Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Welcher Sport passt zu meinem Kind? Speedskating: Der Reiz der Geschwindigkeit
Mehr Schlingel & Familie Tipps & Themen Welcher Sport passt zu meinem Kind? Speedskating: Der Reiz der Geschwindigkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:23 05.04.2019
Beim Speedskating ist Geschwindigkeit alles. Quelle: Christian Modla

Mein nächster Sportarten-Test wäre fast noch vor dem ersten (vorsichtigen) Schritt ins Wasser gefallen. Nicht wegen des Regens, der außerhalb der Sporthalle der August-Bebel-Grundschule niedergeht. Nein, eher wegen fehlerhafter Absprachen: Ich stehe unvorbereitet, sprich ohne Sportgerät vor meiner Trainerin Cornelia „Conny“ Löbner.

Doch Hilfe ist schnell gefunden. Ganz nach dem Motto meines Gastgebers, des Speedskating Leipzig e.V., finden über engagierte Eltern kurze Zeit später ein paar Inlinekates und die nötige Schutzausrüstung ihren Weg in die Halle. Und die werde ich nötig haben.

Mit 30 Kilometern pro Stunde

Die relativ unbekannte Sportart steht unter einer großen Überschrift, die sie schon im Namen trägt: Geschwindigkeit (engl. speed).

Kinder ab zehn Jahren absolvieren ihre 1000-Meter-Wettkämpfe in unter zwei Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde entspricht. Dafür braucht es vor allem Mut.

Wer Lust auf den besonderen Reiz der Geschwindigkeit hat, der ist beim Speedskating genau richtig. Die Mischung aus Inlineskating, Eisschnelllauf und Bahnradfahren zieht Kinder und Jugendliche schnell in ihren Bann. Nur Angst darf man nicht haben.

„Wer beim Speedskating in den Wettkampf will, der darf keine Angst haben“, erklärt Conny Löbner, die im Verein unter anderem die Kinder zwischen fünf und elf Jahren trainiert. Denn: „Wer Angst hat, verliert.“ 

Der Satz in Verbindung mit Bildern vor meinem inneren Auge von Schürfwunden, der sogenannten Asphaltflechte, lassen meinen Puls schon beim Anlegen der Schoner und Skates ansteigen.

Obwohl ich mich auf Schlittschuhen einigermaßen sicher fühle, führt Trainerin Löbner den „blutigen Anfänger“ ganz behutsam in die Grundlagen ein. Langsam – und auf einer bremsenden Turnmatte – gewöhne ich mich an die unter mir wegflutschenden Rollen.

„So ist es richtig“, werde ich motiviert. „Etwas in die Knie gehen, ja, mit den Händen auf den Knie abstützen. Die Länge der Arme bestimmt die sichere Position.“

Mein erster Schritt auf den glatten Hallenboden fällt noch unsicher aus, dann wage ich mich auf meine erste Runde durch die Halle.

„Wie soll ich bremsen“, rufe ich erschrocken aus, denn der Rollwiderstand ist so gering, dass ich einfach nicht zum Halten komme. „Dafür hast du doch deine Bremse“, tönt es mir selbstbewusst von Nina Pauline (6) und Laura (6) entgegen.

Klar! Hinten an meinen Schuhen sind kleine Stopper, die mich zwar aus dem Gleichgewicht, aber langsam zum Stehen bringen. „Normalerweise montieren wir die als erstes ab“, erklärt mir Stella Lara Naupold (15), Nachwuchstrainerin und Eigengewächs des Vereins. Denn: „Wir bremsen nicht! Wer bremst, verliert.“  

Koordination, Balance, Explosivität

Speedskating selber ist eine noch relativ junge Sportart, der Leipziger Verein hat seine Wurzeln im Jahr 2003 noch unter den Fittichen des SC DHfK, später der SG MoGoNo Leipzig.

Nach einigen Querelen stellten engagierte Sportler, Trainer und Eltern 2017 ihre Sportart in Leipzig auf die eigenen Beine und gründeten einen Verein.

„Durch unsere Entstehungsgeschichte sind bei uns viele Eltern sehr aktiv“, erklärt mir Birke Bielicki, Mutter von Frieda (11) und  Wilma (7). „Wir bilden Fahrgemeinschaften, engagieren uns ehrenamtlich und organisieren Winterlager, Ostertrainings lager, Sommerausflug und so weiter.“

65 Kinder zwischen vier und 14 Jahren trainieren hier, Jungen und Mädchen gemeinsam. Hinzukommen 25 Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahre.

Beim Speedskating lernen sie schon von Anfang an Koordination und das Einschätzen von Geschwindigkeiten und Gefahren. Die Balance wird trainiert, dazu Körperbeherrschung und die Explosivität, also die Muskelkraft vor allem in den Oberschenkeln.

Die Kinder lernen die Beherrschung ihres Sportgeräts sehr spielerisch, durch Parcours-Fahren und Slalom, Springen, Ducken oder auch mal ein Unihockey-Spielchen auf Skates.

Auch ich mache meine ersten Erfahrungen bei den „Minis“ und versuche mit meiner Staffel, so schnell wie möglich zehn Sandsäckchen zum Ziel zu bringen. Zwar lande ich nicht auf dem Hosenboden, der Schnellste bin ich aber definitiv nicht.

Infos & Kontakt:

Speedskating Leipzig e.V.
Simsonstr. 4, 04107 Leipzig

Email: info@speedskating­leipzig.de

www.speedskating­leipzig.de

Ansprechpartner: Cornelia Löbner, Speed­ und Fitnessskating
conny.loebner@speedskating­leipzig.de

Weitere Vereine in Leipzig

SC DHfK Leipzig
Am Sportforum 10, 04105 Leipzig

www.le­-skate.de

Ansprechpartner: Andreas Körner, Abteilungsleiter 
Telefon: 01520 ­ 287 11 85
Email: info@andreaskoerner.de
 

Ab dem Alter von etwa zehn Jahren kommt beim Speedskating dann der Ausdaueraspekt mit hinzu, die Strecken werden länger.

Bei Wettkämpfen starten alle Läufer und Läuferinnen eines Rennens gemeinsam und ordnen sich wie beim Mannschaftszeitfahren im Radrennsport in sogenannten Zügen oder Pulks hintereinander ein. Die Rennen sind taktisch geprägt, der Windschatten wird genutzt und es werden immer wieder Attacken gestartet.

„Ich bin schneller als der Schlingel“

Mit meinen Inlineskates und vor allem meiner Technik bin ich dem Gros der Kinder hier hoffnungslos unterlegen. Bei echten Speedskates liegen die Knöchel frei für eine bessere Beweglichkeit, und auch die Schienen mit den Rollen sind sehr lang.

Meine unbeholfene Kurventechnik sowie der insgesamt wackelige Auftritt scheinen geradezu herausfordernd zu wirken auf den Skater-Nachwuchs. Immer mehr Kinder werfen mir den Fehdehandschuh zu.

Am Ende macht Laura das Rennen. Ihre Ansage „Ich bin schneller als der Schlingel“ kann ich nicht einfach auf mir sitzen lassen. Und so kommt es zum Showdown. Auf den Geraden bin ich schneller, in den Kurven zieht Laura aber davon und siegt am Ende knapp, aber verdient. Ein Riesenspaß!

Von Thomas Bothe

Die Rhythmische Sportgymnastik erfordert Körperbeherrschung, Balance und Beweglichkeit. Hauptsächlich Mädchen trainieren diese Sportart. Unser Redakteur hat einen Selbstversuch gewagt - in einer Sportart, die weit außerhalb seiner bisherigen Erfahrungswelt liegt.

07.03.2019

Bei der Kampfsportart Judo geht es um Respekt vor dem Gegner – und darum, seine Schwächen und Stärken gegen ihn zu verwenden. Kinder und Jugendliche lernen dabei Selbstbeherrschung und viel über den eigenen Körper.

21.02.2019

Harte Bodychecks, ausgeschlagene Zähne und messerscharfe Kufen – Eishockey präsentiert sich nicht gerade als Paradebeispiel für einen Kindersport. Wie gefährlich ist Eishockey und was macht die Faszination der so genannten schnellsten Sportart der Welt aus?

14.01.2019