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Welcher Sport passt zu meinem Kind? Hockey: Dynamischer Sport für Körper und Kopf
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13:12 14.01.2019
Beim Hockey kommt nicht nur der gesamte Körper, sondern auch der Kopf zum Einsatz. Quelle: Dirk Knofe

Wenn ich an Hockey denke, kommen mir immer die Hockey-Herren der deutschen Nationalmannschaft in den Kopf, ihr Olympiasieg 2012 in London und ein ramponiertes Schiff nach den Siegesfeierlichkeiten.

Hockeyspieler sind scheinbar nicht ganz so professionell geglättet und angepasst wie Fußballer, denke ich dann. Klingt gut.

Ich wollte wissen, ob sich Hockey als Alternative zum ach so dominanten Fußball eignen würde. Ein Selbstversuch.

Als Trainerin habe ich mir jemand ganz besonderes ausgesucht: Karin Wienrich, ehemalige Hockey- Nationalspielerin und heute Geschäftsstellenleiterin beim Allgemeinen Turnverein zu Leipzig (ATV) 1845. „Ja, Hockeyspieler gelten gemeinhin als etwas anders“, bestätigt die 55-Jährige meinen ersten Eindruck und erklärt: „Bei uns gibt es kein Profitum, man spielt Hockey, weil man es kann und mag, nicht um Profi zu werden.“

Hockey als Mannschaftssportart ist eine dynamische Sportart, mit der die Hand-Augen- Koordination, Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefördert werden. Wie gut ist diese Sportart für Kinder geeignet?

Viele Spieler oder Spielerinnen seien deshalb Studierende, die mit etwa 25 Jahren oftmals wieder aufhören. Geld verdienen is’ also nicht.

Dafür gibt es hier viel zu lernen. Die erste Lektion: Wie halte ich den Schläger? Intuitiv nehme ich die linke Hand nach unten – falsch. Es gilt: linke Hand oben, rechte Hand unten, nur mit der glatten Seite des Schlägers darf geführt und geschlagen werden. Gar nicht so einfach bei Richtungswechseln.  

Kleiner Ball – Große Probleme

Hockey als Mannschaftssportart ist eine dynamische Sportart, mit der die Hand-Augen- Koordination, Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefördert werden.

„Die Schwierigkeit liegt darin, dass im Gegensatz zum Fußball mit dem Schläger ein weiteres Element hinzukommt“, sagt mein Coach.

Ich merke das schnell, mein Gehirn läuft auf Hochtouren, um den Ball am Schläger und gleichzeitig mein Umfeld im Blick zu behalten. Und dann kämen ja im Ernstfall noch Gegner dazu. Puh!

Vorhand, Rückhand, Stoppen, Schieben, Schlagen, Schlenzen, Heben – der Schweiß tropft unablässig.

„Nein, nein, der Ball darf nicht aus dem Schläger laufen“, ruft Wienrich, als ich zum Schuss ansetze. „Versuche, den Ball mit der Rückhand zum Körper zu spielen.“

Aller Anfang ist schwer. Doch die Erfolgserlebnisse setzen schnell ein.

Nur was ist, wenn eine Gruppe von Kindern mit hölzernen Schlägern „bewaffnet“, eine rund 160 Gramm schwere Kugel durch die Gegend schießt?

„Verletzungen gibt es generell wenige“, weiß Wienrich, geschützt werden die Spieler durch Schienbeinschützer, Zahnschutz und Schutzhandschuhe.

Auch werde von Anfang an großen Wert darauf gelegt, die Regeln einzuhalten, etwa den Schläger nicht zu hoch zu nehmen. Und: Hockey gilt als körperloses Spiel, das heißt Körperkontakt ist kaum erlaubt, Angriffe gehen gegen den Ball. Ein Wettbewerbsvorteil vor allem für kleine, schmächtigere Personen. Eher Kopf als Körper eben.

Praktisch: Kinder- und Elternteams

Spielen kann man diese Sportart das ganze Jahr hindurch – im Winter als Hallen-, im Sommer als Feldhockey.

Eigentlich freuen sich alle Hockeyvereine derzeit über Zulauf, schon ab vier Jahren wird in gemischten Bambinimannschaften gespielt, ab sechs Jahren werden die ersten Wettkämpfe bestritten.

Netter Gimmick bei einigen Anbietern: Für die Eltern werden eigene Teams angeboten, oftmals zeitlich parallel zum Training der Kleinsten.

Das Angebot kommt so gut an, dass es nun schon eigene Elternligen und -wettbewerbe gibt.

Beim Elternhockey sieht man auch laut Thomas Hertzsch, Lehrwart beim Sächsischen Hockeyverband (SHV), wofür ein früher Einstieg gut ist. „Den Späteinsteigern fehlen einfach die Grundlagen der Verletzungsvermeidung: zum Beispiel Ausweichbewegungen, die Kinder bei uns schon früh lernen.“

Infos & Kontakt:

Sächsischer Hockeyverband (SHV)
Abtnaundorfer Str. 47
04347 Leipzig

Telefon: 0341 2254791 & 0341 2315912

Email: SHV-office@t-online.de

Schulhockeyreferent SHV, Sebastian Miatke
Telefon: 0176 32387905
Email: Sebastian.Miatke@yahoo.de

Vereine in und um Leipzig

Leipziger SC
www.lsc1901.de/hockey/info

HC Lindenau-Grünau Leipzig
www.hclg-leipzig.com

ATV Leipzig
www.atv1845.de/category/hockey

SV Tresenwald (Machern)
www.hockey-tresenwald.de

SV Borna
www.sv-blaugelb-borna.de/index.php/hockey

TSV BW Torgau
www.bw-torgau.de/abteilungen/abteilung-hockey

HV Wurzen
www.hvwurzen.de

Generell sei der Verband mit den stetig steigenden Mitgliederzahlen in Sachsen auf derzeit etwa 2190 in insgesamt 17 Vereinen auf niedrigem Niveau zufrieden.

Dennoch ist der SHV immer auf der Suche nach neuen Kooperationen, um mit Schnupperhockey, Schul-AGs oder Turnieren Lust auf den dynamischen Sport zu machen.

Mir reicht es auf jeden Fall nach einer Dreiviertelstunde bei tropischer Luftfeuchtigkeit.

Mein Fazit: Hockey macht Laune, fordert Körper und Geist – aber bitte erstmal ohne Gegner...

Von Thomas Bothe

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