sagen, dass es hier den besten Döner der Stadt gibt. Oft ist es proppevoll und das Angebot mit Döner, Dürum, Pizza und Pommes auf jeden Fall familienfreundlich.

Der Brunnen mit der Tänzerin auf dem Waldplatz ist ein guter Treffpunkt – und im Sommer gut zum Füße abkühlen. Quelle: Christian Modla

Europas größtes zusammenhängendes Gründerzeitviertel

Wer mehr Ruhe sucht, spaziert einfach die Waldstraße entlang. Dabei heißt die Devise: Augen auf und Blick nach oben. Denn in Europas größtem zusammenhängenden Gründerzeitviertel kann man wunderbar die alten, restaurierten Fassaden bestaunen, zwischen die sich nur ab und zu ein Neubau schiebt.

Ein Naturschauspiel der besonderen Art gibt es vor dem Haus Nummer 15: Die große Platane hat beim Wachsen sogar einen Zaun in ihre Rinde eingeschlossen und ist deswegen ein Naturdenkmal.

Kuriosum und Naturdenkmal: Die Platane ist um den Zaun herumgewachsen. Quelle: Christian Modla

Lebendige jüdische Kultur

Wer an den Häusern Nummer 8, 23, 59 und 61 gezielt nach unten schaut, kann mit den „Stolpersteinen“ einen Hinweis auf die jüdische Vergangenheit des Viertels sehen – und auf der Webseite oder per App mehr über die Biografien und Schicksale jüdischer Familien erfahren, die einst hier wohnten. Das Ariowitsch-Haus hält heute die jüdische Kultur im Viertel lebendig – und bietet darüber hinaus als Familienzentrum regemäßig verschiedene Kurse für Kinder an.

Rennstrecken für die Kleinen rund um die Arena

Die ideale Übungsstrecke für Laufrad, Roller und Fahrrad sind die breiten Wege und Flächen rund um die Arena. Hierher können die Waldstraßenviertel- Bewohner zu Konzerten oder Spielen des Handballerstligisten SC DHfK bequem laufen. Regelmäßig kommt es dabei aber auch zu Sperrungen und noch größerer Parkplatznot als ohnehin schon, wenn Tausende Besucher anreisen. Gleiches gilt für die Heimspiele von RB Leipzig in der Red-Bull-Arena. Immerhin kann der fußballbegeisterte Nachwuchs hier schon für 5 bis 7,50 Euro pro Ticket Stadionluft schnuppern.

Gründerzeithäuser so weit das Auge reicht – dafür ist das Viertel bekannt. Quelle: Dirk Knofe

Schlange stehen am Softeisladen in der Waldstraße

Eine Institution für Schleckermäuler ist der Softeisladen. Hier trifft sich das Viertel von März bis Oktober und steht gemeinsam Schlange für das leckere Eis aus eigener Herstellung. Das Angebot ist kinderfreundlich: Jeden Tag gibt es nur zwei Sorten zur Auswahl. Für einen schnellen Espresso oder ein ausgiebiges Frühstück an einem kinderfreien Wochenende ist das Café Bacco 36 gleich nebenan die richtige Adresse.

Eine Institution: Der Softeis-Laden hat dieses Jahr noch bis Ende Oktober geöffnet. Quelle: Christian Modla

Gute Beratung bei der Suche nach einem passenden Kindergeschenk gibt es zum Beispiel bei Butterfly Circus, nach Umstands- und Kindermode kann man bei Glück stöbern.

Das Viertel trifft sich auf dem „Elefanten-Spielplatz“ im Rosental

Mit frischen Brötchen und Kuchen decken sich die Bewohner gerne bei der alteingesessenen Bäckerei Schultz ein, bevor es mit Kind und Kegel auf den „Elefanten-Spielplatz“ oder zum Giraffen, Nashörner und Zebras Gucken am Zooschaufenster ins Rosental geht. Daran schließt direkt der Auwald an, der für Kinder meistens aufregender ist als ein Spaziergang durch den Park. Denn hier kann man „geheime“ Trampelpfade entdecken, nach Tierspuren suchen, Stöcke sammeln und Buden bauen.

Der „Elefanten“-Spielplatz direkt am Rosental ist nicht nur beliebt, weil er schön schattig ist, sondern auch, weil kleine wie große Kinder hier ihren Spaß haben. Quelle: Christian Modla

Wackelturm mit grandioser Aussicht

Für den Sonntagsausflug geht es dann auch schon mal bis zum 20 Meter hohen Aussichtsturm mit grandioser Aussicht über die Stadt, der auch gerne Wackelturm genannt wird. Warum weiß man spätestens, wenn Wind aufkommt. Auf dem Weg zurück kehren durstige Kehlen und hungrige Mäuler im Mückenschlösschen ein. Wenn es die Temperaturen zulassen, sitzen die Eltern gemütlich im Biergarten, während die Kinder den kleinen Spielplatz erkunden. Und hoffen, dass die Mücken, die einst angeblich August den Starken vom Pferd fallen ließen, nur Legende sind.

von Nadine Marquardt


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