Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Tipps & Themen So macht Campingurlaub der ganzen Familie Spaß
Mehr Schlingel & Familie Tipps & Themen So macht Campingurlaub der ganzen Familie Spaß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:11 05.06.2019
So sieht Camping-Idylle aus - eine Familie, ein Zelt, viel Natur und Ruhe. Quelle: Fotolia.com/candy1812
Leipzig

Camping ist neben dem klassischen Badeurlaub die liebste Urlaubsart der Deutschen. Gerade Familien genießen die Zeit in der Natur, aus Wohnwagen und Vorzelt wird schnell ein zweites Zuhause und schöne Campingplätze gibt es fast überall. Zwei Redaktionskollegen des Schlingels berichten von ihrem ganz persönlichen Camping-Gefühl – und geben wertvolle Tipps.

Zelten für Anfänger

Campingurlaub? Nein danke! Das war meine Devise – bis vor drei Jahren. Als mein Mann und ich überlegten, wohin es mit unserem Sohn (inzwischen fast neun) in den Sommerferien in den Urlaub gehen soll, landeten wir beim Camping und der Idee, Freunde in ganz Deutschland zu besuchen. Dazu muss man wissen: Mein Mann hat sehr viele schöne Kindheitserinnerungen an die Campingurlaube mit seinen Eltern. Meine Campingerfahrung beschränkte sich auf ein weniger schönes Campingwochenende an der Ostsee während des Studiums. Ich dachte: Ich mache das ein Jahr mit, finde es doof und nächstes Jahr suchen wir uns wieder eine schöne Ferienwohnung.

Der schönste Moment: Nachdem alles aufgebaut ist, einfach rumhängen und die tolle Aussicht auf die Alpen bewundern. Quelle: privat

Aber es hat mich dann doch gepackt, das Campingfieber. Und zwar mit allem Drum und Dran: Stellplatz auf dem Campingplatz, Zelt, Luftmatratze, Schlafsack, Klapptisch und nur das Nötigste dabei. Geht auch nicht anders. Denn mit darf nur, was ins Auto passt – Anhänger oder Dachbox haben wir nicht. Es erinnert jedes Mal an Tetris-Spielen, alles ins Auto zu bekommen. Aber über die Jahre sind wir wahre Camping-Puzzlemeister geworden. Jedes Teil hat seinen Platz und wird tatsächlich gebraucht.

Klingt nach wenig Luxus? Ist es auch nicht. Dafür gibt es Luxus anderer Art: Den ganzen Tag draußen in der Natur sein, zum Beispiel. Oder gemeinsam nach getaner Aufbauarbeit vor dem Zelt sitzen und eine Runde Uno spielen. Oder nachts die Milchstraße zu sehen auf dem Weg vom Zelt zum Klo.

Kein Campingurlaub ohne Regentag, sogar in Südfrankreich. Da hilft nur: gaanz viel Uno spielen, Gummistiefel rausholen und abwarten. Quelle: privat

Ich gestehe an dieser Stelle: Ich bin eine Schön-Wetter-Camperin. Wenn’s länger als zwei Tage regnet, nervt es, kein festes Dach über dem Kopf zu haben. Wir legen uns daher meistens nur eine grobe Route fest, sodass wir spontan umschwenken können, fahren eher in den Süden und gucken nach Campingplätzen mit Aufenthaltsraum. Mit einem Auto und zwei Zelten haben wir überall noch ein Plätzchen bekommen.

Meine fünf Tipps für absolute Zelturlaub-Neulinge

Ausrüstung leihen bei Freunden und Familie: Nicht alles gleich selber kaufen, sondern erst einmal testen, was man wirklich braucht.

Packliste anlegen: Auch wenn man sonst nicht der Listentyp ist, beim Zelten muss man gut organisiert sein, sonst vergisst man die Hälfte und muss im Urlaub nachkaufen.

Probewochenende in der Nähe machen: Bevor es drei Wochen an die französische Mittelmeerküste geht, lieber vorher eine „Generalprobe“ auf einem Campingplatz in der Nähe machen und gucken, ob wirklich alles ins Auto passt und benötigt wird.

Auto durchchecken lassen: Nichts ist blöder als eine Panne an der ersten Raststätte oder im Ausland.

Apps und Datenvolumen: Wichtig sind Apps und Webseiten wie Routenplaner, Stellplatzfinder und Wetterbericht – und ausreichend Datenvolumen. Ein gedruckter Campingführer und ein Autoatlas sind die wahren Helfer in der Not bei leerem Akku und Funkloch.

Die Freiheit im Kofferraum

Zugegeben, ein wenig handwerkliches Geschick war nötig. Pech, wer zwei linke Hände hat, wie ich – und Glück, wer eine handwerklich begabte Familie hat. Wie ich. Bruder und Vater planten, bohrten und schraubten also, um unseren schnöden Kastenwagen in ein urlaubsreifes Campingmobil zu verwandeln. #Vanlife heißt das Stichwort – Leben im Mini- Wohnmobil.

Der Umbau hat sich gelohnt: Mit einer durchdachten Klappkonstruktion ist das Bett in wenigen Handgriffen aufgebaut, und auf der vom örtlichen Polsterer angefertigten Matratze liegt es sich traumhaft. Kein Vergleich zur Luftmatratze, finden wir. Unter dem Bett ist genügend Stauraum, auf unserer Jungfernfahrt haben wir neben dem Laufrad für die Zweijährige sogar den Fahrradanhänger dabei.

Gut packen lohnt sich – nicht nur wegen der staunenden Blicke mancher Zeltplatzmitbewohner. Ja, auch der Fahrradhänger passte noch rein. Quelle: privat

Das erste Reiseziel: Schweden. Neben herrlicher Natur und freundlichen Menschen ist das Tolle am Pippi-Langstrumpf-Land, dass Camper wie wir dort problemlos an sehr vielen Orten übernachten können. „Frei stehen“ heißt das in der Vanlife-Sprache. Einige Regeln gibt es aber doch. Die oberste: Respekt. Vor den Menschen, die in der Umgebung unseres Schlafplatzes wohnen – denn auf Müllberge, Rauchschwaden vom Grill oder Lärm bis spät in die Nacht haben die wenigsten große Lust. Privatgelände ist auch in Schweden tabu, nicht erst seit das sprichwörtliche Jedermannsrecht von immer mehr Menschen ausgenutzt zu werden droht.

Ein gutes Hilfsmittel auf der Suche nach einem Schlafplatz sind Apps für das Smartphone. Hilfreich, auch für andere Teile Europas, ist die App „park4night“, in der viele Stellplätze aufgeführt sind. Fotos oder Bewertungen helfen bei der Suche nach einem schönen Ort für die Nacht. So fanden wir im Südostzipfel des Landes einen gemütlichen Platz direkt am Meer, ein kleiner Hafen mit Toilette fußläufig entfernt. Auf den zwei kleinen Kochern war in Nullkommanichts ein Abendessen gezaubert, am Morgen gab es Porridge und Müsli am Kofferraum. Für uns ein Hauch Freiheit, doch allzu dogmatisch gehen wir das Camperleben nicht an. Alle paar Tage rollten wir auf einen schönen Campingplatz – hin und wieder eine Dusche ist schließlich nicht verkehrt.

Schweden im Sommer: Wer Glück hat, kann sogar baden. Füße ins Wasser halten zählt auch. Quelle: privat

Traditionell ein Feind des Campers ist der Regen. Dagegen hilft vor allem gute Ausrüstung. Wir hatten Glück, waren aber mit Tarp und zusätzlich einer stabilen Plane auf prasselnden Regen vorbereitet. Für die Zukunft haben wir ein großes, aber einfach aufzubauendes Wurfzelt dabei, das sich so mit dem Autodach verbinden lässt, dass die Nässe draußen bleibt. So lässt sich auch mal ein Dauerregen aushalten und im Trockenen spielen, kochen und essen.

Ein Vorteil dieser Art des Reisens: Wir sparten Geld, schließlich sind in Schweden viele Dinge teuer. Gebühren für Campingplätze gehören dazu. Am wichtigsten für uns ist aber, unserem Kind und uns eine gute Zeit zu ermöglichen. Ob im Zelt, im Auto, auf Campingplätzen, in freier Natur oder zwischendurch in einer Pension: Beim Reisen ist meistens ja der Weg schon das Ziel.


Von Nadine Marquardt und Christopher Resch

Viele Eltern stehen jedes Jahr wieder vor der Frage: Wo soll die Party zum Kindergeburtstag stattfinden? Wer nicht zu Hause feiern kann oder will, findet in Leipzig und Umgebung tolle Angebote für jeden Geschmack und Geldbeutel.

25.04.2019

Staatlich oder frei - worin unterscheiden sich die Schulen? Die neue große Schlingel-Serie über Leipzigs Grundschulen gibt Orientierungshilfe von A wie Anmeldung bis Z wie zuständiger Schulbezirk. Gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis erklärt das LVZ-Familienmagazin, wie Grundschule in Leipzig funktioniert und stellt die verschiedenen Schulkonzepte vor.

26.07.2019

Kinder sollen und wollen sich bewegen - so viel steht fest. Doch bei der Vielfalt an Sportarten, fällt die Entscheidung nicht so leicht. Wir haben daher einige Sportarten unter die Lupe genommen und sie auf Kindertauglichkeit getestet. Vielleicht ist etwas für Ihre Sprösslinge dabei?

14.01.2019