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Tipps zum Schulanfang Mein Schulanfang - Eltern erzählen von ihrer Einschulung
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12:55 10.08.2018
Die eigene Einschulung bleibt unvergesslich. Quelle: privat

An die eigene Einschulung erinnert man sich immer wieder gerne zurück. Egal, ob sie nun 20, 30 oder sogar 40 Jahre her ist. Aber wie war der Schulanfang denn so in den 1970er oder 1980er Jahren? Einige LVZ-Redakteure - alle gestandene Mamas, Papas oder mindestens stolze Patentanten - haben hier ihre Erinnerungen an den "großen Tag" aufgeschrieben.

1975: Mosaik-Hefte und ein verbotener Tintenkiller

von Bert Endruszeit

Quelle: privat

Mein Ranzen war aus dickem grünem Leder, dazu gab es eine ebenfalls lederne Brottasche vor die Brust. Der Ranzen war groß genug, um die gerade auf den Markt gekommenen und heiß begehrten Mosaik-Hefte mit den Abrafaxen verstauen zu können. Damals kamen auch die ersten Tintenkiller auf, die sofort bei meiner Lehrerin auf Missfallen stießen. „Bitte diesen Stift zu Hause lassen“, schrieb sie meinen Eltern ins Mutti-Heft.

1981: Obsttorte und Belehrungen

von Simone Liss

Quelle: privat

Die LVZ titelte zu meinem Schulanfang: „Wirken aller Menschen für den Frieden ist Gebot der Stunde.“ Ich hatte also zu wirken. Zunächst in der Schule. So wurde ich am 29. August 1981 in die 5. POS Torgau „Otto Grotewohl“ eingeschult. Mit allem Drumherum: Rede, Präsent-Übergabe, Gruppenfoto, Belehrungen, Herzklopfen, Obsttorte und diesem sich ständig wiederholenden Satz: „Jetzt wird es ernst!“ Ernst Imleben hätte die Schule heißen sollen. Stattdessen Otto Grotewohl. Er war ein bedeutender Politiker und Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). In dieser Republik bin ich aufgewachsen. Die Schulen in der DDR hießen POS – die Abkürzung für Polytechnische Oberschule. Hier sollte „geistig-schöpferisches Denken, praktisch-produktive Arbeit sowie gesellschaftlich-nützliche Tätigkeit“ verbunden werden. Praktisch war ich eine Null in Mathe und produktiv im Fach Schulgarten, in dem ich lernte, Unkraut von Usambaraveilchen zu unterscheiden.

1978: Kein großes Ding

von Annika Ross

Ihr werdet euch wundern, aber als ich 1987 in die Schule kam, war das keine große Sache. Ich komme aus Niedersachsen, und dort wurde der Schulanfang nicht besonders gefeiert. Meine Freunde aus dem Kindergarten und ich haben fast alle eine Schultüte mit dem gleichen Inhalt bekommen: mit Süßigkeiten, Malstiften und einem Tuschkasten. Am Tag der Einschulung hat der Direktor ein paar nette Worte gesagt, dann durften wir Kinder uns unsere neue Klasse anschauen und auf dem Spielplatz der Grundschule spielen. Danach sind die meisten Familien essen gegangen oder haben die Großeltern zum Kaffeetrinken eingeladen. Manche sind aber auch einfach nach Hause gefahren.

1989: Freunde fürs Leben

von Juliane Groh

Da war er nun also, der erste Schultag. So nervös war ich bestimmt NIE wieder! (Stimmt gar nicht, klingt aber gut.) Den Teddy auf meiner Zuckertüte fand ich schon mal super. Im sachsen-anhaltischen Klassenzimmer angekommen: hinter mir Erich Honecker an der Wand, vor mir das geballte Wissen. Das geballte Wissen hieß Frau Schumann, sie war meine neue Klassenlehrerin und was sie sagte, war ab sofort Gesetz. So richtig mega fand ich die ganze Sache auf den allerersten Blick aber nicht. Aber dann traf ich in meiner ersten Klasse Freunde fürs Leben. Ich konnte bald lesen und schreiben und rechnen. Und am Ende hatte das Lernen auch noch Spaß gemacht! Solltet ihr euch an eurem großen Tag also mal kurz ängstlich fühlen oder nicht so recht wissen, ob das mit der Schule wirklich eine tolle Idee war – alles wird gut! Das hab ich schnell herausgefunden.

1989: Unerwünschte Gäste

von Nadine Marquardt

Quelle: privat

Ehrlich gesagt: An meine Einschulung kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Aber an den Abend davor. Meine Tante wollte mir die Haare zu kleinen Zöpfen flechten, damit ich am nächsten Tag schöne Locken habe. Aber beim Flechten rief sie auf einmal: „Das Kind hat Läuse!“ Am nächsten Morgen musste also jemand schnell in die Apotheke fahren, um Läuseshampoo zu besorgen. Das hat total eklig gerochen. Aber am Ende war das egal, wie man auf dem Foto sieht: Ich war einfach mega stolz, endlich ein Schulkind zu sein.

1989: Unfreiwilliger Fußmarsch

von Uta Zangemeister

Von meinem Schulanfang in Thüringen weiß ich nur noch, dass meine Schultüte beinahe so groß war wie ich selbst. Meine Familie erzählt allerdings gerne, dass wir auf dem Weg in die Gaststätte mit einem Kremser, einem Planwagen, gefahren sind und die Pferde auf halber Strecke gestreikt haben. Also mussten wir den ganzen Weg zu Fuß laufen und der Kutscher wieder umkehren.

1990: Stolz wie Bolle

von Christopher Resch

Quelle: privat

Ziemlich stolz, aber auch ganz schön müde: Das bin ich, Christopher, damals noch auf den Kosenamen „Bali“ hörend, im Sommer 1990. Dass die Grundschule in Franken nur 72 Kinder fasste, dass der Schulleiter drei Straßen weiter wohnte, dass ich künftig um 7 Uhr morgens hellwach sein musste – von alldem hatte ich zum Zeitpunkt des Fotos noch keine Ahnung. Und es hat mich auch nicht interessiert, denn ich war stolz wie Bolle auf den brandneuen Schulranzen, den ich gewonnen hatte. So konnte die Schule kommen!

red.

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