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Welcher Sport passt zu meinem Kind? Eishockey: Keine Angst vor schnellen Kufen
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14:37 14.01.2019
Eishockey - Sportarten für Kinder im Test. Quelle: Christian Modla

Ein Ass auf dem Eis war ich tatsächlich nie. Meine Erfahrungen beruhen größtenteils auf den Wintern meiner Jugend. Zahllose Nachmittage verbrachte ich damals mit meinen Schulfreunden auf den Weihern der Umgebung, immer bis die Dunkelheit uns einen Strich durch die Rechnung machte.

Ausgerüstet mit diesen Grundkenntnissen wagte ich mich in den Leipziger Kohlrabizirkus, Heimstatt der Exa Icefighters, die in der Oberliga Nord (3. Liga) dem Puck hinterherjagen.

Die Kulisse: überwältigend. Die Eisfläche: ordentlich gefüllt mit den ganz kleinen Kufencracks. Die eigene Anspannung: enorm. Und mein Trainer: Ex­-Eishockeyspieler Andreas Felsch, Nachwuchsleiter des Leipziger Eissport Clubs (LEC) mit dem Ruf des ganz harten Hundes.

Harte Bodychecks, ausgeschlagene Zähne und messerscharfe Kufen - Eishockey scheint nicht gerade der optimale Kindersport zu sein. Was ist dran an den Vorurteilen? Wir nehmen die Sportart unter die Lupe.

„Herkommen!“, bellt seine Stimme gleich zu Beginn durch die Halle. Seine Kommandos kommen scharf und laut, anders würde der Trainer hier schon rein akustisch nicht zu den Kindern durchdringen.

Als ein paar Unbelehrbare noch trödeln, folgt ein: „Fünf, vier, drei ...“ Das wirkt. „Ich habe schon mehrfach gesagt: Ihr sollt nicht in die Gruppe reinrutschen!“ Jetzt habe ich wirklich die Hosen voll.

Harter Hund mit weichem Kern

Wie sich herausstellt völlig grundlos. Andreas Felsch ist ein klassischer Fall von „Harte Schale, weicher Kern“.

Liebevoll kümmert er sich um all seine Zöglinge, führt einen Vierjährigen der Laufgruppe ganz langsam an der Hand zur Bande.

Und auch ich habe nichts zu befürchten. Schnell werde ich neben Schlittschuhen mit der nötigsten Schutzausrüstung ausgestattet: Handschuhe, Helm und Schoner für Schienbeine und Knie, dazu noch ein schickes Trikot des Vereins. Es kann losgehen.

Wackelig versuche ich meine ersten Schritte auf dem spiegelglatten Untergrund. Ich merke: Das letzte Mal ist viel zu lange her. Aber dafür bin ich ja hier.

„Wenn ich dich jetzt schubse, sitzt du sofort auf dem Hintern“, kritisiert Felsch meine steife Haltung.

Also in die Knie gehen, etwas wippen für bessere Stabilität und dann gehen wir an die Grundlagen. Kanadier­bogen für engere Kurven, Bremstechniken, Slalom ohne und mit Puck – mein Trainer kann sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen.

„Für Erwachsene ist das sauschwer“, erklärt der 38­-Jährige. In meinem Alter sei es kaum mehr möglich, die grundlegenden Bewegungsabläufe auf den Kufen zu erlernen und gleichzeitig mit Schläger und Puck zu hantieren. „Aber die Kleinen lernen das schnell.“

Deshalb können die Kleinsten beim LEC schon sehr früh einsteigen. In der Laufgruppe sind derzeit drei Vierjährige, danach kommt die U7 (Kleinschüler).  

Verletzungsgefahr gering

Und wie war das nochmal mit den Zähnen? „Die Verletzungsgefahr im Nachwuchs ist sehr gering“, weiß Felsch, seines Wissens nach noch unter der beim Volleyball.

Einerseits tragen ja alle Helme und Schoner, später kommen Tief­, Bein­, Brustschutz und vieles mehr dazu.

Zusätzlich achte man sehr darauf, dass die Regeln befolgt werden. Und das heißt bei den U-­Mannschaften: keine harten Checks. „Wir schützen unsere Kinder.“

Ab der U17 sei Eishockey dann schon ein sehr körperlicher Sport, Spieler sollten schnell und muskelstark sein. Dafür fördere der Sport dann Teamfähigkeit, Geschicklichkeit und taktisches Denken.

Mädchen und Jungen trainieren und spielen in den ersten Jahren übrigens gemeinsam.

Kosten und Zeitaufwand überschaubar

Beim LEC gibt es über 20 Ausrüstungen zum Verleihen für die Anfangszeit. Denn: „Nach drei oder vier Wochen wollen die meisten Kinder eh eigenes Zeug haben“, weiß Felsch. Die koste gar nicht die Welt, bis auf die Schlittschuhe könnten Eltern alles auch gebraucht erwerben. „Bei kleinen Kindern reichen gut 100 Euro für einen kompletten Satz.“

Bei größeren Kindern und neuer Ausrüstung orientiert es sich dann eher Richtung 200 bis 300 Euro.

Infos & Kontakt:

Leipziger Eissport-Club e.V.

Geschäftsstelle:
Am Sportforum 3
Raum 4.38.3
04105 Leipzig 

Telefon: 0341 21956755

Email: info@leipziger-eissport-club.de

Weitere Informationen unter www.leipziger-eissport-club.de

Geschäftsstellenleiter und Ansprechpartner Bereich Eishockey:
Andreas Felsch
Email: andreas.felsch@leipziger-eissport-club.de

In Sachen Alltagsbelastung beginne Eishockey ganz entspannt. Denn die Eiszeit beschränkt sich auf sieben Monate von September bis März/April. „Am Anfang hat ein Kind etwa acht Liga-­Turniere à zwei Stunden pro Saison, dazu etwa vier weitere Turniere“, sagt Felsch. Dafür steht zwei­ bis dreimal pro Woche Training auf dem Plan.

Das würde mir auch gut zu Gesichte stehen. Ich stehe kaum 20 Minuten auf dem Eis und spüre, wie mir bereits der Schweiß im wahrsten Sinne des Wortes in Strömen das Gesicht hinabläuft. Haare und T-­Shirt sind komplett durchgeschwitzt. Und dabei gleite ich ja nur ein bisschen zum Spaß durch den Kohlrabizirkus. „Eishockey ist kein Dauerlauf“, so Felsch, „sondern Dauersprint.“

Bei Spielen wechseln sich die Spieler auf der Bank und dem Eis deshalb auch andauernd und fließend ab. Ansonsten wäre das hohe Tempo dieser Sportart nicht durchzuhalten.

Um mich herum feilen die Nachwuchscracks an verschiedenen Stationen an Lauf­, Pass­, Schuss­ oder Schlägertechnik.

Felsch schiebt mich einfach mal so in eine Station hinein. Ich nehme Pässe an, leite den Puck weiter und eile zum nächsten Hütchen. Dann geht es im Eins­gegen­eins auf den Torwart zu. Und der zieht mir den Zahn.

Ein Riesenspaß!

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