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Kindersachen kaufen und verkaufen Wo lassen sich gebrauchte Kindersachen zu Geld machen?
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14:15 19.06.2018
In jedem Kinderzimmer finden sich Sachen, die verkauft werden können. Quelle: Fotolia / Joseph Helfenberger

Die gute Nachricht zuerst: Nicht wenige Eltern kaufen gern Second-Hand-Ware, sei es um Geld zu sparen oder die Umwelt zu schonen. Das heißt im Umkehrschluss, dass sich saubere und intakte Kindersachen – besonders von Markenherstellern – durchaus gewinnbringend veräußern lassen, wenngleich die zu erzielenden Preise in der Regel nur ein Bruchteil des Neuwertes darstellen. Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Die schlechte Nachricht: Der Verkauf ist mit einigem Aufwand verbunden, der je nach Marktplatz unterschiedlich ist.

Umso wichtiger ist es, die ausgemusterte Ware kritisch unter dem Aspekt zu prüfen, was davon tatsächlich für andere Eltern noch interessant sein könnte. Als Anhaltspunkt dient das eigene Kaufverhalten – für all das, was man selbst nichts mehr ausgeben würde, kann man sich die Mühe getrost sparen.

Anschließend gilt es zu entscheiden, wo die Produkte verkauft werden sollen. Zur Auswahl stehen:

Flohmarkt um die Ecke

Flohmärkte sind der Klassiker unter den Verkaufsplätzen für gebrauchte Schätze aller Art. Für Eltern empfiehlt sich ein spezieller Flohmarkt rund ums Kind (wie beispielweise unser Schlingel-Flohmarkt), weil hier automatisch die richtige Zielgruppe zum Stöbern und Schnäppchenjagen vorbeikommt.

Die Preise werden von den Verkäufern festgelegt, die Bereitschaft zum Verhandeln schadet dennoch nie, auch Mengenrabatte erhöhen den Absatz.

Erfahrungsgemäß entpuppen sich besonders Kinder als echte Verkaufstalente, insofern darf ruhig die ganze Familie mithelfen.

Der große Vorteil von Flohmärkten ist: Was verkauft ist, ist sofort weg. Im besten Fall kehrt man nach nur einem Verkaufstag mit deutlich geleerten Kisten, aber gefüllter Kasse zurück.

Zu beachten ist, dass eine vorherige Anmeldung notwendig ist und meistens Standgebühren anfallen, dass die Verkaufsfläche begrenzt ist und Tische/Kleiderstangen etc. teilweise selbst mitgebracht werden müssen.

Kinderflohmärkte 2018

Eine Übersicht mit allen Kinderflohmärkten 2018 in Leipzig und der Region finden Sie hier.

Örtlicher An- & Verkauf

Wer ungern selbst aktiv in die Verkäuferrolle schlüpfen möchte, kann ausgediente Baby- und Kinderkleidung nach vorheriger Terminabsprache in einem Second-Hand-Laden vor Ort abgeben. Viele A&V-Geschäfte in Leipzig nehmen darüber hinaus auch nicht mehr benötigte Ausstattung wie Kinderwagen, Autositz, Wickeltisch bis hin zu Kinderfahrzeugen aller Art, Spielzeug und Bücher an. Allerdings nur – und das ist der Knackpunkt – wenn aktuell Bedarf besteht und der Artikel zum Sortiment passt.

Die in Frage kommenden Sachen werden entweder direkt zu einem vom Händler festgesetzten Preis angekauft oder (und das ist überwiegend der Fall) auf Kommissionsbasis zum Weiterverkauf angeboten. Das heißt, die Kunden erhalten den vereinbarten Preis erst, wenn die Ware in einem bestimmten Zeitraum verkauft werden konnte. Ist dies nicht der Fall, müssen die Sachen wieder abgeholt werden oder werden gespendet.

Zu bedenken ist, dass für die Vermittlungsleistung eine Provision fällig ist, die den Erlös noch einmal deutlich senkt. Dafür hat man selbst wenig zu tun.

An- & Verkauf in Leipzig

Eine breite Auswahl an Second-Hand-Geschäften in Leipzig mit Schwerpunkt Baby und Kind finden Sie hier.

Online-Verkauf

In Sachen Reichweite sind Verkaufsportale im Internet unschlagbar. Zu den bekanntesten gehört die Online-Auktionsplattform Ebay. Von Vorteil sind hier der große potentielle Käuferkreis und das Bieterverfahren – beides steigert die Chancen auf einen höheren Verkaufspreis. Allerdings sind Konkurrenz und Aufwand hoch. Denn zunächst muss das Produkt bestmöglich in Szene gesetzt werden. Ein gutes Foto, eine aussagekräftige und fehlerfreie Artikelbezeichnung und eine detaillierte Artikelbeschreibung mit ehrlichen Angaben zum Zustand sind Grundvoraussetzung. Das Einstellen des Angebots ist für Privatkunden gratis, es ist aber ein Benutzerkonto notwendig. Eine längere Auktionsdauer (sieben oder zehn Tage) sowie ein geschickt gewählter Endpunkt (optimal ist Sonntagabend) sind ebenfalls erfolgsversprechend. Dann heißt es abwarten und hoffen. Kommt ein Kauf zustande, kassiert Ebay eine Provision von zehn Prozent auf den erzielten Preis. Es folgt die Abwicklung, sprich Ware verpacken und zur Post bringen. Tipp: Nach Größen oder Jahreszeiten zusammengestellte Kleidungspakete sparen Zeit und Kosten auf beiden Seiten.
www.ebay.de

Wer Paketschlepperei und Porto vermeiden möchte oder bestimmte Preisvorstellungen hat, ist bei einer lokalen Online-Plattform wie Ebay-Kleinanzeigen besser aufgehoben. Das Prinzip ist einfach: Artikel fotografieren und beschreiben, gratis Anzeige nach Postleitzahl und Kategorie einstellen und Fest- oder Wunschpreis angeben. Interessent und Verkäufer vereinbaren dann einen Besichtigungstermin vor Ort – wird  man sich einig, wechselt das Produkt gegen Bargeld direkt den Besitzer. Da zwar eine Anmeldung erforderlich ist, jedoch keinerlei Verkaufsprovision anfällt, lässt sich auf diesem Weg oft das meiste Geld rausholen. Der Nachteil: Manchmal dauert es eine Weile bis sich ein Käufer aus der Umgebung findet. Die reguläre Angebotslaufzeit von 60 Tagen lässt sich aber (ebenfalls kostenlos) verlängern.
www.kleinanzeigen.ebay.de

Ähnlich funktionieren Verkaufsportale wie Mamikreisel und Mamiwelt, die sich vorrangig an Mütter wenden und auf den Community-Gedanken setzen. Hier lässt sich ebenfalls gut erhaltene Kinderkleidung, Babybedarf und Spielzeug gebührenfrei einstellen und lokal (mit Selbstabholung) oder deutschlandweit (mit Versand) verkaufen. Mit einer Einschränkung: Bei Mamikreisel trifft das nur auf Transaktionen mit der Bezahlmethode Banküberweisung zu. Bei beiden Anbietern muss ein Benutzerkonto beziehungsweise Profil angelegt werden. Im Gegensatz zu Ebay Kleinanzeigen werden die Verkäuferinnen zusätzlich von ihren Kunden bewertet. Mamikreisel ist sogar als App verfügbar, so bleibt man stets auf dem Laufenden.
www.mamikreisel.de, www.mamiwelt.de

Alternativ kann man sein Glück in Facebook-Gruppen probieren, die zum Handeln via sozialem Netzwerk einladen. Zu den größten in Leipzig zählt die öffentliche Gruppe „Baby- und Kinderflohmarkt Leipzig“ mit mehr als 3000 Mitgliedern, sozusagen die moderne Version des Offline-Klassikers. Allerdings ist es schwierig einzuschätzen, wie seriös die Angebote sind und wie zuverlässig die Käufer. Außerdem werden die Produkte vergleichsweise schlecht gefunden, weil ein gezieltes Durchstöbern nach bestimmten Suchkriterien unmöglich ist.

Eltern, die die angesammelten und stetig wachsenden Wäscheberge in erster Linie schnell und bequem loswerden wollen, sollten sich Ankaufstellen im Netz anschauen. Auf Kindermode spezialisierte Portale wie Percentil (ehemals kirondo) oder Vintage-Kids kaufen Second-Hand-Ware an und übernehmen die komplette Logistik für den (Weiter)Verkauf. Statt zu fotografieren, einzustellen und zu verschicken, können sich Eltern also entspannt zurücklehnen. Zwischen den Anbietern gibt es einige Unterschiede. Percentil akzeptiert ausschließlich neuwertige Markenprodukte und unterbreitet nach Prüfung der eingesendeten Ware ein Angebot. Ein Kalkulator hilft vorab einzuschätzen, mit wie viel Erlös grob zu rechnen ist. Nimmt man das Angebot an, wird der Betrag direkt ausgezahlt. Bei Vintage-Kids hingegen liegt der Fokus nicht allein auf teurer Markenkleidung und die Eltern setzen den Preis fest. Das Geld erhält man aber erst nach erfolgreichem (Weiter)Verkauf – abzüglich einer Provision von satten 60 Prozent. Service hat hier seinen Preis.
www.percentil.de, www.vintage-kids.com

Zu guter Letzt:

  • Second-Hand-Kindermode lässt sich online auch tauschen (z.B. bei Mamikreisel und Mamiwelt), so springt zwar kein Geld, aber vielleicht ein „neues“ Lieblingskleidungsstück raus.
  • Wer nur etwas Gutes tun möchte, kann seine ausrangierten Kindersachen spenden. Krankenhäuser, Frauenhäuser und andere karitative Einrichtungen nehmen Sachspenden gern entgegen. Die Toys Company sammelt in Leipziger Kitas und Schulen gebrauchtes Spielzeug, das von Langzeitarbeitslosen liebevoll repariert wird und finanziell schwachen Familien sowie sozialen Institutionen zugutekommt.
  • Kleidung und Spielzeug zu mieten, statt zu kaufen, hilft die Flut im Kinderzimmer einzudämmen. Was nicht mehr benötigt wird, wird einfach zurückgeschickt.

Constanze Dietsch

Alle Teile der Serie

Übersicht der Flohmärkte 2018 in Leipzig und der Region

An- & Verkauf in Leipzig: Gebrauchtes für Kinder im Laden kaufen und verkaufen

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Wo lassen sich gebrauchte Kindersachen zu Geld machen?

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